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Veröffentlicht am 10.01.2022 | von Dominik

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KAE TEMPEST – kurvige Linien

Foto-© Wolfgang Tillmans

Kae Tempest hat sich über die letzten Jahre als eine der künstlerischen Stimmen dieser Zeit etabliert – in Form der Veröffentlichung von vier Studioalben, einem Roman, einem Sachbuch, drei Theaterstücken und fünf Gedichtsammlungen. Nachdem ihr letztes Theaterstück Paradise 2021 am National Theatre in London wieder mit Lobeshymnen überschüttet wurde, kehrt Tempest nun wieder zurück zur Musik! Am 8. April erscheint ihr neues, von Dan Carey (black midi) produziertes Album The Line Is A Curve, für das Kae einen spannenden neuen Weg einschlug: Tempest beschloss, an einem Studiotag je drei Gesangsaufnahmen in Anwesenheit dreier Generationen von Menschen zu machen: „Einem 78-jährigen Mann, den ich noch nie getroffen hatte, einer 29-jährigen Frau, der Dichterin Bridget Minamore, die eine gute Freundin von mir ist, und dann drei jungen Fans im Alter von 12, 15 und 16 Jahren, die auf einen Social-Media-Post geantwortet hatten.“ Außerdem sollte das neue Album ein „kommunizierendes“ Album werden, weshalb darauf auch Gäste in Form von Grian Chatten von Fontaines DC, Lianne La Havas, ássia, Confucius MC und Kevin Abstract von BROCKHAMPTON zu hören sein werden. Letzterer ist auf der heute erschienenen ersten Single More Pressure zu hören – die Zusammenarbeit entstand als die Band Kontakt mit Tempest aufnahm, um sich für die Inspiration zu bedanken, nachdem Produzenten-Ikone Rick Rubin dem amerikanischen Hip-Hop-Kollektiv das letzte Tempest Album The Book of Traps and Sessions in seinem Studio vorgespielt hatte.

„Auf The Line Is A Curve geht es ums Loslassen. Das Loslassen von Scham, Angst und Isolation und sich stattdessen der Kapitulation hinzugeben. Die zyklische Natur der Zeit, des Wachstums und der Liebe zu akzeptieren. Dieses Loslassen ist hoffentlich auf der gesamten Platte zu spüren. In der Musikalität, der Instrumentierung, in Text, Ausdruck und Covergestaltung. In der Art und Weise, wie es endet, wo es beginnt, und beginnt, wo es endet. Während meines gesamten kreativen Lebens habe ich mich nach dem Rampenlicht gesehnt und mich darin hoffnungslos unwohl gefühlt. Bei den letzten Platten wollte ich komplett von den Albumcovern, aus den Videos und den vordergründigen Aspekten dieser Industrie verschwinden. Vieles davon hatte mit meiner Scham zu tun, aber ich verbarg sie hinter dem aufrichtigen Wunsch, dass meine Arbeit für sich selbst spricht, ohne dass ich im Vordergrund stehe und das, was sich für mich so einzigartig und heilig anfühlt, zur Ware mache. Manchmal ärgerte ich mich darüber, dass ich mich selbst präsentieren musste, um meine Arbeit zu präsentieren. Aber dieses Mal verstehe ich es anders. Ich möchte, dass die Leute sich von mir, der Person, die diese Platte gemacht hat, willkommen geheißen fühlen, und ich habe einige meiner leichteren Bedenken fallen gelassen. Ich fühle mich gefestigter in dem, was ich zu tun versuche, wer ich als Künstlerin und als Mensch bin und was ich zu bieten habe. Ich empfinde weniger Scham, weil ich mich nicht mehr vor der Welt verstecke. Ich wollte mein Gesicht zeigen, und mein Traum war, dass es Wolfgang Tillmans sein würde, der das Porträt macht“, sagt Tempest selbst über das neue Album und das Album-Artwork von Wolfgang Tillmans.

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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