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Veröffentlicht am 24.04.2012 | von Fred

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NIGEL WRIGHT – Millfoil

But I hate being told
I’m tired of this place
And I have no excuse
And I’ve wasted so much time

(Nigel Wright – Solid Muse)

Während die Hype-Machinerie im Indie Sektor ja gerne mal schneller anläuft als ein Kurzstreckenläufer, sieht das im Songwriter Umfeld selten so aus. Meist sind die besten Liedermacher ein wenig älter und können neben Vollbart und ordentlich abgegriffener Lieblingsgitarre, auch einige Anekdoten und Leidensgeschichten aus ihrem Leben vorweisen. Da fällt der gerade einmal 18-jährige Nigel Wright ein wenig aus dem Rahmen und wird trotzdem als das neue Wunderkind der Szene gehandelt.

In jedem Fall muss man dem Mann Respekt zollen, denn nicht viele Musiker schaffen es mit 16 Jahren solche intimen und emotionalen Songs zu schreiben wie Mr. Wright. Denn die auf ‚Millfoil‚ veröffentlichten Lieder sind nämlich schon zwei Jahre alt und wurden für die deutsche bzw. europäische Veröffentlichung remastered. Dabei geht der Sound des Debütalbums in Richtung Lo-Fi, sogar der Gesang erscheint meist roh und ungefiltert. Die wenigen musikalischen Komponenten Gitarre, Klavier und Gesang werden sehr reduziert eingesetzt und so wirken die Lieder nicht nur bedächtig, sondern vor allem auch intim. Da ‚Millfoil‘ nur mit Hilfe eines Eight-Track-Rekorders und ein paar Mikrophonen aufgenommen wurde entsteht eine packende Nähe und interessante Mehrlagigkeit seiner Stimme. Nigel Wright schafft es auf wundersame Weise seine persönlichen Gefühle ohne große Anstrengung in den Songs zu transportieren und genau hier liegt gleichsam seine größte Stärke und Schwäche: Man wird zwar in Nigel Wrights Welt voller düsterer Ruhe und Einsamkeit hineingezogen, doch manchmal hat eben diese einfach nicht genug Tiefgang und Komplexität. Hier mal ein Gefühlsausbruch oder eine wachrüttelnde emotionale Spitze würden dem Longplayer gut tun und vielleicht wird hier und da ein bisschen zu viel Geschrammel. Aber hey, als Nigel Wright die Songs geschrieben hat war er gerade einmal 16, er hat also noch alle Zeit der Welt an seinem bisher nur guten Songwriting und Gitarrenspiel zu feilen. Mit seiner ausserordentlichen dunkel-gefühlvollen Stimme und seinem Talent sollte einer ausgezeichneten musikalischen Entwicklung nichts im Wege stehen.

Und auch so bleibt ‚Millfoil‘ eine beachtliches Debütalbum von einem Songwriter, von dem man in Zukunft bestimmt noch einiges hören wird. Und wenn er sich nun auch noch endlich einen Bart stehen lässt…

Nigel Wright – Millfoil
VÖ: 30. März 2012 (Butterfly Collectors / Finetunes)
www.nigel-wright-music.com
www.facebook.com/NigelWrightOfficial

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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