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2013 spielten die Melancholiker von The National im Rahmen einer Kunstinstallation von Ragnar Kjartansson ihren Song Sorrow 108 Mal in einer sechsstündigen Dauerschleife – nun folgt ihnen die Kieler Band Leoniden, die für das Video zu ihrer neuen Single I Still Feel in einem fast 3-ständigen Musikvideo performten! Doch das allein ist nicht genug.
Ein fast zwei Meter großes Vorhängeschloss und drei verschiedene Handäxte sind die Requisiten einer der hypnostischsten Musikvideoerlebnisse jemals. Was in den über 50 Wiederholungen des Songs passiert, sollte am Stück erlebt werden, damit man es überhaupt glauben kann. Die Grenzen zwischen Musik und Performancekunst verlaufen, wenn Jakob Amr auch nach über zwei Stunden andauerndem Singen und Axtschwingen die Energie findet, zu I Still Feel zu tanzen.
Inhaltlich wird es durchaus philosphisch, es geht um Ewigkeit vs. Endlichkeit, um das Verrinnen der Zeit: „Es ist ja eigentlich nicht zu begreifen, dass das Leben endlich ist“, sagt Jakob, „so ganz habe ich das Konzept immer noch nicht akzeptiert. Trotz meiner Angst vor dem Tod liegt in der Endlichkeit aber auch eine gewisse Schönheit, weil ich meine eigenen Ideen so nicht überleben muss. Insofern hat beides seinen Reiz.“
Der Song wird so zum krassen Gegenentwurf zum herkömmlichen Musikkonsum im Jahr 2026 – und Leoniden beweisen einmal mehr, warum sie zu den maßstabgebenden Bands der letzten zehn Jahre gehören.

