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Veröffentlicht am 28.07.2022 | von Elias Ott

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JACK WHITE – Entering Heaven Alive


Foto-© David James Swanson

I hate to think about it
So it helps to shout it
And if you could help me out
It would mean so much for my peace of mind
And her heart is careworn
And еver since I was a newborn
I pushеd aside this worry for the sake of my life

(Jack White – If I Die Tomorrow)

Was immer man von künstlich aufgeteilten Albumreleases halten mag – wenn ein vielgerühmter und vielbeschäftigter Jack White ankündigt, in einem Jahr gleich zwei Soloalben zu veröffentlichen, steigen Vorfreude und Erwartungen. Und das gilt auch dann, wenn es sich bei den beiden Alben streng genommen um ein Zwillingspaar aus laut & leise, elektrisch & akustisch handelt, für das früher einmal vielleicht ein schnödes Doppelalbum (2 CDs! Im Double Jewel Case!) gereicht hätte. Schließlich wurden Entering Heaven Alive und das im April erschienene Fear Of The Dawn zeitgleich aufgenommen. Aber was soll’s: White selbst hält sich an das angekündigte Yin&Yang-Schema ohnehin nicht allzu streng, wie einige Songs, die auch dem Vorgänger gut zu Gesicht gestanden hätten, zeigen. Stattdessen gilt nach der ersten Freude über die Fülle an neuem Material die altbekannte Frage: Hätte die Auswahl der stärksten Songs denn nicht etwas strikter ausfallen können?

Spoiler: Hätte sie, leider. Denn da sind Songs wie I’ve Got You Surrounded (With My Love) und Madman in Manhattan, die zum musikalisch Spannendsten gehören, was Entering Heaven Alive zu bieten hat. Ergießen sich in ersterem sparsame Jazz-Klavierchords über einen lauernden Beat, während Whites E-Gitarre der Gesangsmelodie zur Seite steht, verleiht in letzterem ein prominenter E-Bass dem Song einen zurückhaltenden Groove. Daneben finden sich neben spröden Erinnerungen an Elliott Smith (All Along the Way), die gekonnt in einen bohrenden Dub-Part übergehen, und Reminiszenzen an das eklektische Stripes-Album Get Behind Me Satan in Queen of the Bees aber auch eine Reihe von Tracks, die trotz ausgetüftelter Arrangements in Whitescher Manier bloß vorüberziehen. Dabei gilt eigentlich seit dem Solodebüt Blunderbuss (2012), dass auch Wurlitzer-Soli und Synthesizer-Einsprengsel nicht vor einem Dahinplätschern in Dur bewahren.

Im Gegensatz zum unbändigen Gitarrenrock, der Whites beißende Gesangsfetzen in einer Orgie aus jaulender Zerre und prügelnden Drums untergehen lässt, lassen die zurückgenommenen Arrangements von Entering Heaven Alive umso mehr auf die Lyrics horchen. Einmal mehr spielt White hier seine Stärken aus, Altbekanntes mit neuen Ausflügen zu kombinieren: In den bewusst naiven Zeilen von Help Me Along hallt die Unschuld eines We’re Going To Be Friends (2002) nach, während If I Die Tomorrow ein ungewohnt persönliches Eingeständnis der Furcht ist, durch einen frühzeitigen Tod eine einsame Mutter zu hinterlassen. Bei Texten wie „And I got a sailboat with her name painted on it / But I don’t know how to sail“ (Love is Selfish) wünscht man sich allerdings, Whites fulminante Liveband möge ihm diese Kalendersprüche in einem Donnerwetter um die Ohren jagen. Aber gut, wen eine Seven Nations Army schon nicht zurückhalten konnte, dem kann man auch mit 47 Jahren noch ein fades „And now I know for sure / I don’t need nobody’s help now anymore“ (A Tip from You to Me) verzeihen, solange der Sound stimmt.

Wer nicht dem analogen Purismus frönt, kann sich aus den teilweise sehr guten Songs nun immerhin ein eigenes Best-Of in Albumlänge als Fear of Entering Heaven Alive by Dawn zusammenstellen. Die von Fear of the Dawn hinterlassene Frage, wann White für seine überschäumende Energie wieder in klare Formen lenken kann, beantwortet Entering Heaven Alive jedenfalls nur halb: Die Whitesche Experimentierfreude erscheint schlicht zu groß, um sich auch auf der als ruhig und zurückgenommen geltenden Hälfte nicht ordentlich auszutoben. Stattdessen dreht sich das Rätsel, dass White in seiner ein Vierteljahrhundert umspannenden Karriere nach Klatschgeschichten, Zahlenmystizismus und wechselnden Farbcodes aufgibt, nun endgültig ganz um ihn und seine Musik: Wie scharf kann jemand, der seit Jahrzehnten auf so hohem Niveau Musik macht, wieder und wieder an der Schönheit eines De Stijl (2000) vorbeischrammen?

Jack White – Entering Heaven Alive
VÖ: 22. Juli 2022, Third Man Records
www.jackwhiteiii.com
www.facebook.com/jackwhite

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