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Veröffentlicht am 30.01.2013 | von Dominik

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I AM POET – Interview

Es ist eine Weile her, dass wir über i am poet aus Mannheim berichtet haben. Damals, kann man fast sagen, erlebte man das Projekt von Maximilian Hohenstatt auf verschiedenen Bühnen, als Support von einigen internationalen Größen oder aber auch mit dem kostenlosen Download der ersten EP auf diversen Blogs. Wie gesagt – das ist mittlerweile schon etwas her, doch untätig waren die Herren nicht, vielmehr hat man sich zurück gezogen, um in 2013 den großen Angriff anzugehen und sich zu etablieren, mit nunmehr festem Band-Line-Up, einer ersten Single und bald einem Debütalbum? Wir haben nachgehört: i am poet im Bedroomdisco Interview!

1.) Steckbrief:
– Name: i am poet
– Bandmitglieder (Namen): Maximilian Hohenstatt, David Schnitzler, Elias Foerster
– Gründungsjahr: 2009
– Standort: Mannheim
– aktuelles Album:

2.) Fragenkatalog:
– Wie habt ihr angefangen Musik zu machen? Was war der Grund für euch ein Instrument zu lernen oder wurdet ihr von den Eltern gezwungen?
Max: Bei uns allen gehörte die Musik schon von klein auf dazu. Bei Eli der afrikanische Trommeltreff, bei David kam nach der musikalischen Früherziehung die Trompete und bei mir der Konzertgitarrenunterricht. Das ganze war eher so ein natürlicher Prozess der mehr mit Spaß als Pflicht zu tun hatte. In der Pubertät hat dann jeder von uns mit den ersten Bands Erfahrung gesammelt. Nur doof, dass ich mir damals nicht gemerkt hab, wie man Noten liest…

– Welche Einflüsse habt ihr?
Elias: Das Umfeld in dem man lebt, Freundin, Freunde, Familie, Vorbilder. Natürlich auch die Musik in der man versinkt, und da gibts von 2012 einiges aufzulisten. Und Konzepte wie die letzte Efterklang full length ‚Piramida‘ sind extrem inspirierend für mich.
David: Bei meinen musikalischen Vorbildern wären da noch Notwist, Apparat und Bon Iver hinzuzufügen.

– i am poet war zuerst ein Solo-Projekt von Maximilian, wie kam es dann dazu, dass ihr euch als Trio zusammen gefunden habt?
David: Vorwiegend um die Musik in ihrer klanglichen Vielfalt performen zu können und dabei den analogen menschengemachten Anteil nicht zu vernachlässigen. Unser Dreiergespann ist unheimlich motivierend und es macht einfach Spaß mit guten Freunden Musik zu machen.
Max: Wir sind jetzt eben eine Band und kein “Songwriter Projekt” mehr. Auf Dauer war’s auch ganz schön trist immer alleine im Keller die Songs zu schreiben.. 😀

– Es ist einige Zeit her, seitdem man das letzte Mal etwas von euch gehört hat – was ist seitdem passiert?
Max: Verdammt viel! Ich habe ziemlich lange Zeit an den Songs fürs Album gebastelt und verschiedene Livekonstellationen ausgetestet. Bis zum jetzigen Trio mit Eli und David war es ein langer Weg. Der hat sich aber gelohnt. Eli hat die Tracks komplett ausproduziert und David gibt den Songs bei der Live-Umsetzung den letzten Schliff. Wir versuchen einfach unseren eigenen Ansprüchen an der Professionalität gerecht zu werden. Und das kann eben dauern..

– Für die Produktion eures Debütalbums hattet ihr auch eine Crowd Funding-Aktion ins Leben gerufen – hat sich dieser Weg für euch bewährt bzw. konntet ihr die Aktion erfolgreich abschließen?
Max: Damals waren die Pläne eben noch anders. Ich wollte einfach den Leuten meine Musik zeigen und ohne großes Drumherum selbst ein paar CD’s pressen und brauchte dafür das Geld. Zwischenzeitlich haben sich die Ansprüche und Möglichkeiten – eben auch durch Eli und David – geändert, so dass der damalige Betrag nicht mehr ausgereicht hätte. Wir haben das Geld dann zurücküberwiesen. Insgesamt hat mir das gezeigt, dass es Gott sei Dank noch Leute da draußen gibt, die bereit sind Musik zu unterstützen.

– Welche Ziele habt ihr euch für euer Debütalbum gesteckt?

Elias: Das Debüt soll ein Grundstein werden, auf das wir aufbauen können. Wir wollen unsere Musik unter die Menschen bringen, Leuten damit gutes tun, Rückzugsorte schenken. Aber jetzt mal Esotherik beiseite 🙂 , wir wollen unterwegs sein, Live-Shows spielen, ein Level erreichen in dem man als Band ernsthaft wahrgenommen wird, auch einfach eine gute Zeit haben!

– Als ersten Vorboten veröffentlicht ihr nun mit ‚Flashing Lights‘ einen Song, der auch schon den Weg auf die erste i am poet-EP ‚phonological.‘ gefunden hat – warum habt ihr euch dazu entschieden, diesen Song als erste Single zu veröffentlichen bzw. inwieweit hat er sich verändert?
Elias: Flashing Lights ist einer unserer einfachsten und eingängigsten Songs, trotzdem nicht langweilig, sondern im Gegenteil sehr ekstatisch. Er verkörpert unsere Stimmung und Dynamik und passt daher super als erste Single. Der Punkt an dem wir stehen ist sehr heikel, hier werden sofort endgültige Meinungen gebildet, das Thema mit dem ersten Eindruck und so…Letztendlich kickt uns der Song einfach und wir hatten Bock ‚Flashing Lights‘ als erstes rauszuhauen.

– Könnt ihr erzählen worum es darin geht, wie der Song entstand bzw. ob es eine Geschichte dahinter gibt?
Max: Entstanden ist der Song vor mittlerweile tatsächlich fast fünf Jahren in dem Keller meiner Eltern, den ich damals noch bewohnte. Es geht darum um die heutige künstliche Lichtervielfalt. Nie ist es mal dunkel. Selbst wenn man ins Bett geht leuchtet der Wecker, Standy Anzeigen leuchten, draußen sind Laternen, Reklamen und nie hat man mal diese Ruhe für die Augen die doch so schön sein kann..

– Wie arbeitet ihr normal an euren Songs?
David: Die Songideen für unser Debütalbum stammen hauptsächlich aus Max’ Feder. Die Umsetzung gestalten wir dann meinst zu dritt. Hier wird etwas geschraubt, da gefeilt bis sich ein Sound entwickelt mit dem wird uns zufrieden geben wollen. Dabei ist uns wie gesagt das Menschengemachte genauso wichtig wie abgefahrene Beats und Sphären. In letzter Zeit kitzelt es uns aber auch immer mehr neue Songs zusammen zuschreiben…

– Hat sich dieser Prozess verändert seitdem ihr als Trio Musik macht oder unterscheidet er sich sowieso von Song zu Song?
David: Klar war eine gewissen Veränderung unumgänglich, aber der eigentliche Prozess hat sich nicht großartig geändert. Zuerst besteht meist eine Melodie, die dann nach und nach ausgebaut, vorproduziert und in ein Song- und Soundkonstrukt eingebettet wird.

– Was inspiriert euch zu euren Lyrics? In welchen Situationen schreibt ihr an Songs?
Max: Beim Debütalbum hat das so geklappt, dass ich mir die Vorproduktionen angehört habe. Meistens fiel mir dann intuitiv ein passendes Thema ein. Und wenn nicht warte ich eben, bis ich eins finde. Ebenso war es beispielsweise auch bei Flashing Lights. Die Situationen sind eher die melancholischeren und düsteren Momente..

– Wie, wo und wie lange fand die Produktion von eurem Debütalbum statt? Was war der beste, was der schlimmste Moment während der Aufnahme? Was ist die meist erzählteste Anekdote? Werden die restlichen Songs von ‚phonological‘ sich auch darauf befinden?
Elias: Vieles entstand in unseren Wohnungen/ WGs, Songideen bei Max daheim, dann ging’s weiter zu mir in mein kleines gemütliches home Studio im WG Zimmer. Die Nachbarn hatten nichts gegen Gitarren- oder Drumaufnahmen was man vielleicht als erstes positives Review fürs Album werten könnte. 🙂
Es gab viele schöne Momente, allein der Anblick wie wir zu dritt in dem völlig mit Instrumenten und Technik zugeballerten Zimmer an Sounds schraubten war traumhaft. Das Leid der Produktion war für mich ganz klar das Mixing. Stundenlang die von Max teils wirren Vorproduktionen aufzuräumen um dann erst mal ein Überblick zu schaffen war extrem zeitaufwändig und kräftezehrend.
Max: Wirr? Das nennt man “experimentell”, haha!

– Gibt es schon Pläne wann euer Debütalbum erscheinen wird bzw. für welchen Weg der Veröffentlichung habt ihr euch entschieden?
David: Das nächste Ziel ist jetzt erstmal das single-release womit wir natürlich auch gerne Aufmerksamkeit auf uns ziehen wollen. Weitere Pläne sind in der Schmiede und wir müssen für uns schauen wie alles weitergeht, vor allem in Bezug auf das Album. Ein steht fest: wir sind extrem heiß auf die kommende Zeit, aber vieles ist einfach noch offen.

– Zu ‚flashing lights‘ habt ihr auch selbst das Video produziert, was war die Idee zum Video, woher habt ihr das Know-how bzw. wer hat was von euch gemacht beim Dreh?
Max: Insgesamt haben wir vier Videos gedreht.. Das jetzt tatsächlich veröffentlichte ist erst Mitte Januar vor dem Release gedreht worden, weil wir mit den vorherigen Versionen nicht ganz zufrieden waren. Die Frage nach dem Know-How erübrigt sich daher wohl 😀 Trial & Error und Learning by doing braucht eben seine Zeit!

– Was sind eure nächsten Pläne?
David: Viel Zeit im Proberaum verbringen, eine gute Show auf die Beine stellen und Gigs spielen!

– Was macht ihr, wenn ihr nicht gerade Musik macht?
Elias: Eigentlich bleibt da nicht viel. Freundin, Freunde und Familie. Vielleicht manchmal nochmal n bisschen frische Luft schnappen.

– Das haben wir 2012 gelernt?
Max: Geduld.
David: Kontinuität und auf Click spielen.
Elias: Musikvideos drehen und Workflow optimieren.

– Eure Top 3 Alben aus 2012? Warum?
Elias: Efterklang – ‚Piramida’ ist meine Eins. Extrem inspirierend und interessant, trotzdem total tiefe und emotionale Songs. Grizzly Bear – ‚Shields’ ist ein so lebendiges und frisches Album. Das gab es schon lang nicht mehr, so ehrlich und stark. ‘Until the quiet comes’ von Flying Lotus ist meine Nr. 3. Komplett andere Welt in die er einen zieht, unfassbar!!!
Max: Efterklang – ‚Piramida‘, Sizarr – ‚Psycho Boy Happy‘, Beach House – ‚Bloom‘
David: Efterklang – ‚Piramida‘; Alt-J – ‚An Awesome Wave‘

– Welcher Song passt zu eurer aktuellen Stimmung?
David: Apparat – ‚Ash/Black Veil’…einfach spannend!

– Welcher Song bringt euch jedes Mal wieder zum Tanzen?
Elias: Four Tet – ‚Sing‘
David: Justice – ‚Dance‘
Max: Phoenix – ‚Lisztomania‘

– Wie würde eure persönliche „Bedroomdisco“ aussehen?
David: Ein Zimmer, hohe Decken, gemütlich, vielleicht etwas romantisch, treibend aber nicht wild!
Elias: äh, David Disco war eigentlich gemeint…
David: Sag’ ich doch…

– Wer hat den Fragenkatalog ausgefüllt?
Max, David und Elias

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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