
Foto-© Wyndham Garnett
Guess I’m smoking cigarettes
Driving around in a red Corvette
Guess I’m singlе in a little black dress
Like somе widow to this big old mess
Guess I’m morally impure
Guess your love is not a cure
Guess I should’ve known better
Guess I’m throwing out that sweater
After all that time went by
All I get is a butterfly
A little picture of a butterfly
Goodbye, goodbye
(Courtney Marie Andrews – Little Picture Of A Butterfly)
Courtney Marie Andrews stammt aus Arizona, heute lebt sie in Nashville/Tennessee. Aber weder Wüstenrock der Marke Calexico noch klassischer Country & Western (trotz dieser dafür prädestinierten glockenhellen Dolly Parton/Tammy Wynette-Stimme) prägen ihren gut abgehangenen Sound, sondern Laurel-Canyon-Folk, Singer-Songwriter-Pop und Westcoast-Rock jener legendären Seventies-Ära. Alles ein bisschen retro, aber auch nicht übertrieben viel davon.
Ihre Musik habe „einen starken Roots-Bezug, soll aber nicht zu traditionell klingen“, sagte die 35-Jährige kürzlich im Interview des deutschen Rolling Stone über die stilistische Ausrichtung des neuen Albums Valentine. Und so hört man neben dem klassischen Americana- und Folkrock-Instrumentarium auch immer wieder pluckernde Drum-Machines und flächige Synth-Klänge wie in Little Picture Of A Butterfly – einer dezent experimentierfreudige, sehr wirkungsvolle Modernisierung des nostalgischen 70er-Jahre-Klangbildes, das heute bei Singer-Songwritern wieder so beliebt ist.
Sie sei schon immer „am kalifornischen Sound interessiert“ gewesen, bekennt Andrews. Und damit meint sie wohl Vorbilder wie Joni Mitchell, Crosby Stills & Nash, Jackson Browne, Tom Petty oder Stevie Nicks von Fleetwood Mac, deren Einflüsse Valentine zu strahlender Leuchtkraft und nobler Eleganz verhelfen. „Es ist ein Album auf der Suche nach Liebe“, so Andrews über die aktuelle 10-Track-Songsammlung, ihre bereits fünfte Platte seit dem Durchbruch mit Honest Life (2016). „Aber Liebe ist, wie sich herausstellt, viel mehr, als ich ihr zugetraut hätte… Ich befand mich in einer der dunkelsten Phasen meines Lebens, und Songs waren die einzige Möglichkeit, damit fertig zu werden.“ Der beherzte Aufbruch zu einer neuen Beziehung ist den Liedern – neben der für diese Musikerin durchaus üblichen Melancholie – deutlich anzumerken.
Aber auch politische Untertöne, die den katastrophalen Zustand ihres Heimatlandes USA reflektieren, sind auf Valentine zu hören. So singt Andrews in Cons And Clowns (also „Betrüger und Clowns“): „It’s a scary world full of cons and clowns/A lot of bad people who will tear you down…“. Und Everyone Wants To Feel Like You Do handelt von einer Person, die glaubt, sich ohne Konsequenzen durch die Welt bewegen zu können: „You’re not sorry for existing/For the mess that you made/For bumping into someone/Likе me, that you hate.“
Dies sei „die Art von Mensch, die in einer Welt lebt, die ausschließlich aus ihren eigenen Machenschaften besteht“, erklärt Courtney Marie Andrews. „Der Mensch, dessen Leben die Energie einer Hauptfigur hat. Der privilegierte Typ, der sich nicht um die Ausgegrenzten kümmert.“ Mit herzlichem Mittelfinger-Gruß an den durchgeknallten Typen im Weißen Haus.
Starke Frau, starke Platte. Kann man demnächst auch bei zwei Live-Terminen in Deutschland erleben – am 8. März in Berlin und am 9. März in Hamburg.

Courtney Marie Andrews – Valentine
VÖ: 16. Januar 2026, Loose Future-Thirty Tigers
www.courtneymarieandrews.com
www.facebook.com/CourtneyMarieAndrews
Courtney Marie Andrews auf Tour:
08.03.2026 Berlin, Lido
09.03.2026 Hamburg, Nochtspeicher

