Musik

Veröffentlicht am 10.01.2013 | von Fred

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PASCAL PINON – Twosomeness

I don’t need anything
I just make something beautiful

(Pascal Pinon – Þerney)

Pascal Pinon sind die beiden geraden einmal 18 Jahre alten isländischen Zwillingsschwestern Jófríður und Ásthildur. Die Beiden sind der Inbegriff der Niedlichkeit, wenn sie in ihren dicken, selbstgestrickten Wollpullis und putzigen Kleidchen über ihren Keyboards, Gitarren und Spielzeuginstrumenten hängen. Dabei schlürfen sie eine dampfende Tasse Tee und im Hintergrund knistert ein Kamin. In einigen ihrer Musik-Videos holen sie sich Unterstützung von ihren kleinen Schwestern und wenn dann noch eine Tasse mit den Mumins im Bild erscheint, ist das isländische Familienidylle perfekt. Cuteness Overload auf ganz hohem Niveau.

Dabei bezieht sich der Name Pascal Pinon auf einen 1929 verstorbenen Mann mit angeblich zwei Köpfen. Einer der beiden Köpfe war jedoch ein in Wirklichkeit mit Wachs präparierter Tumor. So hässlich die Herkunft der Namensgebung ist, so bezaubernd ist die Musik von Pascal Pinon. Mit ‚Twosomeness‘ erscheint am 18. Januar das zweite Album des Schwesternduos. Ihr Zweitling strotzt vor zurückhaltendem Selbstbewusstsein, kleinen Spielereien und melancholischen Songs. Der Opener ‚Ekki Vanmeta‚ stapft schon mal beschwingt los. Seine Sohlen sind dabei mit wunderbaren Lo-Fi Beats beschlagen und am Wegesrand versammeln sich kleine Keyboardmelodien um den Song anzufeuern. Das folgende, melancholische ‚Þerney (One Thing)‚ ist eine Blaupause von einem unkonventionellen Pop-Song. Im Handumdrehen haben Pascal Pinon einen um den Finger gewickelt, der beständig nach der Replay-Taste greift. ‚Somewhere‚ hingegen hört sich an, als würden Sigur Rós einen Pop-Song schreiben. Permanent liegt eine geheimnisvolle Spannung in der Luft und im Hintergrund tönen luzid angehauchte Geräusche. Eine Geräuschkulisse, die zeigt, dass sich Pascal Pinon auch musikalisch weiterentwickelt habe.

Evgeny Kissin‚ ist der schwächste Song auf ‚Twosomeness‘. Nervige Chorgsänge bohren sich in den Gehörgang und sind dann doch ein wenig zu viel. Ein sakraler Zuckerschock von einem Song. Doch darüber kann man schnell hinwegsehen. Spätestens bei dem sympathisch-ohrwurmigen ‚Kertið‚, das man sofort ins Herz schliesst. Auch wenn man dank der isländischen Lyrics kein Wort versteht. Und dann ist da noch ‚Fernando‚. Ein Song, der sich anfühlt, als würde man einen strahlenden Sonnenaufgang über einem tiefschwarzen Strand bestaunen.
Pascal Pinon mit ‚Twoseomeness‘ ein wunderbar  niedliches, aber nie naives Indie-Pop Album aufgenommen. Electronica, klassiches Songwritertum und manchmal sogar Orchestral-Pop-reichen sich die Hand. Endlich mal wieder etwas Entrücktes und dennoch Konkretes. Es stellt sich nur eine Frage: Wenn zwei achtzehnjährige Mädchen jetzt schon solche Songs schreiben, was soll denn da noch kommen?

Pascal Pinon – Twosomeness
VÖ: 18. Januar 2013, Morr Music
http://pascalpinon.com
http://www.facebook.com/pascalpin0n

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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