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Veröffentlicht am 20.06.2019 | von Susan

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TWO DOOR CINEMA CLUB – False Alarm

I still believe
I wonder
Give me something more
If I don’t feel any younger
Show me to the door

I’ve been so many people
Still, I am one
The one you’ve never met
Waiting to say when
I’ve still got time
It’s easy to forget

(Two Door Cinema Club – So Many People)

Blau, blau, blau sind alle meine Kleider, oder gelb, oder rot? Zumindest in der Psychologie beschäftigt man sich schon seit geraumer Zeit mit der Tatsache, dass Menschen, die sich auffällige Farben überwerfen, nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei anderen eine bessere Stimmung hervorrufen sollen. Da scheint es nur verständlich, dass sich ein ebenso aufmunterndes Farbkonzept durch das neue Album False Alarm von Two Door Cinema Club zieht. Aber nicht nur die Wahl des Farbkonzepts auf Plattencover und Co, das am 21. Juni erscheint, sollen für gute Stimmung sorgen, auch die unbekümmerte Klangwelten, die darauf zu finden sind, haben das Ziel zu heiterer Laune einzuladen.

Dabei verbindet die Musiker vor allem eines: Die Liebe zu Disco, Future-Pop & 80s Synths. Und genau damit konnten Alex Trimble, Sam Halliday und Kevin Baird schon seit über einem Jahrzehnt überzeugen und begeisterten massenhaft Fans auf ihren unzähligen Live-Auftritten. Doch während sie 6 Jahre lang die Fahnen einer ganzen Indie-Generation schwangen, sorgen sie nun für eine ganz andere Art von Stimmung. Etwas Neues musste her und so orientierten sich die drei Iren schon bei der vorherigen Platte Gameshow, die 2016 erschien, an Future-Pop-Momenten.

Die sind nun auch hier wieder zu finden, wie im Opener Once und im Song So Many People. Wem das allerdings nicht genügen sollte, der kann sich eine Brise Lounge-Pop mit Break um die experimentierfreudige Nase wehen lassen. Aber auch die 80s sind an der ein oder anderen Stelle vertreten und mit den Songs Satisfaction Guaranteed und Nice To See You bekommt man fast ein paar nostalgische TDCC-Momente zu hören. Eine gekonnte Abwechslung und damit auch das Highlight der Platte, bietet lediglich Satellite mit Indie-Electro-Pop in Lichtgeschwindigkeit und ein bisschen Raumfahrt-Sound.

Damit präsentiert sich False Alarm leider doch eher als böse Stiefschwester seines Vorgängers und lässt den Hörer eher ratlos zurück. Denn ohne sentimental zu werden, stellt man sich immer wieder die Frage, wann es eigentlich wirklich losgeht. Den Lyrics kann man entnehmen, dass sie gesellschaftskritisch ihre Umwelt betrachten, sich mit dem Klimawandel und dem Brexit beschäftigen, aber so richtig abnehmen will man es ihnen dann dann am Ende doch nicht. Die zehn Songs kommen zwar in bunten Farben daher, hinterlassen aber nicht das Gefühl von positiver Stimmung, die sie erzeugen wollen. Eigentlich schade.

Two Door Cinema Club – False Alarm
VÖ: 21. Juni 2019, Prolifica
www.twodoorcinemaclub.com
www.facebook.com/twodoorcinemaclub

Two Door Cinema Club live:
18.-21.07. Deichbrand Festival, Seeflughafen Cuxhaven



Über den Autor

Susan wohnt in Hamburg und wollte früher hauptberuflich Groupie werden, bis ihr ein Exfreund einen Song auf Myspace widmete. Der hat bis heute 200 Klicks. Von ihr.



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