Musik

Veröffentlicht am 3.01.2012 | von Dominik

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BERNDSEN – Lover In The Dark

I don’t know what love is about
I don’t know why I feel so sad
Chasing that clouds around
I thought I loved you

(Berndsen – Supertime)

Die isländische Musikszene ist alles, nur nicht langweilig und so befinden sich einige Perlen und interessante Projekte auf den drei Redefine Magazine Iceland Mixtapes (hier kann man sich diese kostenlos runterladen), die sich komplett mit isländischer Musik beschäftigt. Einen Song haben auch Berndsen, bestehend aus dem Duo David Berndsen und Sveinbjörn Thorarensen, auch bekannt als Hermigervill, dazu gesteuert. Mittlerweile kann man auch mehr Songs der beiden hören, bzw. ihr Debütalbum ‚Lover In The Dark‚ kaufen – aber Achtung – das Hören der CD ist wie eine Zeitreise!

Für aktuelle Mittzwanziger waren die 80er vor allem eins: Peinlich! Egal ob Frisuren, Outfits oder Musik – man konnte einfach nicht dick genug auftragen und so beschleicht einen schon ein mulmiges Gefühl bei der Betrachtung des Layouts von ‚Lover In The Dark‘. Von „Dark“ kann da nicht gerade die Rede sein, eher schaut einen auf dem Cover ein seltsam gekleidetes bärtiges Männchen unter geschwungener gelber Schrift, vor einem knalligen rosa-pinken Hintergrund an. Aber gut, man sollte ja nicht zu viele Vorurteile haben, also ab dafür.

Intro‚ holt den geneigten Hörer dann auch direkt ab, zieht einen zurück in die Zeit, in der man mit Synthies, Drum-Computern, verhallter Stimme und einer Portion Kitsch immer ins Schwarze traf und wirkt dabei ein bisschen wie der Soundtrack einer Trash Sci-Fi-Serie. ‚Lover In The Dark‚ nimmt diesen erste Eintruck auf, spielt mit einigen netten gameboyhaften Melodien und zeigt gleichzeitig Charme und ein gutes Gespür für Pop-Songs. ‚Supertime‚ schraubt die Synthie-Einflüsse etwas zurück und spielt mit einigen netten Klavier-Geklimper-Parts, bei denen es schwer fällt nicht mit zu nicken oder zumindest den Takt mir den Füßen mit zu tapsen. Überhaupt hat die Platte eine unfassbar mitreißende Wirkung, auch wenn sie an manchen Stellen sehr, sehr knapp an der Grenze des unerträglichen Kitschs vorbei schrammt – hier sei beispielhaft das Porno-Saxophon-Solo in ‚Young Boy‚ erwähnt oder die „The Perfect Human„-Roboterstimme in ‚The Perfect Human‚.

Dennoch macht der Berndsen-Trip in die Achtziger eine Menge Spaß, auch wenn man sie vielleicht nur in einer gewissen Dosis gut verträglich ist. Aber was soll’s, ein bisschen Farbe bringt ‚Lover In The Dark‘ mit seinen pathetischen Popsongs in den ansonsten manchmal etwas tristen Indie-Rock-Alltag allemal und überhaupt erinnern die Songs zumeist vielmehr an eine augenzwinkernde Mischung aus La Roux, mit den zu Pop zusammengesetzten Samples der Crystal Castles, als an Modern Talking…und das ist doch auch schon was…

Berndsen – Lover In The Dark
VÖ: 11. November 2011, 101berlin
www.berndsen.is

Berndsen – Lover In The Dark from Berndsen on Vimeo.

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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