C.K. MCDONELL – THE STRANGER TIMES

Stranger Times

In einer vernagelten, ehemaligen Kirche in Manchester sind die Redaktionsräume der Stranger Times beheimatet, einer Wochenzeitung für Unerklärtes und Unerklärliches. UFOs, Monster und vom Teufel besessene Toiletten gehören hier genauso zum Daily Business, wie der an jedem Montag wiederkehrende Selbstmordversuch von Redakteur Reggie. In exakt so eine routinemässige Suizid-Choreografie stolpert die frisch von ihrem Mann getrennte Hannah Willis bei ihrem Vorstellungsgespräch. Doch hierbei handelt es sich nur um Spitze des Eisberges, denn die gesamte Redaktion entpuppt sich innerhalb kürzester Zeit als einzigartige Ansammlung ausgefallener Charaktere. Allen voran der ständig fluchende und dem Alkohol zugeneigte Chefredakteur Richard Banecroft, dessen investigativem Gespür es zu verdanken ist, dass sich die gesamte Belegschaft auf einmal der Ermittlung eines richtigen Mordfalles wiederfindet.

C.K. McDonell nimmt sich zu Beginn jede Menge Zeit die einzelnen Charaktere und ihre Beziehung zueinander vorzustellen – vielleicht sogar ein wenig zu viel Zeit, denn es dauert ein wenig bis die Story um den Mord in Schwung kommt. Den Protagonisten dämmert nämlich erst nach der Hälfte des Buches, dass sie es hier tatsächlich mit einer  übernatürlichen Bedrohung zu tun haben. Ab diesem Zeitpunkt zieht der Spannungsbogen jedoch deutlich an und der Thriller-Part gewinnt deutlich an Bedeutung. Bis dahin setzt der Roman um die Stranger Times Mitarbeiter vor allem auf jede Menge Situationskomik, schwarzen Humor und die liebenswert-schrullige Art aller Charaktere – ja, sogar den Bösewichten. Immer wieder fühlt man sich an die Blood and Ice Cream Trilogy von Simon Pegg und Edgar Wright erinnert, hier und da blitzen Robert Rankin oder Terry Pratchett auf. Kurzum: Fans englischen Humors und kurioser Situationen kommen hier auf voll auf ihre Kosten!

Mit seiner unkonventionellen Mischung aus Urban Fantasy, Running Gags und aussergewöhnlichen Charakteren ist der Auftakt um die Stranger Times ein  großartiger Spaß und echter Pageturner geworden. Die Charaktere wachsen einem direkt ans Herz und die Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen ist nach dem Lesegenuss groß. Lange muss man übrigens nicht auf den nächsten Fall warten,  denn die Abenteuer um die übersinnlichen Reporter wurden direkt als Trilogie angelegt und warten sogar mit einem offenen Ende auf.

C.K. McDonell – The Stranger Times
VÖ: 30.09. 2021, Eichborn Verlag
Hardcover, 464 Seiten
ISBN 978-3-8479-0090-0

Fred

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.

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