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Veröffentlicht am 21.08.2010 | von Dorota

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MY SISTER GRENADINE – Subtitles & Paper Planes

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and I was long gone
feeling more like the strangest place
for any other reason
I couldn’t remember her face

(My Sister Grenadine – Pacific)

Anleitung zum Musik hören einer mir unbekannten CD: auspacken, in den CD Player legen, auf Play drücken, überrascht sein!

My Sister Grenadine sind mir nur in sofern bekannt, dass ich sie zufälligerweise auf myspace entdeckt hatte. Noch zufälliger war, dass sie auch noch in unserer Gegend spielten, da blieb es nicht aus, das Gehörte als interessant zu bewerten und den Gig zu posten. Aber was genau sind My Sister Grenadine beziehungsweise was machen die denn da für Musik auf „Subtitles & Paper Planes„?
Legt man CD 1 ein, hört man einen Typen mit Ukulele, der zu seinem Gespiele immer mit Klängen unterschiedlichster Art begleitet wird, sei es ein Glockenspiel, Geklatsche, Hintergrundgesänge, Trompete oder mysteriöse Sounds. Auf jeden Fall gibt es hier nicht die typische Bandbesetzung: Schlagzeug, Bass, Gitarre, vielmehr löst sich die Vorstellung einer „Standard-Band“ in Richtung Akustiktrio. Funktioniert! Reduziertheit und Experimentierfreudigkeit sind wohl die Eigenschaften der ersten CD und ist eine Erholung zum sonst so abgedroschenen, überladenen Radiogedudel. Das ist eher eine Mischung aus experimentellem, Singer-Songwriter-Folk wenn man das überhaupt so einengen darf. Die Musik bedarf nämlich eigentlich keiner Eingrenzung. Hier werden sich alle Freiheiten genommen, die sich ein Künstler nehmen kann. Das erklärt auch den zweiten Teil des Albums: weg mit der Ukulele, her mit der E-Gitarre! Wo der erste Teil noch verspielt war, wird hier auf konstante Rhythmen und Flüssigkeit wert gelegt. Sogar das Wort „ernst“ könnte man benutzen.
Mir persönlich ist die zweite CD viel näher als die Erste, vielleicht wegen den Notwist-vergleichen, die immer wieder aufkommen. Besonders Songs wie „Pacific„, „I Turn Into An Obstacle„, „Hesitate Don’t Hesitate“ und „The Greenhouse“ sind meine absoluten Favoriten, ohne dass ich den ersten Teil des Album geringschätzen möchte!
Ein Doppelalbum in einer solchen Art zu produzieren ist ein absolut intelligenter Schachzug, für die alten aber auch neuen Fans. Ein sehr empfehlenswertes Album, dass Langeweile und Übersättigung nach Hause schickt und dafür eine abwechslungsreiche und spannende Stimmung schafft.

Wer noch mehr über My Sister Grenadine erfahren will: unser Interview findet ihr hier

4von511

My Sister Grenadine – Subtitles & Paper Planes
VÖ: 20. August 2010, Solaris Empire
www.myspace.com/mysistergrenadine

httpv://www.youtube.com/watch?v=KLCvntCpUrY

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