Musik

Veröffentlicht am 13.09.2012 | von Lara

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HOW TO DRESS WELL – Total Loss

The only bad part about flying
is having to come back down to the fucking world

(How To Dress Well – Say My Name or Say Whatever)

Das Gefühl des totalen Verlustes kann zwei gegensätzliche Folgen haben. Entweder führt es zur absoluten Orientierungslosigkeit, die in einem erstarrten Zustand endet oder es erwirkt quasi einen Befreiungsschlag, der den Weg zu etwas Neuem ebnet. Im Falle Tom Krells alias How To Dress Well ist es wohl beides, nur eines nach dem anderen. Was kann es für einen Künstler passenderes geben, als einen privaten Rückschlag durch seine Musik zu verarbeiten? So gibt Krell auf seiner zweiten Platte `Total Loss´ Einblick in sein Seelenleben und verarbeitet eine dunkle Zeit mit minimalistischen R&B Beats und zarten Lo-Fi Melodien. Zerbrechlich und zugleich intensiv kreiert der US-Amerikaner ein ästhetisches Soundgefüge, das seine verschiedenen Emotionen wiedergibt.

“What do I have to change to get you into my arms again?”, fragt er auf `Cold Nites´. Sein fragiler Falsett-Gesang erklingt mehrschichtig zu abstrakten R&B Rhythmen. `Talking To You´ ist vielleicht eines der persönlichsten Stücke. „Since you passed away, you left me here in a state I can´t escape“´ – traurig, aber auch hingebungsvoll singt Krell über Liebe und Verlust. Auf dem sehr elektronischen `Struggle´ legt sich der wimmernde Gesang an Dubstep-ähnlichen Beats und Soundcollagen aus Noise und Synthie-Melodien an – wieder der absolute Ausdruck von Krells Gefühlswelt. `Total Loss´ zeigt insgesamt Einflüsse der 80er und 90er auf, der auf dem Debüt dominierende Chillwave weicht nun mehr leidenschaftlichen Soul-Pop Elementen. Nicht umsonst zählt Krell Michael Jackson und Mariah Carey zu seinen Vorbildern. Insbesondere `Running Back´ und `& It Was U´ erinnern mit sparsamen Rhythmen leicht an Jacksons Balladen wie `Man In The Mirror´ oder `Human Nature´.

Die beiden Tracks bilden sogar eine Art Einheit auf dem Album. `Running Back´ dient als langsame minimalistische Vorstufe, bevor es zum poppigen `& It was U´ übergeht. „Anytime you meet me, I will come back“, beteuert Krell eindringlich mit flüsternder Stimme. Er gibt sich positiven und negativen Gefühlen hin, ohne Kompromisse machen zu wollen. Das treibt ihn gleichzeitig an und befreit ihn aus seiner Erstarrung. Mit `Total Loss´ zeigt sich Tom Krell verletzlich und emotional – das macht die Platte wiederum so authentisch und eindrucksvoll.

How To Dress Well – Total Loss
VÖ: 14. September 2012, Domino Records
http://howtodresswell.blogspot.de
http://soundcloud.com/howtodresswell

httpvh://youtu.be/bEEBnL7OvIg

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