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Veröffentlicht am 17.04.2020 | von Susan

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EOB – Earth


Foto-© Universal Music

This bad dream has got me
I’m falling like, I’m falling like
It’s in me, and it’s in you

As above and so below
I’m falling like, I’m falling like
How much more of this to take
To see you smile and laugh again
But you can’t

Feeling like I’m on my knees
Darling, darling can’t you see

(EOB – Brasil)

Wie das lang ersehnte Paket der Lieblingsoma, erscheint nun auch das Debütalbum Earth von Radiohead-Gitarrist Ed O’Brien. Schon im Dezember 2019 hatte er einen umfangreichen Brief via Facebook mit seinen Fans geteilt und damit die Erwartungen geschürt. In dem Brief verriet der Musiker nicht nur, dass das Album unter dem Künstlernamen EOB veröffentlicht wird, sondern teilte außerdem eine beeindruckende Liste der sich darauf befindenden Gäste, wie Glenn Kotche, Schlagzeuger der US-amerikanische Rockband Wilco, Adrian Utley von Portishead, Folk-Pop-Sängerin Laura Marling und Radiohead-Kollege Colin Greenwood.

Begonnen hatte O’Brien mit der Arbeit an seiner Soloplatte schon 2012, nachdem er mit seiner Familie nach Brasilien gezogen war. Das Land, die Menschen und die Kultur hatten ihn so sehr inspiriert, das diese vielseitigen Einflüsse geradezu aus ihm herausplatzen.

Am 5. Februar 2020 erschien dann der offizielle Trailer zum Album, der die Arbeit an diesem Projekt näher bringt. Als EOB übernimmt er in seinem eigenen Kosmos nicht nur Gesangs-und Gitarrenparts, sondern beweist seine musikalische Vielseitigkeit ebenso an Bass, Keyboard, Percussions, sowie allen elektronischen Elementen, die auf der Platte zu hören sind.

Diese Vielschichtigkeit in Earth bekommt man dann auch schon im Opener Shangri-La zu hören, der nicht nur instrumentell viel preisgibt. Der Song beschreibt die Suche nach einem ganz eigenen Shangri-La, also einem fiktiven Ort, an dem man zur Ruhe kommen kann und in Frieden lebt, den idealen Rückzugsort aus dem Weltgeschehen also. Das Stück Brasil wirkt da schon weniger aufregend, obgleich die Zweiteilung des Songs besonders ist. Beginnt dieser als meditatives Singer-Songwriter-Stück, nimmt er doch noch wesentlich mehr Fahrt auf und avanciert schlussendlich zum tanzbaren Electro-Track. EOB schafft dabei stets die Lyrics mit den musikalischen Klängen verschmelzen zu lassen. So bekommt man mit dem Song Sail On das Gefühl vermittelt, getragen von den psychedelischen Gesang, über’s Wasser zu schaukeln.

Dabei will O’Brien in seinen 9 Tracks vor allem über eines sprechen: Die Liebe. Bunt wie beim Karneval in Rio de Janeiro sollte es sein und das bleibt es auch. Nie kann man sich sicher sein, was der Musiker noch aus seiner Trickkiste zaubert. Damit zwingt einen der Musiker nicht nur dazu, jedes Stück bis zum Ende zu hören, sondern hinterlässt viel Raum für eigene Gedanken. Während man in einem Moment von der Wirkung der Instrumente bewegt ist, werden die Stücke im nächsten von den Lyrics getragen, bis am Ende ein wohliges Gefühl bleibt. Damit schafft O’Brian EOB Leben einzuhauchen und ein gelungenes Solo-Debütalbum zu präsentieren, das manchmal ein wenig vom Weg abzukommen droht, doch am Ende durch eine vielfältige musikalische Spielwiese dennoch überzeugen kann.

Ed O’Brien – Earth
VÖ: 14. April 2020, Universal Music
www.eobmusic.com
www.facebook.com/EOBBandOfficial

YouTube video

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Über den Autor

Susan wohnt in Hamburg und wollte früher hauptberuflich Groupie werden, bis ihr ein Exfreund einen Song auf Myspace widmete. Der hat bis heute 200 Klicks. Von ihr.



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