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Veröffentlicht am 6.05.2011 | von Benjamin

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LOVE ADDICTION – Filmkritik

Gib mir den Schlüssel zurück, damit ich einen Ersatzschlüssel machen kann.

(Shige – Love Addiction)

Im mittlerweile elften Jahr schlägt die Nippon Connection ihre Zelte auf dem Campus in Bockenheim auf und hat auch in diesem Jahr einige Perlen des japanischen Kinos im Gepäck. Dass sich das Festival aber auch als Botschafter nicht nur des japanischen Films, sondern auch der Kultur versteht, verrät schon der Weg in den Kinosaal des Festivalzentrum im Studierendenhaus, das zwar schon ein wenig in die Jahre gekommen ist, aber für die Nippon Connection sehr detailverliebt heraus geputzt wird. Im ganzen Gebäude duftet es köstlich nach authentisch japanischen Snacks, zahlreiche Workshops werden angeboten zu verschiedenen japanischen Traditionen und zwischen den Filmen kann man sich die Zeit in der „Spielhölle“ vertreiben. Trotz des Facettenreichen Rahmenprogramms stehen natürlich die Filme im Zentrum des Festivals.

Eine japanische Variante der Vierecksbeziehung zeigt der Film ‚Love Addiction‚. Mit dem kleinen Ensemble aus nur Schauspielern, wie man es aus dem westlichen Kino bereits durch ‚Hautnah‚ kennt, schafft es der Film spielend, die Verwirrung und Verzweiflung der vier Arbeitskollegen darzustellen. Und das, im Gegensatz zm amerikanischen Vorbild, ohne dass sich dabei die Charaktere mit aller Gemeinheit das Leben zur Hölle machen.
Stattdessen wird man mit dem Paar Shige und Yukako bekannt gemacht, die ihre gemeinsame Zeit in Shiges winziger Wohnung verbringen. So kann es natürlich nicht lang dauern bis sich Yukakos Verdacht erhärtet, dass Shige eine Affäre hat. Sie weiß aber nicht, dass es sich dabei um Saeko handelt, die sie täglich in den Pausen auf dem Dach ihrer Firma trifft. Meistens ist dann auch Noboru mit dort, der zwar mit Saeko eine tiefe Freundschaft teilt, ihr aber auch seine Liebe offenbart hat.

Unfähig Shige mit ihrer Ahnung zu konfrontieren, versucht Yukako sich Shiges verhalten zunächst schön zu reden, doch als sie eines Abends auf dem Heimweg den wegen der nicht erwiderten Liebe niedergeschlagenen Noboru trifft und beide sich über ihr Leid austauschen, verbringen sie auch die Nacht miteinander. Wenig später erwischt Yukako Shige und Saeko in flagranti und es kommt zu einem Aufeinandertreffen aller Beteiligten.

Bildlich ist diese Studie schön komponiert, in klaustrophobischen Einstellungen wird die emotionale Situation greifbar und die weichgezeichnete, verklärte Sicht auf die Dinge kontrastiert. Auch die Verwirrung und Ratlosigkeit, die damit verbunden sind, das von außen betrachtetet Offensichtliche, gegen das die Liebessüchtigen sich rational verweigern, bringt Love Addiction gut zur Darstellung. Allerdings kippt alles gelegentlich ins Kitschige und Klischeehafte, sodass man sich etwas mehr Reflexion wünschen würde. Das Leitmotiv des Wohnungsschlüssel, das Symbol des Betrugs und der Kommunikationsunfähigkeit, ist aber gut ausgearbeitet.

Love Addiction / Fuyu no kemono (J 2010)
Regie: Nobuteru Uchida
Darsteller: Megumi Kato, Hiroyuki Sato, Kosuke Takaki, Momoko Maekawa
Deutschlandpremiere auf der Nippon Connection am 29. April 2011

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