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Veröffentlicht am 5.11.2011 | von Benjamin

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ZZT – Party’s over Earth

Wenn bereits die erste Kollaboration einschlägt wie eine Bombe – und dieses Wort findet recht häufig Verwendung bei der Beschreibung der Titel von ZZT – dann wird es 4 Jahre nach „A Lower State of Consciousness“ Zeit, den Erfolg mit einem Album abzurunden. Eigentlich gab es nie einen Plan, ein Album zu Produzieren, sagte Tiga, eine Hälfte des Projekts, kürzlich in einem Interview. Man darf also mehr als froh sein, dass Party’s over Earth zustande gekommen ist.

Der zweite Part von ZZT ist der deutsche Produzent und DJ Zombie Nation, der spätestens seit seinem mittlerweile zum Klassiker gewordenen „Kernkraft 400“ ebenso erfolgreich ist wie sein Mitstreiter ist. Tiga beschreibt die Zusammenarbeit als eine Art Befreiung: „It’s a relief to make music that just exists on its own, it doesn’t require contact, press or an explanation – it doesn’t require faces.“ Musik, die durch sich selbst spricht, ist vielleicht die beste Beschreibung für den Sound der Platte. Damit ist keines Wegs gemeint, dass der geschulte Fan nicht die Handschrift beider Ausnahmemusiker erkennen kann. Die Platte bringt zum Vorschein, was passiert, wenn sich Instrumentenverliebt- und- verspieltheit eines Tüftlers und die Detailversessenheit eines brillianten Rhythmuskomponisten zusammenfinden. Bei allen 12 Titeln bekommt man eine Lektion in Sachen Spielarten von Techno.

Unter den Tracks finden sich neben den alten Bekannten wie „The Worm„, „A Lower State of Consciousness“ und den kürzlich veröffentlichten Appetitmachern „Vukanalarm“ und ZZafrika auch brandneue Tracks. Der Eröffnungssong „Where is the Captain“ ist ein freies Zusammen- und Gegenspiel von donnerndem Bass und Pianoanschlägen untermalt von einem minimalistischem Vocal. „Rock the Peace“ dagegen scheint eine Collage aus mehreren Titeln des Projekts zu sein, die neu und harmonisch arrangiert etwas völlig Eigenes ergeben. Am meisten aber überrascht vielleicht „Nickel und Dime“. Der Downtempotrack dekonstruiert sowohl die Stimme von Tiga, die für seine Releases oft eine zentrale Rolle spielt, und den Rhythmus durch exremes Downpitching. Sperrig und zerrig wird es bei „ZZTMF„, der Electrotechno auf ein neues Level hebt.

Diese Platte, die Warnung muss man allerdings aussprechen, ist nichts für Technoeinsteiger. Wer die Entwicklungen der letzten Jahre verspasst hat, wird die Qualität der Scheibe nur schwer zu schätzen lernen und eher dazu tendieren, das Ganze als wahllosen Soundbrei zu bezeichnen. Vielleicht kommt auch aus dieser Einsicht der zweideutige Titel des Albums. Einerseits nämlich kann er ein globales Ende der Party ausrufen oder die Ausbreitung einer solchen über den ganzen Planeten. Wir tendieren zur letzteren Interpretation!

ZZT – Party’s over Earth
VÖ: 07.11.2011 (Turbo Recordings)
http://www.myspace.com/zztzzt

httpv://www.youtube.com/watch?v=0htU1wClPA4&feature=player_profilepage

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