Kritik

Veröffentlicht am 25.05.2021 | von Dominik

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EINE MEERJUNGFRAU IN PARIS – Filmkritik

Haben Sie etwas an Land gezogen?

(Rossy – Eine Meerjungfrau in Paris)

Vor relativ genau 20 Jahren eroberte ein französischer Film über die junge Kellnerin Amélie, die ein Herz für außergewöhnliche Träumereien hat, international die Herzen der Filmfans – weshalb Die fabelhafte Welt der Amélie bis heute noch zu den absoluten Vorzeige-Erfolgen des europäischen Kinos gehört. Und natürlich auch bis heute vielen Produktionen als Vorbild dient, wenn es um träumerische, wie etwas außergewöhnliche romantische Komödien geht. Eine Meerjungfrau in Paris von Regisseur Mathias Malzieu ist eine solche Produktion und erschien vor kurzem auf Blu-ray und DVD im Heimkino. Grund genug mal einen Blick zu riskieren – unsere Filmkritik!

Gaspard (Nicolas Duvauchelle) ist ein Träumer und lebt in der Vergangenheit – sowohl was seinen Job als Sänger auf dem mittlerweile schlecht besuchten Restaurant-Boot seines Vaters, als auch was die vielen kleinen Erinnerungsstücke in seiner Wohnung angeht. Nachdem sein Vater ihm eröffnet hat, vielleicht das Boot an einen Investor verkaufen zu müssen und damit auch eine der letzten Verbindungen zu seiner verstorbenen Mutter zu kappen, scheint die Welt des Junggesellen komplett Kopf zu stehen. Genau dann findet er die verletzte Meerjungfrau Lula (Marilyn Lima) am Ufer der Seine, eilt ihr kurzerhand zur Hilfe und nimmt sie in der heimischen Badewanne auf. Als Lula dort wieder zu sich kommt, versucht sie ihren Retter kurzerhand mit einer betörenden Melodie zu töten – doch im Gegensatz zu anderen Männern wirkt der Gesang der Sirenen nicht bei Gaspard, weil er nach mehreren schmerzhaften Trennungen der Liebe endgültig abgeschworen hat. Als sie sich jedoch nach und nach näher kommen und sich sein Herz zu öffnen beginnt, droht auch diese Immunität immer mehr zu bröckeln…

Meerjungfrauen, ein von der Liebe enttäuschter Junggeselle, der dem tödlichen Gesang aufgrund von gebrochenem Herz nicht erliegt und dann doch schwach wird und sich daraufhin in Lebensgefahr befindet, dazu noch einige skurrile Nebenfiguren und ein alter Geheimbund von Musikliebhabern…die Geschichte von Eine Meerjungfrau in Paris hat so einige schrullige Figuren, eine liebe- und fantasievolle Ausstattung und auch gute Schauspieler – und dennoch funktioniert der Film nicht in der Form einer Amélie, was letztlich am Skript und den Dialogen hängt, wodurch sich der Charme nicht so richtig einstellen will. Somit ist es leider nur ein weiterer Versuch einer französischen RomCom mit träumerischen, wie phantastischen Begleiterscheinungen, die nicht an das Gesamtkunstwerk der fabelhaften Welt der Amélie heranreicht…

Une sirène à Paris (FRA 2020)
Regie: Mathias Malzieu
Darsteller: Nicolas Duvauchelle, Marilyn Lima, Romane Bohringer, Rossy de Palma, Alexis Michalik, Tchéky Karyo
Heimkino-VÖ: 21. Mai 2021, Capelight Pictures

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