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Veröffentlicht am 17.07.2010 | von Lisa

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LISSIE – Catching a Tiger

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The wind sighs button up now
Don’t look behind, keep your vows
Let the moon cry and the bricks to crumble down
I wont be found, I won’t be found, I won’t be found, I won’t be found out

(Lissie – Look Away)

Sieht man zuerst nur das Bild der amerikanischen Country-/Folkhoffnung Lissie, beschleicht einen die Befürchtung, es handele sich hierbei bloß um das nächste blonde, sommersprossige Calvin Klein-Model, das meint, es müsse seine Gitarre auspacken und ein Album aufnehmen. Man wird jedoch schnell eines Besseren belehrt.
Die 28-jährige Amerikanerin erregte schon Ende letzten Jahres mit ihrer von Band Of Horses’ Bill Reynolds produzierten EP „Why you runnin’“ Aufsehen in der Folkszene und hat nun im Juni ihr erstes Album herausgebracht. Ein Album, das sich schwer nur einer musikalischen Kategorie zuordnen lässt – mal mit Folk, der so staubtrocken ist wie der Wüstensand ihrer kalifornischen Wahlheimat, dann wieder mit unbeschwerten Countrysongs – Lissie blättert die Seiten ihrer musikalischen Einflüsse von Song zu Song weiter.

Der Opener, „Record Collector“ gehört bereits zu einem der besten Songs des Albums. Etwas plätschernd zu Beginn, steigert er sich dank Lissies außergewöhnlich rhythmischem Gesang in ein dramatisches Finale, und beweist damit gleich zu Beginn, dass Lissies Stimme und Songwriting sich mit kaum jemandem in der aktuellen Folk-Szene vergleichen lassen.
„When I’m Gone“, die zweite Single des Albums dagegen ist ein poppiger Ohrwurm mit Chorverstärktem Refrain.
Je weiter das Album voranschreitet, desto countrylastiger werden die Songs – nach dem vielversprechenden Start schleichen sich hier doch Längen ein – Songs wie „Little Lovin’“ sind arg Nashville-infiziert und scheinen irgendwie nicht zu Lissies Stimme zu passen, die viel mehr Kraft und Bedeutung entwickelt, wenn sie nicht in Verbindung mit Country gebracht wird, sondern sich auf Folk und Blues beschränkt und nicht nur singt, sondern alle Facetten ihrer stimmlichen Möglichkeiten auch ausreizt.
„Worried About“ ist einer der großen Songs des Albums – ein ächzendes staubiges Schlagzeug, Lissies rhythmischer Gesang, der ihre Stimme viel reizvoller scheinen lässt als der countryglatte Gesang. „Look Away“, die zweite Ballade, entwickelt durch die atmosphärische Produktion des Songs eine magische Anziehungskraft, „Oh Mississippi“ führt diese Kraft als Finale weiter, in einer wunderbaren Hymne auf den großen Fluss im Süden der USA.

Für ein Debüt ein beachtliches Album, wenn auch mit einigen Längen in der Mitte – das zweite Album wird entscheiden, ob sich diese Schwächen auswachsen und Lissie sich auf ihre Stärken konzentriert: gefühlvoller und gleichzeitig cooler Folk und Blues.

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Lissie – Catching a Tiger
VÖ: 23. Juni 2010 (Smi Col / Sony Music)
www.lissie.com
www.myspace.com/lissiemusic
httpvh://www.youtube.com/watch?v=6i7jNwv_3oc

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