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Veröffentlicht am 29.07.2020 | von Dominik

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Bedroomdisco Top Alben – August

Foto-© Shawn Brackbill

Der August beschert uns mal wieder einen gewohnt vollen Neuveröffentlichung-Kalender, endlich neue Bright Eyes-Musik, das lang erwartete Debüt der Giant Rooks, den Klang für das Unbewusste, die Rückkehr des Chillwave-Pioniers Washed Out zu seinen Wurzeln und ordentlich neuen Indie-Rock! Unsere Alben des Monats August!

1. Bright Eyes – Down In The Weeds Where The World Once Was (VÖ: 21.08.2020)

Lange musste man warten auf ein neues Album der Bright Eyes, im August erscheint nun endlich das zehnte Album Down in the Weeds, Where the World Once Was! Inmitten der gegenwärtigen überwältigenden Unsicherheit und des Umbruchs der globalen und persönlichen Welten haben sich Oberst, Mogis und Walcott als Bright Eyes zur Flucht vor und Konfrontation mit schwierigen Zeiten wiedervereinigt. Die Wiedervereinigung der Band fühlte sich richtig und notwendig an, und die Freundschaft, die den Kern der Band ausmacht, ist seit langem ein Grundpfeiler der Arbeit von Bright Eyes. Für Bright Eyes fühlt sich dieses lang erwartete Wiederauftauchen wie eine Heimkehr an, voller Bombast und Songs, die in einem noch lange nachhallen!

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2. Giant Rooks – Rookery (VÖ: 28.08.2020)

2015 gründen Sänger Frederik Rabe, Gitarrist Finn Schwieters, Bassist Luca Göttner, Keyboarder Jonathan Wischniowski und Drummer Finn Thomas die Band Giant Rooks. Und seitdem geht es stetig steil aufwärts für die Jungs! Sie können sie nicht nur eine 1LIVE-Krone ihr Eigen nennen, sondern auch siebenstellige monatliche Hörerzahlen bei Spotify sowie sold out Konzerte von Rom, über Paris bis Manchester vorweisen. Von deutschen Konzerthallen ganz zu schweigen! Und das alles mit gerade mal drei veröffentlichten EPs! Drum wird es nun endlich Zeit für das Debütalbum Rookery, das fragend in eine Welt voller Unruhe blickt, sich tastend umschaut, keines, das einfache Antworten bietet. Wer bin ich eigentlich? Und wie kann ich meine Rolle in dieser Welt finden? Es könnte ein perfektes Debüt werden, dieses Rookery.

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3. Jonas David – Goliath (VÖ: 28.08.2020)

Im Herbst 2019 fuhr Jonas David nach Sizilien, um einen Riesen zu besiegen. Einige Jahre lang hatte der Sänger, Multiinstrumentalist und Produzent unzählige Songs und Songfragmente geschrieben, aber für ein Album war die Zeit nicht reif. Welcher Sound könnte es sein? Welche Arbeitsweise ist die richtige – und wie passt das alles mit dem aktuellen Zustand der Musikindustrie zusammen? Fragen, die sich so leicht nicht beantworten ließen. Und so entschied sich Jonas, auf den richtigen Moment zu warten. Und dieser ist jetzt endlich gekommen! Jonas David holt die Gefühle hervor, die wir von ihm kennen – das Seelenweite, das Traumverlorene, das sanft Inwendige. Aber wir haben es noch nie so groß gehört, so berührend. Man meint, da hat jemand seine ganze Breite, Höhe und Tiefe ausgelotet und in Musik verwandelt. Wir denken an Ben Howard, José Gonzáles und Justin Vernon, mit denen Jonas etwas gemein hat: den unbedingten Willen, einen Klang für das Unbewusste zu finden.

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4. Glass Animals – Dreamland (VÖ: 07.08.2020)

Es ist schon nicht einfach in 2020 sein neues Album zu veröffentlichen – so zumindest scheint es, wenn man sich die Kampagne zum neuen Glass Animals Album Dreamland anschaut, sollte das Album doch eigentlich im Mai erscheinen, wurde dann wegen Covid-19 auf Mitte Juli verschoben und nun ein weiteres mal auf den 7. August, aus Respekt vor und als Support der anhaltenden Black Lives Matter-Bewegung. Nun ist es aber endlich soweit und der nostalgische Rückblick von Frontmann und Mastermind Dave auf sein bisheriges Leben erscheint. Darauf verarbeitet dieser viele sehr persönliche Erlebnisse, wie zum Beispiel den lebensbedrohlichen Fahrradunfall von Glass Animals-Schlagzeuger Joe Seaward im Juli 2018, ein extrem einschneidendes Erlebnis. Doch trotz all der Nostalgie fehlt es dem neuen Glass Animals Album natürlich auch nicht an Ohrwürmern und ordentlich Pop-Appeal!

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5. Washed Out – Purple Noon (VÖ: 07.08.2020)

Ernest Green alias Washed Out ist zurück bei den Chillwave-Wurzeln seines Debüts und badet in der verhallt-verträumten Soundwelt – herausgekommen ist dabei ein lässiger Mix aus Chillwave, Synthie-Pop, Dream-Pop und Electronica, die dem in Atlanta ansässige Produzent/Songwriter/Multiinstrumentalist richtig gut zu Gesicht steht! Inspiriert von den Küstenlinien des Mittelmeers zollt der Chillwave-Pionier der ausgeprägten Inselkultur mit all ihrer schroffen Eleganz und ihrem Charme der alten Welt Tribut und nutzt sie als Kulisse, um die Geschichten des Albums von Leidenschaft, Liebe und Verlust zu erzählen. Der richtige Soundtrack also für entschleunigte laue Sommernächte!

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Newcomer:

1. Sea Girls – Open Up Your Head (VÖ: 14.08.2020)

Endlich kommen wieder spannende, wie mitreißende Indie-Bands aus UK auf Hype-Wellen ans Festland geschwappt – die nächsten Anwärter auf den Indie-Thron bringen sich nun auch endlich mit ihrem Debütalbum und ganzen 14 Indie-Pop-Perlen in Lauerstellung: Zu den musikalischen Vorbildern der Sea Girls gehören unüberhörbar The Killers, The Strokes und die Arctic Monkeys, deren Debütalben sie durch ihre Kindheit und Jugend begleitet haben. Das Indie-Quartett selbst hat sich in den vergangenen beiden Jahren vor allem durch die zahlreichen Live-Auftritte auf Festivals in UK und Europa und durch eigene ausverkaufte Shows einen Namen gemacht. Ihre Singles wären in den Nullerjahren noch in den Indie-Discos hierzulande ordentliche Euphorie-Lieferanten gewesen, nach denen man sich zum Abkühlen erstmal eine Runde Bier geholt hätte, nun tanzt man eben dazu zuhause mit der Frau/Freundin. Was den Spaß hier zumindest nicht mindert!

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2. Alex The Astronaut – The Theory of Absolutely Nothing (VÖ: 21.08.2020)

Alex Lynn, wie die australische Songwriterin Alex the Astronaut bürgerlich heißt, lebte 2017 noch dank eines Fußball-Stipendiums in New York City als ihre erste EP To Whom It May Concern ihr einige Bekanntheit verschaffte. Drum legte sie direkt EP #2 nach, inklusive dem Song Not Worth Hiding – ein Brief an ihr 16-jähriges Ich, in dem sie über Geschlechterrollen und Sexualität spricht. Dieser mauserte sich zur inoffiziellen Hymne der australischen Bewegung für die gleichgeschlechtliche Ehe. Seitdem veröffentlichte Alex immer wieder ansteckende Mitsing-Hymnen und/oder gesellschaftskritische Songs zum Nachdenken. Ihre Songs wirken immer etwas schräg, sind aber trotzdem eingängig, wie tiefsinnig und voller wichtiger Botschaften!

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3. Marsicans – Ursa Major (VÖ: 14.08.2020)

Apropos melodiöser Indie-Rock – auch diese britischen Herren verstehen sich auf ausufernde Gitarrenmelodien, Mitsing-Hymnen und energetische Live-Shows! Das Debütalbum Ursa Major zeigt nun endlich auch auf Albumlänge warum die Band vom Guardian unter die 50 besten New Artists in 2020 gewählt wurde oder zuletzt auch schon die Foals die Band als Support mit auf Tour genommen haben. Der Name spricht sich übrigens „MAR-sick-anz“.

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Wiederkehrer: Lanterns On The Lake – Spook The Herd (VÖ: 21.02.2020)

Im Zuge der Verlautbarung der diesjährigen Mercury Prize-Shortlist sind wir auch wieder auf das im Februar erschienene neue Album der Lanterns On The Lake gestoßen. Auf der vierten Platte der Band, treten Hazel Wildes Stimme und ihre Besorgnis in den Vordergrund wie nie zuvor. Gleichzeitig beschreitet die Band mit einer Reihe von Songs, die unvermeidlich direkt und entscheidend sind, Neuland. Wilde kreierte den Großteil der Songs in Isolation (noch bevor wir alle in Lockdown-Isolation waren) bevor die Band diese verfeinerte. Wie alles, was die Band bisher in ihrer Discographie hat, höchst emotional und gleichzeitig sehr, sehr toll!

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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