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Veröffentlicht am 5.05.2011 | von Fred

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NIPPON CONNECTION – Ein Festivalbericht

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16.000 Besucher. 102 Filme. 5 Tage. Am Sonntag ging die 11. Nippon Connection, das größte japanische Filmfestival außerhalb Japans, zu Ende und Bedroomdisco war für euch vor Ort.

Es war meine erste Nippon Connection und ich war überwältigt von Herzblut und Aufwand, das von den freiwilligen Organisatoren und Helfern in das Festival gesteckt wird. Die Nippon Connection ist vorrangig ein Filmfestival und so standen auch dieses Jahr Kurz- und Langfilme im Mittelpunkt des Geschehens. Den diesjährigen ‚Nippon Cinema Award‘, der zum siebten Mal durch das Publikum vergeben wurde, konnte der Animationsfilm ‚Arrietty‘, die aktuelle Produktion des Ghibli Studios, einsacken. Der Film basiert auf dem Fantasy-Roman ‚Die Borger‘ von Mary Norton aus dem Jahr 1952 und erzählt die Geschichte einer Familie von winzigen Wesen, die sich das Wenige, das sie zum Leben brauchen, von den Menschen leihen. Hiromasa Yonebayashi schafft mit ‚Arrietty‘ eine ökologisch angehauchte Fabel, die vom Kampf ums Leben und der damit verborgenen Hoffnung erzählt. Den zweiten Platz belegte die Komödie ‚Wig‘ von Renpei Tsukamoto und den dritten Platz konnte das moderne Märchen ‚Rinco’s Restaurant‘ von Mai Tominaga holen.
Die restliche filmische Auswahl glänzte durch Diversität: Animationsfilme, Dramen, Komödien, Independentkino, aber auch Trash und Gore Filme waren vertreten. Das Festival wurde mit einer ausverkauften Vorstellung des Filmes ‚Colorful‘ von Keiichi Hara beendet.

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Richtig begeistert hat mich aber das Drumherum des kompletten Festivals. Für 5 Tage wird das Studierendenhaus auf dem Frankfurter Uni Campus einmal komplett umgekrempelt und verwandelt sich in eine japanische Insel. Schon bevor man das Gebäude betritt, wird man von der männlichen japanischen Cheerleader Truppe ‚Gamushara-Oendan‘ empfangen und angefeuert, sich endlich ins Getümmel zu stürzen. Der Lautstärkepegel auf dem Vorplatz steigt und damit auch die Vorfreude. Direkt vor dem Festivalzentrum gibt es auch den ersten japanischen Essensstand, der jedoch nicht der einzige bleibt. Eine Suppenküche nebst Karaokebar wartet im Keller, im ersten Stock gibt es weitere japanische Delikatessen und Sake (Reiswein), sowie Asahi (Bier). Auf der selben Etage findet man auch noch eine Spielhölle, die mit einer Zeitreise von Super Nintendo bis Playstation 3 aufwartet. Natürlich sind alle Konsolen mit den feinsten Titeln japanischer Spieleschmieden befeuert und auch exotisches, wie Tanzmatten oder Original Pachinko (Glücksspiel) Automaten sind vorhanden. Wenn man sich müde gezockt hat, begibt man sich am Besten in den zweiten Stock. Hier kann man bei kostenlosen Massagen entspannen und in der Teelounge einen leckeren Tee genießen, um sich vom Festivaltrubel zu erholen.
Neben all diesen festen Veranstaltungen gab es auch verschieden Workshops, wie Ikebana (Blumenstecken), Origami, Animationsfilme, Kochkurse, Teezeremonie, Shiatsu und Yoga um nur einige zu nennen.

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Die 11. Nippon Connection war für mich ein tolles Festival, dass nicht nur mit einer fantastischen Filmauswahl, sondern auch mit einem außergewöhnlich gut konzipierten Rahmenprogramm begeistern konnte. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr. Sayonara!

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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