Kritik

Veröffentlicht am 22.07.2019 | von Dominik

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EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE – Filmkritik

Am Ende kann nur die Wahrheit stehen.

(Liz – Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile)

Schon in kürzester Zeit machen wir uns einen ersten Eindruck anhand des Äußeren eines Menschen, den wir gerade kennenlernen. Wirkt das Äußere nett, charismatisch und liebevoll, lässt man sie zumeist mit offenen Armen in sein Leben treten – ohne zu wissen, ob unter der Oberfläche nicht auch andere düstere Charakterzüge lauern. Basierend auf der wahren Geschichte von Amerikas wohl berüchtigtstem und charismatischsten Serienkiller Ted Bundy befasst sich Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile mit eben jenen Fehldeutungen, die viele zu der damaligen Zeit bezüglich des jungen Mörders machten.

Als die alleinerziehende Mutter Liz (Lily Collins) in einer Bar den jungen Jurastudent Ted Bundy (Zac Efron) trifft, ist sie sofort von dessen Äußeren, wie seinem Charme verzaubert, verliebt sich Hals über Kopf und nimmt ihn noch am selben Abend mit nach Hause. Ohne zu wissen, wen sie sich da gerade ins Haus holt. Denn der junge Student wird nur kurze Zeit später mit dem Tod und Verschwinden verschiedener junger Mädchen in Verbindung gebracht. Er beruft sich auf eine Verwechslung und beschwichtigt sie immer wieder. Doch nachdem die Anklagen immer schlimmer werden und sich Ted inmitten eines bundesweiten Gerichtsverfahrens befindet, muss Liz in Betracht ziehen, dass der Mann, mit dem sie ihr Leben teilt, in Wahrheit ein Psychopath sein könnte…

Der Film von Joe Berlinger, der zuvor für seine Arbeit als Dokumentarfilmer 2012 für Paradies Lost 3: Purgatory für einen Oscar nominiert war, versucht die Geschehnisse aus der Sicht der Freundin von Ted Bundy zu zeigen und wirkt dadurch seltsam verklärt, verzichtet er doch komplett auf die Taten von Bundy, genauso wie auf seine Familienvorgeschichte oder ähnliches. Dadurch wirkt es bis zuletzt so als ob Bundy vielleicht doch nur am falschen Ort zur falschen Zeit gewesen sei, Fakten werden komplett außer acht gelassen und es scheint, als ob die Filmemacher sich ganz auf die Faszination stützen, die ein attraktiver, oberflächlich charmanter Mann hat, der doch gar nicht brutal oder perfide sein kann. So spielt sich das Geschehen vielmehr im Gerichtssaal ab, wo Bundy die Anwesenden bezirzt und in langwierige Manipualtsiontechniken verwickelt. Zac Efron ist auf jeden Fall gut besetzt als charismatischer Schönling, dem sich die Frauen zu Füßen werfen – doch auch er kann – wie die auch ansonsten hochkarätige Besetzung um Lily Collins, Jim Parsons, John Malkovich und Co. – letztlich den halbgaren Film nicht weglächeln, was sehr schade ist, hätte die Figur und die Taten von Ted Bundy doch auf jeden Fall einen interessanten Filmstoff hergegeben.

Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile (USA 2019)
Regie: Joe Berlinger
Darsteller: Zac Efron, Lily Collins, John Malkovich, Kaya Scodelario, Jeffrey Donovan
Heimkino-VÖ: 4. Juli 2019, Constantin Film

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