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Veröffentlicht am 21.09.2021 | von Dominik

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THABILÉ – Mutterliebe

Foto-© Daniela Meise

Es gibt Sängerinnen, die mit ihrer einnehmenden Stimme so tief im Inneren berühren, denen man an den Lippen hängen muss und die solch eine Kraft in ihrem Gesang transportieren, dass die Glückshormone beim Hören nur so sprudeln – und all das gilt für die Ausnahmesängerin Thabilé! Aufgewachsen ist die 34-jährige im südafrikanischen Johannesburg, mittlerweile lebt sie seit vier Jahren in Stuttgart: „Ich lebe heute in Deutschland, aber ich bin froh, in Südafrika groß geworden zu sein. Diese Wurzeln sind mir ungeheuer wichtig“, sagt sie. Das hört man auch ihrer Musik an, die immer wieder durchsetzt ist von afrikanischen Rhythmen und Gesangslinien. „Meine Songs repräsentieren nicht nur mich selbst, sondern den gesamten afrikanischen Kontinent. Jeder mit afrikanischen Wurzeln, der meine Lieder hört, soll sich darin wiedererkennen.“

Ihre erste Platte Dlamini Echo erschien 2018, da war Thabilé bereits 31 Jahre alt – vergleichsweise spät für ein Debüt. Vorher fehlte es schlichtweg an Zeit, Geld und Möglichkeiten. Doch Thabilé war es ernst, sodass sie festentschlossen daran arbeitete, endlich ein eigenes Album aufzunehmen. Es gelang ihr – und zwar in Eigenregie. Am 29.10. erscheint nun ihre neue EP Look At The Sky – der nächste Schritt auf ihrem Weg zu einer großen Sängerin: „Alle Kunst muss ein Ziel haben“, findet Thabilé, „nicht einfach nur tralala.“ Wenn sie so etwas von sich gibt, wirkt das keineswegs verbissen oder frustriert – im Gegenteil. Ihr offenes Wesen, ihre einnehmende Aura sprühen nur so vor Liebe und Leidenschaft für das, was sie tut. Man spürt, wie sehr ihr die Musik am Herzen liegt, und gerade deshalb möchte sie ihre Lieder stets mit Inhalt füllen. „Es ist mir wichtig, den Leuten etwas mitzugeben. So wie die afrikanische Geschichte von Generation zu Generation weitergegeben wurde – zum Beispiel durch Lieder“, sagt Thabilé. „Aber ein Lied muss Sinn machen, einen Zweck haben. Ansonsten ist es nur Krach.“

Und mit Krach hat ihre Musik beileibe nun mal gar nichts zu tun, fließen in ihren Songs doch nur so Genres wie Jazz, Soul, Gospel, Pop und R’n’B besonnen ineinander – und da ist Thabilés stimmliche Präsenz, die mit ihrer Vielfältigkeit und Perfektion fast einschüchternd wirkt, wenn sie nicht gleichzeitig diese umarmende Wärme verströmen würde. Und da ist nicht zuletzt die Tiefe und Sinnhaftigkeit, die Thabilé all ihren Songs angedeihen lässt. „Die EP handelt von Liebe – und zwar in all ihren Facetten“, erklärt Thabilé. „Beziehungen sind manchmal traurig, manchmal lustig, sind frustrierend oder erfüllend und können einem im besten Falle überglücklich machen, im schlimmsten Falle das Herz brechen. Mit dieser EP will ich sämtliche Seiten der Liebe aufzeigen.“

Man nehme nur den Song Play It Back, den Thabilé für ihren Sohn geschrieben hat und der heute bei uns seine Videopremiere feiert: Aus jedem einzelnen Takt kann man ihre bedingungslose Liebe für ihn heraushören, wenn sie sich mit der ausufernden Zärtlichkeit ihrer Stimme sanft in die reduzierten Pianoklänge schmiegt. Es rührt zu Tränen, wie sie sich öffnet, verletzlich macht und ihre unendliche Hingabe für ihn in den dreieinhalb Minuten dieses Songs in aufopfernder Ehrlichkeit verdichtet.

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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