Film

Veröffentlicht am 3.02.2012 | von Benjamin

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SET UP – Filmkritik

Gott ist nicht hier, Gott hat Detroit zurzeit verlassen.

(Biggs – Set Up)

Manchmal stellen sich Filme, die es nicht bis ins Kino schaffen, als echte Anwerter für das Prädikat „Kultfilm“ heraus. Etwa so wie es mit ‚Lucky Number Slevin‚ zu seiner Zeit geschehen ist. Dafür braucht es allerdings schon ein wenig mehr als nur ein Starensemble. Zwar ist das Aufgebot an Hollywoodgrößen im zuvor genannten Bespiel etwas größer, aber mit Bruce Willis, der in beiden Filmen mitspielt, 50 Cent Curtis und Ryan Phillippe (‚Eiskalte Engel‚) sind einige bekannte Gesichter in ‚Set Up‚ vertreten. Die personelle Überschneidung bleibt zwar nicht die einzige Gemeinsamkeit, aber letztlich doch die passenste.

Auch ‚Set Up‘ ist ein Gangsterfilm, dessen Handlung sich an einem Überfall dreier Freunde auf einen Diamantenkurrier entspinnt. Vincent (Ryan Phillippe), Sonny (50 Cent) und Dave (Brett Granstaff) sind seit der High School eng befreundet und wollen sich 5 Million mit einem scheinbar leichten Coup verdienen. Als sie die Sache bereits geschaukelt haben, entpuppt sich Vincent als Verräter und versucht die anderen um die Ecke zu bringen und das Geld für sich einzustreichen. Allerdings überlebt Sonny und beginnt einen von Rache getriebenen Feldzug gegen seinen ehemaligen Freund. Dabei erregt er dummerweise die Aufmerksamkeit der hiesigen Mafia, in Person von Biggs (Bruce Willis), in dessen Territorium Sonny wildert. Durch mehrere irrwitzige Zufälle und durch Sonnys spielerisches Geschick, verbünden sich der bemüht eloquente Mafiaboss und der Kleinkriminelle gegen Vincent.

‚Set Up‘ bleibt leider auf ganzer Linie hinter seinen möglichen Vorbildern zurück. Weder kann der Film durch besondere Tiefe seiner Charaktere überzeugen, noch durch gelungene Dialoge, wie sie beispielsweise ‚Pulp Fiction‚ liefert. Das peinliche dabei ist nur, dass der Film das offensichtlich versucht – jeder Gag, jeder markige Spruch ist entweder zu viel, zu wenig oder zu schlecht platziert. Ebensowenig wird Sonnys moralischer Zwiespalt herausgearbeitet, der ihn am Ende als einzigen fast unbeschadet überleben lässt, denn sein Prinzip ist niemanden zu töten (wohlbekannt aus ‚Batman‚). Von ‚Lucky Number Slevin‚ hingegen unterscheidet ihn vor allem, dass er es nicht schafft, den Zuschauer an irgendeiner Stelle über den Fortgang der Geschehnisse zu täuschen oder im Dunkel zu lassen – die Handlung bleibt immer vorhersehbar. Außer also mal wieder einen Rapper in seiner angeblich authentischen Umgebung zu beobachten bzw. Ryan Phillippe überhaupt mal wieder zu sehen, gibt es daher nicht viele Gründe sich ‚Set Up‘ anzusehen. Es hat wohl nicht nur Gott Detroit, sondern auch die Muse den Regisseur verlassen.

Set Up (USA 2011)
Regie: Mike Gunther
Darsteller: Bruce Willis, Ryan Phillippe, 50 Cent, Jenna Dewan, Brett Granstaff, Randy Couture, Will Yun Lee
DVD-VÖ: 27. Januar 2012, Ascot Elite Home Entertainment

httpvh://www.youtube.com/watch?v=KwCtwCQyXLU

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