THE TESKEY BROTHERS – Run Home Slow

Well I’ve been running since I was child
Running like a river after the rains have died
Ain’t never had one place to call my home
Lay my head in a different place unknown

I wake up early and I wake late
But I never had time to hesitate
I pick up my paper and I pick up my bread
there’s room on the road ahead

I don’t want no country to call my own
I don’t need one place to call my home
There ain’t no one place or people are that are better or worse
I’m a man of the universe

(The Teskey Brothers – Man Of The Universe)

Von manchen Dingen kann man einfach nicht genug bekommen und so findet auch der Hype um die The Teskey Brothers kein Ende. Aber wieso auch? Legen die sympathischen Musiker aus Down Under direkt nach ihrem Debüt vor einem Jahr, mit ihrer zweiten Platte Run Home Slow, die am 2. August veröffentlicht wurde, einen granatenmäßigen Auftritt hin. Denn was vor 10 Jahren als Zeitvertreib anfing, zog zuletzt als große Bluesrock-Hoffnung weltweit seine Bahnen. Dass sie dabei so gar nicht eingestaubt klingen, liegt vor allem an der durchdringenden Stimmgewalt von Josh Teskey. Zusammen mit seinem Bruder Sam und den beiden Freunden Brendon Love und Liam Gough, entwickelten sie ihren ganz eigenen Sound, der sich nach ihrer Heimatstadt Melbourne, nach zu viel Whiskey und der Neuinterpretation einer Zeit, die man nur aus der elterlichen Plattensammlung kennt, anhört.

Getrieben von der ganzen Aufmerksamkeit, die die vier Musiker allerdings im letzten Jahr zu spüren bekamen, ist aus der anfänglichen Furcht, mit dem zweiten Album versagen zu können, eine ganz neue Version geschaffen worden, in der es vor allem darum ging, sich weiterzuentwickeln. Unterstützt von Produzent Paul Butler, der unter anderem schon mit Michael Kiwanuka zusammenarbeitete, hatten sie den richtigen Mann an ihrer Seite, um ihr Profil weiter zu schärfen. Und das ist gelungen. Schon der Opener Let Me Let You Down kommt mit seinem smoothen Sound so vielversprechend daher, dass man die Band einfach nur in die Arme schließen möchte und spätestens bei Man Of The Universe wird klar, da steckt Pfeffer in Form von mehr Pop und Popowackeln drin. Bei Hold Me, einem dreiminütigen, von Gospel beeinflusster Song, werden schließlich alle Dämme gebrochen. Aber auch Paint My Heart, der als Blues-Jam-Rock Stück an die alten Werke von Joe Cocker erinnert, sollte man sich nicht entgehen lassen. Pfeifend stimmen sie weiter in den Song Sunshine Baby ein, der dem alten Motown-Sound gleicht und mit Early Bird als dramatischer Höhepunkt, findet das Album schließlich seinen krönenden Abschluss.

Run Home Slow wurde, wie auch schon Half Moon Harvest, in Sams Heimstudio analog auf einer alten Studer A80-Bandmaschine aufgenommen. Altes Handwerk, was eine längst verloren geglaubte Epoche wieder zum Leben erweckt. Wen die elf Songs auf Platte kalt lassen, sollte die The Teskey Brothers unbedingt live erleben. Die innige Verbundenheit der Mitglieder und die Leidenschaft zu Soul- und Blues wirken hypnotisierend, wecken Erinnerungen und spenden Trost. Eben einfach etwas, von dem man nie genug bekommen kann.

The Teskey Brothers – Run Home Slow
VÖ: 02. August 2019, Decca
www.theteskeybrothers.com
www.facebook.com/theteskeybrothers

The Teskey Brothers live:
01.09. Golden Leaves Festival, Darmstadt

Susan

Susan wohnt in Hamburg und wollte früher hauptberuflich Groupie werden, bis ihr ein Exfreund einen Song auf Myspace widmete. Der hat bis heute 200 Klicks. Von ihr.

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