Reviews Haim © Reto Schmid

Veröffentlicht am 14.07.2020 | von Susan

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HAIM – Women In Music Pt. III

Haim Women in Music III
Foto-Credit © Reto Schmid

Looking in the mirror again and again
Wishing the reflection would tell me something
I, I can’t get a hold of myself
I can’t get outta this situation
Walking in a straight line, thinking about last time
This time, I said I would do this right
Said I would never break this promise
But now I’m back to counting on us

Haim – Now I’m In It

Das man sich im Leben immer wieder neuen Hürden gegenübergestellt sieht, ist nichts Neues und gerade im Job fühlt man sich immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert. Dass das Schubladendenken aber im Jahr 2020 nicht einmal Halt vor Bands wie HAIM macht, gibt einem wirklich zu denken. Denn die hochbegabten HAIM-Schwestern gelten zwar im Allgemeinen als fröhliche Wesen, wie man sie sich, geschlüpft unter der Sonne Kaliforniens, eben nur vorstellen kann, doch auch sie mussten während ihrer jahrelangen Arbeit im Musikgeschäft einiges einstecken.

Doch damit ist jetzt Schluss und so machen sie, in ihrem schon dritten Album Women In Music Pt. III, das am 26. Juni erscheint, ihrem Ärger gehörig Luft. Aber wer denkt hier wird gepöbelt, der irrt, denn vielmehr fahren sie mit ganz neue Facetten auf und verstecken ihre Botschaften an die Welt lieber in ihren einprägsamen Lyrics. Der Ärger von Este, Alana und Danielle Haim gilt in erster Linie vor allem dem Popgeschäft selbst, indem sie sich mit dem Song Man from the Magazine einmal den skurrilsten Interviewfragen widmen, denen die drei in der Vergangenheit ausgesetzt waren. Die Stimmung gedämpft, der Gesang gewohnt melancholisch, das Thema fast schon politisch. Mit The Steps wiederum ist ihnen schließlich ein fantastischer Retro-Popsong zum mitfühlen gelungen, bei dem man am liebsten einfach mitgrölen möchte.

Aber auch andere Themen werden beleuchtet, sodass man die Platte insgesamt fast schon als Therapie, oder sogar Seelenwärmer betrachten kann. Es geht um Depressionen, wie in I Know Alone, Burn-out, wie in Up From A Dream und fehlinterpretierte Kommunikation, wie im Liebeslied 3AM, ein Song der durch Voicemailnachrichten und R’n’B-Sound eine ganz eigene Dynamik an den Tag legt. Eine der gewaltigsten Songs findet sich im Bonustrack Summer Girl wieder, indem Danielle über die Zeit spricht, in der ihr Partner die Diagnose Krebs erhielt und sie für ihr da war, trotz dass sie sich zu dieser Zeit auf Tour befand.

Das Gute an den ganzen Problemen und Missverständnissen ist das nicht daran zerbrechen, sondern wachsen. Das Projekt klingt trotz der ganzen Ernsthaftigkeit nach Sonne im Haar und lauen Sommernächsten. Die Message wird einfach wohl überlegt in die Lyrics eingeflochten und die Musik als Plattform genutzt, um mit der Welt sein Innerstes zu teilen. Die drei beweisen mit ihrem Album wieder einmal ein Händchen für Mehrdimensionalität und lassen die ganzen Hater der Vergangenheit ganz schön alt aussehen.

Haim – Women In Music Pt. III
VÖ: 26.06.2020, Polydor/Vertigo/Columbia
www.haimtheband.com
www.facebook.com/haimtheband

YouTube video

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Über den Autor

Susan wohnt in Hamburg und wollte früher hauptberuflich Groupie werden, bis ihr ein Exfreund einen Song auf Myspace widmete. Der hat bis heute 200 Klicks. Von ihr.



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