Musik

Veröffentlicht am 29.11.2011 | von Dominik

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DESTROY, MUNICH – Don’t Forget The Birthday Cake

What a day, what a life, what a perfect view
I will never ask for more
we’re the privileged two

(Destroy, Munich – Cerny: Come Closer)

Das Debütalbum an sich ist ja wie eine Art weißes Blatt Papier: unendliche Möglichkeiten, wenig bis kein Erwartungsdruck und doch nur begrenzter Platz, um nachhaltig auf sich aufmerksam machen zu können. Die Devise heißt also lieber Klotzen statt Kleckern – etwas, dass sich ein siebenköpfiges Musikerkollektiv aus dem niederösterreichischen Ort Hollabrun wohl dick und fett auf die Fahne geschrieben hat, denn bei Destroy, Munich wird nicht nur was die Mitgliederzahl angeht ordentlich auf den Putz gehauen, auch der Name zeigt direkt: hier traut sich jemand was, hier gibt es etwas zu entdecken.

Viel zu entdecken gibt es dann auch auf dem Debütalbum ‚Don’t Forget The Birthday Cake‚, nicht umsonst hagelte es schon von verschiedenen Seiten Verweise von Arcade Fire, über Broken Social Scene oder gar Beirut. Richtig, es handelt sich um verspielten Indierock, mit gelegentlichem Folk-Einschlag und ausladender Instrumentierung, samt Streicher-Arrangements und ausgiebigem Chor-Einsatz. Wenn wir wetten müssten, würden wir gar Geld darauf setzten, dass die Band auch auf Modest Mouse steht, blitzen doch auch gerade deren Abwege und Liebe zum Schiefen bzw. Unpassenden (siehe auch ‚Weninger: Whitney Always Knew‚) immer mal wieder in den Stücken von Destroy, Munich durch, um sich dann kurze Zeit später wieder einzureihen, nicht ohne dieses gewisse Etwas hinterlassen zu haben, an dem man sich reiben kann und das die Platte geradezu zu Dauer-Rotations-Material anbiedert. Anbiedern meinen wir in dem Kontext respektvoll zunickend.

Doch es geht eben auch Broken Social Scene-mäßig, wie bei ‚Loder: Goatkid‚, mit flirrendem Streicher-Intro, das in ein angenehm verhalltes Gitarrenspiel übergeht und sich dann ganz entspannt zu einem Mid-Tempo Song aufmacht, wie sie ansonsten zumeist nur von den Vorbilder der kanadischen Großband produziert werden.

Trotz all diesen Verweisen und ganz viel amerikanischer Indie-Historie und Fan-Tum zwischen den Zeilen wirkt ‚Don’t Forget The Birthday Cake‘ ganz und gar nicht wie ein Blaupausen-Produkt, sondern lebt und atmet mit jedem Takt ein bisschen anders, schwimmt sich spielend frei von all dem und funktioniert gerade auch auf Albenlänge ungemein gut. Darunter versammeln sich dann auch noch einige Höhepunkte, wie ‚Ratajczyk: There´s A Light Above‚ oder ‚Løkin: It´s You‚, die sich zu Ohrwürmern hochschaukeln und im Erreichen der Klimax die Band einfach nur sympathisch wirken lässt.

Destroy, Munich – Don’t Forget The Birthday Cake
VÖ: 02. September 2011, Schönwetter Schallplatten
http://destroy-munich.at
http://schoenwetter.bandcamp.com

httpvh://www.youtube.com/watch?v=XvdVrgQ_IyQ&feature=player_embedded

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