Interviews

Veröffentlicht am 26.08.2021 | von Emely Triebwasser

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DRANGSAL – Exit ohne Limits

Foto-© Pia Henkel

Sich von bekannten Mustern lösen, Normen hinterfragen, Ausbrechen. In einer noch immer von klaren Strukturen geprägten Gesellschaft weiß man oft nicht wie das gehen soll – doch Drangsal bringt mit seinem dritten Album Exit Strategy dieser Tage den perfekten Fluchtplan. Neu und doch vertraut kommt das neue Album des gebürtigen Pfälzers daher, eine Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, gepaart mit neuen musikalischen Ansätzen. Drangsal aka Max Gruber wächst nochmal über sich selbst hinaus und scheint dieses Mal wirklich keine Limits zu kennen, alles ist lauter, bunter und wagemutiger als wir es bisher eh schon von dem Künstler kannten. In unserem Interview haben wir mit Max über das neue Album, das Finden der eigenen Identät und das Ende der Drangsal Ära geredet, außerdem erzählt Max warum er eigentlich keine Musikvideos für Exit Strategy drehen wollte.

Hey Max, wie gehts dir heute und wir waren die letzten Monate für dich?
Heute geht’s mir okay, ich fühl mich etwas mittelmäßig, ich würde mir die Note 3+ geben!
Die letzten Monate waren schön und anstrengend zugleich, es war einfach viel los, was gut ist, manchmal kriege ich leider so einen Stress Tinnitus, aber eigentlich mag ich es viel zu tun zu haben. Viele schöne Sachen sind passiert, aber auch so was wie Beerdigungen, nach denen ich dann aber direkt ein Konzert gespielt habe, das war a lot.

Bald erscheint dein drittes Album Exit Strategy, auch dein Albumprozess hat wie der vieler anderer zu einem Großteil während der Pandemie stattgefunden, wie hat das die Aufnahmen und deine Kreativität beeinflusst?
Überhaupt nicht! Ich habe ein Studio gewählt, das fünf Minuten Fußweg von meiner damaligen Wohnung entfernt war und als dann der harte Lockdown kam, konnte ich genauso weiter arbeiten wie vorher auch. Wir sind die meiste Zeit zu zweit oder zu dritt im Studio gewesen, ich in dem einen Raum, Patrik in dem anderen, das war fantastisch. Es war so schön, was zu tun zu haben oder zu wissen, dass man etwas zu tun hat, das war geil. Es ist einfach ein Privileg, wenn man so einen Zweck hat, während alle anderen zu Hause sitzen und nicht arbeiten können oder dürfen und überhaupt nicht wirken können. Aber wirklich beeinflusst hat es nichts, es hat sich nicht viel geändert. Ich bin froh, dass ich nicht geplant hab, diese Platte in Spanien aufzunehmen oder so, das hätte mir das Genick gebrochen. Bei mir thront die Gemütlichkeit immer über allem.

Exit Strategy ist ja definitiv rockiger und mutiger als die bisherigen Alben.
Ich glaube, da würden dir einige Leute widersprechen, mutig könnte man es nennen, die meisten Leute würden aber wahrscheinlich das Erste auf ‘ne Art als das Rockigste empfinden.

Okay, verstehe! Aber generell veränderst du deinen Stil bei jedem Album ein Stück, bleibst dir aber trotzdem im Kern treu, sodass dieses Album jetzt auch immer noch sehr Drangsal ist.
Ja, ich finde auch, dass es the most Drangsal Record ist! Aber das finde ich, glaube ich immer, man findet immer das Letzte, was man gemacht hat am authentischsten.

Wie würdest du denn deine musikalische Entwicklung seit Zores beschreiben?
Ich glaube, mein Fokus hat sich ein bisschen verrückt, ich wollte einfach Songs schreiben, die auch verständlich formuliert sind. Ich wollte das aussieben, was meiner Meinung nach in der Musik eitel war, das, was unnötig war und die Songs auf das reduzieren, was irgendwie nötig ist. Es ist immer noch fürchterlich überladen an manchen Stellen, aber gerade Arrangement-technisch war es mir wichtig, simple und verständliche Songs zu schreiben, ohne zu sehr Eigenheit einzubüßen und ohne zu viele Kompromisse einzugehen. Ich glaube, in meiner musikalischen Entwicklung hat sich gar nicht so viel getan, ich wollte auch einfach endlich mal Songs, die live viel spaß machen, sowohl zu spielen als auch zu hören.

YouTube video

 

Das hört man aber auch! Also, dass es Livesongs sind.
Schlechtes Timing ne? (Lacht)

Du hast irgendwann mal in einem Interview gesagt, dass dein Podcast Mit Verachtung, den du ja zusammen mit Casper machst, eine Art Sprungbrett war, beziehungsweise, dass dich seit dem viel mehr Leute auf der Straße ansprechen. Stört dich das manchmal und wäre es dir lieber gewesen, wenn Leute auf dem klassischen Weg zu deiner Musik gefunden hätten?
Wie die Leute von der Musik erfahren, ist mir völlig egal! Wenn man da selber so ein internes Ranking hat, ist das doch total blöd, weil man damit wieder an einen Punkt kommt, an dem man extrem wertend gegenüber der Art und Weise ist, wie Leute Musik konsumieren. “Es ist nur ok, wenn du es erfahren hast, weil du eh schon cool warst”, das ist doch doof. Ich hab mir schon völlig random Shirts von Bands gekauft und dann die Mucke erst gehört, who gives a shit? Solang die Leute es irgendwann finden und es dann gut finden, wenn sie es gut finde, bin ich total happy damit. Ob das jetzt über den Podcast funktioniert oder über Empfehlungen oder über Spotify Radio ist mir wirklich total gleich, I don’t care.

Dein Album handelt unter anderem von Identität und davon, die Eigene zu finden. Nach außen wirkst du, wie ich finde, oft sehr gefestigt, was das angeht.
Das hab ich heute schon mal gehört!

Ja?
Mhm! Das freut mich, wenn ich den Eindruck vermittle. (lacht)

Wie hast du “dich selbst gefunden” und wie war dein Weg dort hin?
Ich hab mich selbst eher verloren, glaube ich. Ich finde, dass Selbstbewusstsein bedeutet sich seiner selbst bewusst zu sei, wie man nach außen hin wahrgenommen wird, wie man sich selber wahrnimmt und dann eventuell auch dort eine Diskrepanz entdeckt. Dann muss man sich natürlich auf fragen, wer man überhaupt ist. “Bin ich die Wahrnehmung von dir oder bin ich die Wahrnehmung von mir, oder bin ich irgendwas in der Mitte? Oder deckt sich das vielleicht sogar und wenn nicht, warum? Und soll es sich überhaupt decken?” Ich hab nicht das Gefühl, dass ich weiß, wer ich bin und irgendeine dieser Fragen beantworten zu können, deswegen glaub ich nicht, dass ich zu mir selbst gefunden hab. Ich dachte, dass das so wäre. Ich werde nächste Woche 28, als ich 18 war, dachte ich, dass diese Sachen in 10 Jahren längst geklärt sind, aber jetzt merke ich gerade, dass das so ein ongoing thing ist, was nicht einfach irgendwann ein Ende hat. Aber gut, dass ich nach außen hin so wirke. (lacht)

Ne, selbst gefunden hört sich auch immer ein bisschen doof an, es ist ja eigentlich genau wie du sagst, es wird wahrscheinlich nie einen Punkt geben, an dem man “angekommen” ist.
Ich mache, was ich mache gerne und deshalb tue ich’s mit ‘ner Selbstverständlichkeit, die, glaube ich, selbstbewusst wirkt. Ich empfinde aber nicht als mutig, wie ich mich präsentiere. Wenn es dazu führt, dass Leute es für selbstverständlich nehmen, sich so zu kleiden oder so zu geben, wie sie sich gerne kleiden oder geben wollen, dann finde ich es klasse, wenn das der Nebeneffekt ist. Aber um ehrlich zu sein, ist das nicht das, was ich offensiv propagieren möchte, weil ich einfach das, was ich mache, nicht als besonders mutig empfinde. Ich empfinde sich die Fingernägel zu lackieren, Schuhe mit Absätzen zu tragen oder sich zu verkleiden, so wie ich’s auf der Bühne machen nicht als besonders mutig, ich mach’s einfach, weil es mir spaß macht und so sollte es, glaube ich auch sein.

Ich glaube, das ist dann aber genau die Selbstsicherheit, die ich meinte, dass es halt nicht nach Mut aussieht, sondern, dass das halt einfach du bist und es total selbstverständlich wirkt.
Genau, und was mich dann fuchst, ist, dass ich auch finde, dass es selbstverständlich sein sollte und halt so selbstverständlich, dass es halt einfach egal ist. Ich will mir ja auch keine Komplimente dafür abholen. Ich habe bei dem Mädchen sind die schönsten Jungs-Video auch die Kritik “Findest du das jetzt mutig, dass du hier mit den Schuhen rumläufst?”, bekommen. Nö. Ich finde es sieht geil aus, that’s all.

Dir wird oder wurde ja lange nachgesagt, ein sehr zynischer und streitsüchtiger Mensch zu sein.
Ich bin schon zynisch, würde ich sagen. Naja, zynisch ist vielleicht das falsche Wort, “Arschloch” trifft’s vielleicht besser. (lacht)

Ist dein Albumcover eine Anspielung auf die Auseinandersetzung mit dem Thema?
Ja! Auf all diese Selbstbewusstsein vs. Außenwahrnehmung Themen. Hinten auf der Platte guckt der Teufel in den Spiegel und sieht mich!

Ahh it’s a twist!
It’s a twist! Plot twist! No one will ever know, unless you buy the record! (lacht)

Du hast mal gesagt, dass dein Traum im Bezug auf Drangsal ist, dass es irgendwann mal vorbei ist. Siehst du das immer noch so und ist das Ende dieser Zeit schon in Sicht?
Ja! Warum wollen Menschen immer, dass alles für immer hält? Versteh ich nicht. Ich liebe Brüche, klare Kanten, Start Stop, Anfang Ende. Super!

Ich finde es nur so spannend, weil das glaube ich tatsächlich wenig Leute von ihrer Musik sagen würden.
Ich sag’s nur jetzt. Ich kann mir nicht vorstellen, mit 50 noch irgendwo zu stehen und von Befindlichkeiten zu singen, die ich mit 28 vielleicht hatte oder so. Aber who the fuck knows? Zum Beispiel glaub ich nicht, dass Dirk von Lowtzow, als er Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein geschrieben hat, gedacht hat, dass er das mit fast 50 auch noch singt (lacht). Jetzt ist es halt ironisch auf ne Art. Ich würde das gerne so lange machen dürfen, und ich empfinde das ja als unfassbares Privileg, wie ich Bock habe. Wenn ich keine Lust mehr habe, hör ich auf und solange ich noch Lust habe, freue ich mich, wenn ich es darf!

Ist glaube ich aber auch gut, weil ich finde, dass man es hört, wenn Leute Musik machen, obwohl sie eigentlich keinen Bock mehr haben. Vor allem auf der Bühne.
Ich hab tierisch Bock zu spielen, tierisch Bock! I can’t fucking wait!

Weder auf Harieschaim, noch auf Zores, noch auf Exit Strategy hast du Features mit anderen Künstler*innen, entscheidest du dich bewusst dagegen oder ergibt es sich einfach nicht?
Für was? Ich hab das Gefühl, dass das vor allem ein Ding ist, was junge Hörer:innen von einer Platte erwarten.

Tatsächlich ja, weil es, glaub ich so oft passiert.
Jetzt! Aber ich kenne kein Misfits oder The Smiths Album auf dem Features drauf sind.

Das ist schon was, was aus der HipHop Szene rüber gerutscht ist, oder?
Auf jeden Fall! Es ist ja nicht so, als hätten nicht superviele Leute geholfen zwischendurch. Man hört Mia Morgan und Ilgen-Nur in den Chören, meine Band hat da gespielt und jemand anderes hat da geholfen. Aber so richtige Features, irgendwie hab ich da keinen Platz für, die Idee gibts dann hin und wieder schon, aber es hat sich einfach nicht ergeben. Aber stimmt, war auf keiner Platte bis jetzt (lacht).

Grundsätzlich scheiße findest du’s ja aber nicht oder? Du bist ja selber oft zu Gast auf Songs von Freund:innen.
Nein, auf keinen Fall! Irgendwie ergibt es sich dann einfach nicht, aber es ist keine bewusste Entscheidung. Nur wenn es Sinn macht und man zusammen was erschafft. Ich hab auf dem Album von Mia, was dann auch irgendwann mal kommt, einen Song mit ihr gemacht und den auch mit ihr arrangiert und Gitarre aufgenommen und drauf gesungen. Aber am Ende hab ich ihn gehört und war so: “Mia, der ist besser ohne mich. Es ist einfach nicht nötig, dass ich da drauf zu hören bin.” Mein Herz ist immer noch in dem Song und ich habe ja auch noch in dem Song gewirkt, aber manchmal braucht’s das einfach nicht. Ich glaube, im Rap ist das auch oft so ein vanity Ding, das nur für „clout“ gemacht wird um sagen zu können „Guck mal, ich habe ein Feature mit xy“. Ich freue mich auch immer wenn mich jemand fragt und ich sage auch meistens ja, wenn ich den/die Künstler:innen super finde, egal ob ich im C Teil noch mal was nachsingen soll, oder ob ich was schreiben soll. Aber es muss Sinn machen und bei mir denke ich dann auch immer ans live performen, dann muss ich da wieder gucken, wie ich’s mache. Deshalb hatte ich keinen Bedarf irgendwie.

Auch wenn andere Musiker:innen, außer in den Chören, nicht direkt auf den Tracks selbst zu finden sind, hast du viel Input von befreundeten Künstler:innen bekommen. Fällt es dir leicht, Kritik anzunehmen und umzusetzen?
Es ist einfacher geworden. Außenperspektiven sind ganz wichtig, weil man selber halt immer total verkopft ist, egal was man macht und den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Das finde ich schon wichtig, aber ich kann auch gut Nein sagen. Es gibt Songs, die finden Leute, auf deren Meinung ich total viel gebe, total scheiße und das ist fine. Man verlernt immer ein bisschen dieses „agree to disagree“, davon bin ich aber ein riesiger Fan. Mir fällt es auf jeden Fall leichter Feedback anzunehmen, aber es hat auch Grenzen, weil es eine Vorstellung gibt, die ich von meiner Musik habe, die am Ende auch über allem steht. Wo ich mir dann auch nicht reinreden lasse, auch wenn es vielleicht gut gemeint ist. Vielleicht möchte ein Casper was anderes von meinem Song, als ich von meinem Song möchte. Da geht es mir dann auch weniger um an Zahlen messbaren Erfolg, als um die eigene Genugtuung, mich selbst künstlerisch zu verwirklichen.

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Unter dem Video zu Urlaub von mir findet man mal wieder einen Kommentar, der sagt, dass sich der Song sehr nach den Ärzten anhört. Kommt dir das mittlerweile zu den Ohren raus, nachdem das ja auch bei Turmbau zu Babel ein Riesen Thema war, oder legst du’s mittlerweile auch etwas drauf an?
(Schnarcht) Ja! Aber das ist auch nicht schlimm. Ich finde es nicht schlimm, referenzielle Musik zu machen und es ist auch okay, sich der Vergangenheit zu bedienen oder erinnert zu fühlen. Viele Menschen empfinden diesen fürchterlichen Drang, Dinge zu kategorisieren, vergleichen und in den Kontext zu setzen. Und das geht eben nur, indem man es vergleicht und in den Kontext setzt. Ich sehe den Vergleich auch, ich habe den nie abgestritten, aber ich bin einfach kein riesiger Ärzte Fan. Ich sitze jetzt nicht den ganzen Tag zu Hause und höre Ärzte. Die Musik kommt raus, wie sie rauskommt und ich bin jetzt auch nicht auf der Suche nach irgendwelchen Erklärungen. Ich glaube, wenn man das so liest, wie ich es gerade gesagt habe, würde man denken, ich wäre total pissig (lacht). Bin ich aber gar nicht! Ich finde das ja einen schönen Vergleich, ich empfinde das sogar als Kompliment, aber was soll ich sagen, ich bin einfach kein riesiger Ärzte Fan. Ich liebe total viele Farin Urlaub und Ärzte Songs, aber ich bin nicht so drin wie bei anderen Bands zum Beispiel.

Ja, man muss ja auch nicht alles nur megageil finden. Nur weil man einige Sachen gut findet, heißt es ja nicht, dass man den ganzen Tag zu Hause sitzt und nur das hört.
Voll! Die Musik, die ich höre, klingt nicht so wie die Musik, die ich mache und ich glaube, das geht vielen Künstler:innen so.

Für das Album hast du mit dem Produzenten Patrik Majer zusammengearbeitet, der schon mit Ikonen wie Wir sind Helden gearbeitet hat, was konntest du von der Zusammenarbeit mit ihm lernen?
Anders als mit Markus Ganter, andere Gangart, andere Art der Arbeit. Patrik ist sehr geradlinig, es wird einfach gearbeitet. Ich komme, mache meinen Kram und fertig. Wir waren halt auf eine Art Mitarbeiter, wir haben zusammen gearbeitet, wir waren Geschäftspartner, wir sind nicht wie Markus und ich aus einer Freundschaft heraus in das Projekt, sondern es war ganz klar, dass das eine zweckgebundene Zusammenarbeit ist. Natürlich haben wir uns gut miteinander verstanden, aber es war für mich eine sehr geradlinige, projektbasierte Arbeit und das war auch gesund. Wenn wir im Studio waren, wurde die Zeit auch nicht vergeudet, sondern dann wurde wirklich was für die Platte gemacht. Und gerade die Zeit, als ich dann noch mal in der Schweiz war, bei ihm, um das Album zu mischen, empfand ich als sehr schön. Wir haben da was Schönes zusammen gemacht. Patrik ist Perfektionist, vor allem das liebe ich sehr. Ich bin auch ein krasser Perfektionist, aber selbst wo ich nachlässig werde, macht er weiter. Das brauche ich auch, weil die Musik sehr exakt und sehr konstruiert ist, wenn da nicht jemand dransitzen würde, der alles genau da sehen will, wo es hingehört, dann bräuchte man es auch nicht zu machen. Das ist Patrik, deshalb hab ich das auch mit ihm gemacht.

Er hat ja wahrscheinlich durch die deutschen Künstler:innen, mit denen er schon gearbeitet hat, eine andere Sichtweise auf deutsche Musik, als Markus das vielleicht hat.
Ich halt Markus immer noch für einen der allerbesten Produzenten in Deutschland!

Ja, auf jeden Fall! Das sollte auf gar keinen Fall so klingen, als würde ich ihm das absprechen!
Ne ne! Aber Patrick ist älter und jeder Mensch hat eine andere Art zu arbeiten, das fängt schon an bei der Technik, die benutzt wird. Es war einfach klar, dass jetzt auch was anderes passieren muss, dass ich nicht noch eine Platte mit Markus mache. Ich würde jederzeit wieder mit Markus arbeiten, aber wenn man jetzt auf ein Drangsal Konzert kommt, sehen und spüren alle, dass wir anders als vorher spielen. Weil ich nicht will, dass man immer nur dasselbe macht, dann wird mir langweilig und ich hasse Langeweile. Es muss einfach alles immer anders sein. Damit man auch selbst immer am Ball bleibt, das ist ganz wichtig. Dafür muss man die Umstände immer wieder ändern, in denen man arbeitet, ich bin an mich selber gekettet, aber eine/n Produzent:in findet man ganz schnell. Das hilft dann das Ganze irgendwie interessant zu halten.

Das Video zu Urlaub von mir und auch das morgen erscheinende Video zu Exit Strategy sind super abstrakt und quasi das komplette Gegenteil zum Eine Geschichte & Und Du? – Vol.II Video.
Ich hasse Musikvideos, die ‘ne Story haben.

Dann hast du ja bei Zores genau die richtigen Musikvideos gewählt!
Ich hab die ja nicht gemacht! Ich finde es verlangt einem immer so viel ab, wenn man vorgibt, dass man kapieren muss um was es in dem Video geht. Ich habe bis heute keine Ahnung um was es in den Videos geht (lacht). Ich hab die selber so lange nicht mehr gesehen und es interessiert mich auch nicht so richtig. Ich hab so halb ne Idee, um was es geht, es ist ja vieles auch sinnbildlich und ich liebe auch Eyecandy. Ich finde das Urlaub von mir-Video ist das Beste, was ich bisher gemacht hab, weil es einfach gaggig anzusehen ist (lacht). That’s all I want. Bunt und viel. Deshalb hab ich auf der Bühne bunte Anzüge an und lackiere mir die Fingernägel und hab eine pinke Gitarre. Hubba Bubba Musik, das ist, was ich machen will, bunt und schnell und viel und intensiv. Musikvideos sind ja auch einfach ein Artefakt aus der Zeit des Musikfernsehens und jetzt muss man sie halt machen, obwohl sich keiner für Musikvideos von Indie Künstler:innen interessiert. Ich finde, dass es eine schöne Form ist, um sich künstlerisch zu verwirklichen und das, was man mit der Musik geschaffen hat in einen weiteren Aspekt zu bringen, aber es verschlingt unfassbar viel Zeit, Geld und Ressourcen und da muss man sich halt fragen was man raus kriegt. So viele Kids, Leute die noch jünger sind als du und Leute in deinem Alter schauen gar keine Musikvideos mehr.

Ich liebe Musikvideos! Aber ich bin, glaube ich, gerade noch die Generation, die damit aufgewachsen ist.
Same! Ich liebe auch Musikvideos aus den 90ern und ich liebe Musikvideos wie Windowlicker von Aphex Twin, die so Millionen-Budgets hatten, so was finde ich klasse. Ich gucke immer Musikvideos. Aber zum Beispiel Liedrian hatte kein Musikvideo und das fanden die Leute auch okay, glaube ich. Ich will mir oft gar nichts dazu ausdenken, für mich ist Allan Align nicht Jenny Elvers, wenn ich an den Song denke, weißt du? Wenn ich dürfte, würde ich es auch lassen, aber ich darf nicht (lacht). Ich wollte für diese Platte kein Musikvideo machen, aber mein Label war so „How about no?“ (lacht).
Das One Shot-Tanzvideo fehlt mir noch. Ich habe überlegt das bei Schnuckel zu machen, aber ich glaube, ich kann mir das Feedback zu dem Song nicht geben. Ich glaube, der spaltet noch mal sehr, ist aber mein Lieblingssong von der Platte!

Ich find den auch Hammer! Mein Liebling ist, glaub ich, tatsächlich Exit Strategy.
Danke! Der ist so schnell! (Mimt das Gitarrenriff von Exit Strategy)

Da freue ich mich live sehr doll drauf, weil das mit dem Chor glaube ich so ein Hinterland-Ding wird bei dir.
Den spielen wir als Letztes! Wie findest du das?

Finde ich mega!
Ich finde entweder muss es der erste, oder der letzte Song im Set sein!

Ja! Das ist exakt das, was ich gedacht hab, als ich den zum ersten Mal gehört hab.
Finde ich klasse, dass du das auch so siehst! Entweder muss erst ein Intro laufen und auf einmal macht es KLATSCH und Exit Strategy geht los, oder halt als Letzter. Bierdose gegen den Kopf Song halt. Aber es ist so anstrengend, den zu spielen, weil der so unfassbar schnell ist. Wir spielen auf Klick, also wir haben die ganze Zeit das Originaltempo vom Song auf dem Ohr und for fuck‘s sake, let me tell you, der ist SO schnell!

Und das auch noch am Ende vom Konzert, wenn man schon total fertig ist, uff!
Ne, weil dann ist man eingespielt. Am Anfang wär der ein absoluter pain in the ass! Das würde nicht funktionieren. (lacht)

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