Musik

Veröffentlicht am 26.04.2013 | von Lara

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DAVID LEMAITRE – Latitude

Follow the northern lights
Into the fallen night
Hazy soul covered up in snow
Learning to see things break
Learning to make mistakes
Open scars sparkle in the dark

(David Lemaitre – Spirals)

Nach der ersten EP ‚Valediction‚ (2010) erscheint nun David Lemaitres Debütalbum, das beschwingt und leicht von Reiselüsten und Sehnsüchten erzählt. Sanfte Folkspielereien verschmelzen hier mit modernem Indie-Pop und elektronischen Elementen. Mit einer bittersüßen Note von Melancholie und beherzter Fröhlichkeit gelingt es Lemaitre, sich wunderbar in Tagträume zu verlieren.

Weit gereist ist der Sänger. Der gebürtige Bolivianer wuchs in seinem Heimatland auf, bevor er mit Anfang 20 nach Dortmund ging, um dort zu studieren. Letztendlich landete er in Berlin – dem Mekka der Kreativität für junge Musiker. Und sein Gespür für feinfühlige Töne zeigt er nun auf seinem ersten Studioalbum. Da ist zum Beispiel das mit Streichern begleitete ‚Spirals‚, das leichtfüßig von der Schönheit der Traurigkeit singt. Auch das Piano-Stück ‚Magnolia (Girl With Camera)‚ taucht tief in die versunkene Melodie ein bis es am Ende sanft ausgleitet. Gänsehaut ist versprochen. Lemaitre spielt gekonnt mit verschiedenen Stimmungen. Auf ‚Pandora Express‚ gehen die Percussions in fröhliche Rhythmen auf und leiten das Lied. Hin und wieder zittert die Gitarre ihre zarte Melodie dazwischen. Auch die dynamische Pop-Nummer ‚Megalomania‚ birgt etwas Unbeschwertes in sich. Einen Hauch von Sommerfrische umgibt den Track. Was nun mehr seinen Eingang in moderne Popmusik gefunden hat und dennoch ungewöhnlich bleibt, ist der Falsett-Gesang. Und den singt auch Lemaitre selbstbewusst auf einem Großteil der Platte. Dadurch entfalten die Songs noch mehr ihre Prise an Leichtigkeit.

David Lemaitre ist ein Kosmopolit. Nicht nur ist er durch ganz Europa gereist, sondern seine Eindrücke spiegeln sich ebenso in seiner Musik wider. ‚Latitude‚ schildert die verschiedenen Erfahrungen des Reisens und die daraus folgende Distanz in doppeltem Sinne. Einmal räumlich und einmal geistig zwischen Liebenden und Freunden. „Sitting there in silence when it´s raining in Japan, see you when my eyes are closed, you´re the one I love the most„, heißt es auf der romantischen Ballade ‚Olivia‚. Hektik, Sehnsucht, Rastlosigkeit – das alles thematisiert das Album. Und gleichermaßen vielfältig ist seine Vertonung. Inspiriert von Größen wie José González, Nicholas Jaar und Sufjan Stevens schafft David Lemaitre seinen eigenen Klangkosmos mit Synthesizer, Vibraphon, Streichinstrumenten, Percussions und Gitarren. Auf ‚Jaques Costeau‚ werden sogar Münzen und Cornflakes-Tüten gesampelt. Originell. Lemaitre verwischt die Grenzen der Instrumentierung immer genau so, dass innerhalb der Songs alles zusammenpasst, ohne dabei an Facettenreichtum einzubüßen. Poetisches Songwriting und einfühlsame Kompositionen – das ist sein Rezept, um der Phantasie freien Lauf zu lassen.

David Lemaitre – Latitude
VÖ: 19. April 2013, PIAS
www.david-lemaitre.com
www.facebook.com/DavidLemaitreMusic

David Lemaitre – Megalomania (Official Video) from PIASGermany on Vimeo.

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