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Veröffentlicht am 23.06.2010 | von Dominik

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Bedroomdisco Loves KRAKÓW LOVES ADANA

You may have cured your personal curse
but for me nothing changes anyway

(Kraków Loves Adana – Iron Heart)

Sein Debütalbum „Beauty“ (= Schönheit) zu nennen, zeugt gleichermaßen von Selbstbewusstsein wie auch von großem Stolz. Nach dem ersten Durchlauf der CD ist allerdings klar – einen passenderen Titel hätten Kraków Loves Adana nicht wählen können. Dabei reden wir hier nicht von oberflächlich schön-polierten Songs, sondern von Song-Perlen, die ihre Schönheit gerade auch aus ihrer rohen Produktion ziehen. Vielleicht kommt daher der häufig erwähnte Vergleich zu The Kills, vielleicht auch einfach weil sich auch hier nur ein Mann und eine Frau zusammengefunden haben – so oder so, ein Song wie „Peripety/Catastrophe“ würde sich auch gut im Set des englisch-amerikanischen Duos machen.

Wer jetzt schon abgeschreckt wegen des Rock-Röhren-Vergleichs dem Album keine Chance gibt, tut diesem wahrlich falsch. Gerade die Variation verschiedener Stile, die sich auf Albumlänge zu einem funktionierenden Ganzen zusammenfinden, ist eine der Stärken von „Beauty“. Songs wie das schon erwähnte „Peripety/Catastrophe“ fügen sich nahtlos ein in eine Reihe mit dem klassisch-anmutenden Piano-Stück „~“ und dem schön atmosphärischen „Red Paperclips„, dem Anfang zum zweiten Teil der CD. Dieser enthält mit „Iron Heart„, „Wolfes„, „Porcelain„, „Slowly Floating Blood“ allesamt Songs, an denen man nicht vorbeikommt, ohne sie ins Herz zu schließen. Das ist Größe, das ist Schönheit – das ist Kraków Loves Adana!

Kraków Loves Adana – Beauty
VÖ: 2. Juli 2010, Snowhite
http://www.myspace.com/krakowlovesadana

Kraków Loves Adana – Porcelain from Snowhite on Vimeo.

Zwei Wochen dauert es noch bis „Beauty“ im Handel erhältlich ist – doch schon heute verlosen wir ein Exemplar der CD, zusammen mit einem Kraków Loves Adana-Beutel! Alles was man dafür tun muss ist uns eine Mail bis zum 2. Juli mit dem Betreff „I love Kraków Loves Adana“ und eurer Postanschrift an info@bedroomdisco.de zu schicken. Wir wünschen viel Glück und schieben gleich noch etwas nach, am Bedroomdisco Loves Kraków Loves Adana-Tag: Wir hatten die Möglichkeit den beiden Musikern hinter dem Projekt ein paar Fragen zu stellen und wollen euch ihre Antworten nicht vorenthalten!

1.) Steckbrief:
Name: Kraków Loves Adana
Bandmitglieder: Deniz Cicek und Robert Heitmann
Gründungsjahr: 2008
Standort: Freiburg
aktuelles Album: BEAUTY

2.) Fragenkatalog:
– Wie habt ihr angefangen Musik zu machen?
In unterschiedlichen Bands als wir etwa 15 oder 16 Jahre alt waren.

– Wie habt ihr euch kennengelernt?
In einer Disko hinter den Musikboxen.

– Ihr wohnt zusammen und verbringt durch die Band sehr viel Zeit gemeinsam – verstärkt das eher die Zusammenarbeit oder schaltet ihr in der „Freizeit“ komplett von der Band ab?
Es ist so, dass es die Zusammenarbeit verstärkt. Wir sind KLA, auch, wenn wir keine Musik machen. Wir teilen unsere Zeit nicht in Musik machen oder nicht Musik machen auf.

− Wie kamt ihr auf den Namen?
Deniz und ich kamen auf die Idee Städtenamen mit einem „loves“ zu verbinden ohne dabei auf der Suche nach einem Bandnamen zu sein. Kraków Loves Adana gefiel uns dann jedoch so gut, dass wir nun unsere Musik damit betiteln.

− Was sind eure musikalischen Einflüsse?
Wir haben sehr viele musikalische Einflüsse. Es bleibt ständig etwas von der Musik anderer Künstler in unseren Köpfen hängen. Zur Zeit hören wir sehr gerne „Congratulations“ von MGMT.

− Anfang Juli erscheint eure Debüt-CD – wie ist sie entstanden und was waren die Schwierigkeiten?
Johann Scheerer ( Phantom/Ghost, La Stampa, 1000 Robota…) hat sich unsere Musik im Internet angehört und uns darauf hin direkt zu sich ins Studio eingeladen, um unser Debüt zu produzieren und aufzunehmen. Schon unsere Demoaufnahmen hatte eine sehr reduzierte Instrumentalisierung und trotzdem eine gewisse Fülle, die wir gerne auf dem Debüt beibehalten wollten. Johann hat das sehr gut umsetzen können. Wir haben uns kürzlich darüber unterhalten, dass man unser Album wohl kaum hätte minimalistischer gestalten können. Trotzdem hat es diese Fülle und einen Klang, den wir haben wollten.

− Wie entwickeln sich eure Songs bzw. wie arbeitet ihr an ihnen?
Es ist ist oft so, dass Deniz mir ein Stück nur auf Gitarre mit Gesang vorspielt.
Das Grundgerüst steht dann schon. Ich versuche es dann sinnvoll mit weiteren Instrumenten und Klängen zu ergänzen. Wobei wir einige Songs auch komplett von Beginn gemeinsam gestalten. Im Studio bringt Johann dann oft sehr gute Ideen ein.

− Was inspiriert euch zu den Texten?
Eigentlich alles. Es ist schwer, da etwas abzugrenzen. Eine gute Zeile kommt einfach oder eben nicht. Man kann da nichts beeinflussen, sondern höchstens die (unterbewussten) Eingebungen in eine gewisse Richtung lenken.

− Eines unserer Lieblingslieder ist „Porcelain“ – könnt ihr uns sagen, worum es darin geht, wie der Song entstand und was die Geschichte dahinter ist?
Es handelt sich hierbei inhaltlich um eine Collage aus mehreren Ereignissen. Um die Seltsamkeit der Kunst, der Verehrung des Künstlers an sich und spiegelbildlich dazu um zwischenmenschliche Beziehungen und die Verehrung seines Gegenüber. Wie Morissey schon sagte: „To me you are a work of art“.

− Was haltet ihr von den The Kills-Vergleichen, die häufig auftauchen?
Da The Kills sehr gute Musiker sind, sehen wir die Vergleiche als ein Kompliment.
Wobei die meisten Leute wahrscheinlich nur die Tatsache, dass wir auch eine Frau und ein Mann sind benutzen, um diesen Vergleich aufzustellen.

− Habt ihr euch der Musik als Lebensweg verschrieben oder habt ihr noch andere Interessen/Standbeine?
Die Musik nimmt einen sehr hohen Rang ein. Es gibt natürlich auch andere Sachen, die wir lieben. Aber die gehören letztendlich alle zusammen, wir fotografieren beispielsweise auch sehr gerne.

− Welche Schwierigkeiten seht ihr für kleine Bands in Deutschland?
Die größte Schwierigkeit ist, auf sich aufmerksam zu machen. Es ist nicht leicht, einem großem Publikum die Musik, die man macht, auf Anhieb zugänglich zu machen. Ein Label oder jemanden zu haben, der sich sehr gut um einen kümmert, ist in Deutschland fast unerlässlich und für eine kleine Band sehr schwer zu finden.

− Kann man als kleine deutsche Band „nur“ von der Musik leben? Wie?
Das ist eine interessante Frage. Eigentlich würde ich die Frage mit einem „Nein“ beantwortet. Wenn ich jetzt aber z.B. an Gisbert zu Knyphausen denke, komme ich da ins grübeln. Ich glaube schon, dass er mittlerweile davon leben kann. Aber vielleicht ist er auch keine kleine Band mehr. Oder doch? Hm.

− Wie kamt ihr in Kontakt zum Snowhite-Label, was macht es eurer Meinung nach aus?
Als wir das Album fertig aufgenommen hatten, war klar, dass wir die Vinyl-Version über Clouds Hill Ltd. veröffentlichen würden. Da Clouds Hill Ltd. jedoch nur Vinyl veröffentlichen, bat uns Johann darum, nach einem Label zu schauen, dass uns gefällt und bei dem wir unsere CD gerne veröffentlichen wollten. Als wir uns dann das aktuelle Rooster von Snowhite angeschauen haben (Zoot Woman, The Sounds, Eight Legs, etc.) wollten wir da hin. Wir haben Snowhite dann unser Album geschickt, die fanden es alle super und wir waren total glücklich! Das tolle an diesem Label ist, dass da sehr nette und engagierte Leute sitzen, die wissen, was zu tun ist und Erfahrung haben. Außerdem ist der persönliche Kontakt ganz wunderbar.

− Was ist gerade eure Beschäftigung?
Wir warten auf BEAUTY und dass die Super 8 -Filme auf denen unser erstes Musikvideo gefilmt wurde schnell entwickelt werden!

− Das haben wir 2009 gelernt?
Dass leider nicht immer nur die Musik im Mittelpunkt steht.

− Eure weiteren Pläne fur 2010?
Unsere Konzerte im September.

− Wie würde eure persönliche „Bedroomdisco“ aussehen?
Gute Frage!

− Wer hat den Fragenkatalog ausgefüllt?
Deniz und Robert

Demnächst sind Kraków Loves Adana auch live unterwegs – in Frankfurt in der Brotfabrik werden sie am 7. September ihre Songs darbieten, präsentiert von bedroomdisco.de!

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