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Veröffentlicht am 26.05.2021 | von Dominik

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KORELESS – Tüftler

Foto-© Daniel Swan

Manch ein Sound-Tüftler läuft schon mal Gefahr sich in seinen klanglichen Experimenten zu verlieren – das könnte einer der Gründe dafür sein, dass der walisische Musiker Lewis Roberts, alias Koreless, nun 10 Jahre nach der Veröffentlichung seiner EP 4D erst sein Debütalbum Agor für den 9. Juli via Young ankündigt. In der Zwischenzeit war er natürlich nicht gänzlich untätig: Es erschien von ihm eine weitere EP (Yugen), er arbeitete mit Sampha und anderen Künstlern im Studio zusammen oder inszenierte mit anderen elektronischen Musikern im Londoner Barbican eine Hommage an Terry Riley, einem Pionier der minimalistischen Musik. Außerdem arbeitete er 18 Monate mit FKA twigs an ihrem Album Magdalene, kuratierte diverse Kunstprojekte wie die audiovisuelle Show The Well mit Emmanuel Biard und fertigte zuletzt Remixe für Perfume Genius und Caribou an.

Der studierte Schiffsmaschinenbauer aus Bangor, im Nordwesten von Wales, begann schon früh an einem alten Desktop-PC mit elektronischer Musik zu experimentieren. Die eher ländliche Gegend seiner Heimat liegt fernab von einer wirklich existierenden Musikszene und ist noch viel weiter vom musikalischen Schmelztiegel London entfernt. Roberts war also auf sich alleine gestellt, was am Ende dazu führte, dass er einen außergewöhnlichen Sound kreierte, den man so noch nie gehört hatte. Nicht nur deshalb klingt sein Album Agor (walisisch für offen) anders als alles andere, was man in diesem Jahr noch hören wird. Koreless hat eine einzigartige Signatur in seinem Sound, die seine Musik so besonders macht. Dabei ist sein musikalischer Kosmos so offen, wie es der Albumtitel vermuten lässt und schwebt in seiner Komplexität zwischen Riley, Stockhausen und zeitlosen Minimal-Techno.

Koreless ist ein Besessener, der jede Woche 15 Stunden pro Tag im Studio arbeitet. Warum das Album dennoch so lange gebraucht hat, liegt an seiner Arbeitsweise: Roberts ist ein Perfektionist, der jedes Sample, wenn es sein muss, auch 500x bearbeitet. “Some of the plug-ins I was using weren’t designed for soft synths, they were actually audio repair tools. Podcasters use them to take ‘pops’ out of their audio but if you use that tool 500 times on the same sample you end up with nothing left bar a little glimmer of sound…with methods like this, there was an accidental way of finding my way through the record.” – Da kann schon mal ein Jahrzehnt ins Land ziehen.

Mit der heutigen Ankündigung seines Debütalbums veröffentlicht Koreless auch den nächsten Vorboten daraus: Joy Squad!

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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