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Veröffentlicht am 12.06.2011 | von Laura

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PLANNINGTOROCK – W

You know I am your man
Come on (…)
Uh don´t you be afraid
Come closer
And I don´t mind

(Planningtorock – I Am Your Man)

Hinter dem nach gelungener Dechiffrierung zunächst vielleicht etwas plump anmutenden Namen Planningtorock verbirgt sich die englische Künstlerin Janine Rostron, die mit ‚W‚ nach 6-jähriger Pause ihr zweites Album vorlegt.
 Dass der erste Eindruck täuschen kann, beweisen nicht nur die verspielt-virtuosen Melodien, sondern auch Rostrons subtiles Spiel mit der Konterkarierung normativer Geschlechterrollen. Der Titel ‚W‘, der als „double-you“ gelesen als indirekte Aufforderung an den Hörer verstanden werden könnte, die eigene Identität bzw. deren äußeres Erscheinungsbild unangepasst zu vervielfältigen und sich nicht auf EIN einem spezifischen Rollenmodell entsprechendes Bild festlegen zu lassen, findet seine Umsetzung in der Gestaltung des Album-Artworks: So ziert das Cover die maskierte Künstlerin in Gestalt eines androgynen Hybridwesens, das seine Zuordnung irgendwo zwischen Madonnenhafter Grazie und klingonisch-männlicher Aufmachung (Kinder der 90er Jahre mögen sich vielleicht an ‚Star Trek‚ erinnern) erfährt.

Diese Koketterie mit vorgetäuschter Geschlechtslosigkeit setzt sich mit dem Einsatz des Gesangs fort: Die Klangfarbe ihrer Stimme variiert in einigen Songs so stark zwischen hell und dunkel, dass eine eindeutige Geschlechtszuordnung meist schwierig ist. Insbesondere mit dem zitierten ‚I Am Your Man‚, in dem sie im Gesamtvergleich auffallend weiblich klingt, erzeugt sie auf diese Weise ein interessantes Spannungsverhältnis.
Die geheimnisvoll-hypnotische, bisweilen düster erscheinende Atmosphäre des Albums legt Vergleiche mit Fever Ray, The Knife (mit Karin Dreijer Andersson hat sie, wen wundert es, bereits zusammengearbeitet) und einigen Vertretern des viel gehypten Witch House-Genres nah, ohne jedoch eine eindeutige Kategorisierung zuzulassen. 
Inhaltlich lassen sich – im Gegensatz zum Debütalbum ‚Have It All‚ – nur wenige biografische Bezüge zu der in Berlin lebenden Künstlerin ausmachen; vielmehr scheinen die kryptischen Texte die Grundstimmung des Albums zu transportieren.

Trotz des spannenden konzeptuellen Ansatzes gelingt es dem Album nicht immer, ein kohärentes Gesamtbild zu erzeugen. Während einzelne Songs, wie ‚Manifesto‚ oder die Single ‚The Breaks‚ durch den ungewöhnlichen Einsatz von Streichern und Synthesizern durchaus herausragend sind, lassen andere Songs leider zuweilen etwas an Kontur vermissen. Durch die Heterogenität des Werks und die ständige Verfremdung von Stimme und eingesetzten Instrumenten entsteht eine gewisse Unruhe, die auf Albumlänge durchaus als etwas ermüdend empfunden werden kann.

Planningtorock – W
VÖ: 20. Mai 2011, Cooperative Music
www.myspace.com/planningtorock
http://planningtorockoffical.tumblr.com

httpvh://www.youtube.com/watch?v=0fAJ7nlD3_Y

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