Musik

Veröffentlicht am 23.05.2013 | von Dorota

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WHEN SAINTS GO MACHINE – Infinity Pool

WHEN SAINTS GO MACHINE - Infinity Pool Cd-Kritik

That old sea is feeling sick from me
I know now
It’s me, I’m over

(When Saints Go Machine – Iodine)

Morgen erscheint das neue When Saints Go Machine Album ‚Infinity Pool‚, das mittlerweile Dritte des dänischen Elektro-Pop Quartetts. Dass das nicht nur seichte Fahrstuhlmusik ist, kann man sich denken. Es wird kompliziert, also muss man genauer hinhören. Haben wir natürlich gemacht!

Stilmixe sind ziemlich angesagt, auch bei der neuen Platte von When Saints Go Machine. Der Opener ‚Love And Respect‚ bedient sich an Hip Hop Beats und Rap Lyrics; darüber schwebt die falsettartige Stimme von Nikolaj Manuel Vonsild im Refrain.
Noch kein Indiz was uns weiterhin erwartet. Wir bleiben gespannt. Die Hip Hop-Einflüsse werden von Song zu Song weniger, dafür steht die Elektronik wie gewohnt im Vordergrund. Diese ist ziemlich kompliziert, wie eigentlich schon immer, nur diesmal fällt uns das noch mehr auf. Nebenbei hören ist fast unmöglich. ‚Iodine‚ zum Beispiel bietet unmengen an Strukturen und verworrenen Elementen, wirkt dabei nie überladen, sondern ist unglaublich eingängig und abwechslungsreich. Der Bass wandert an der Übersteuerungsgrenze, das Streichersample versucht sich seinen Weg durch die tiefen Frequenzen zu bahnen, die verhallten Stimmen bedrängen; es passiert einfach viel zu viel in dem Song, als dass der Zuhörer das alles registrieren kann.
System Of Unlimited Love‚ feuert eine Bassparade ab und wirkt zugleich mit einfachen Synthieläufen spielerisch banal. ‚Mannequin‚ ist auf keinen Fall der Titel bei dem man spontan das Tanzbein schwingen will, es ist eher der böse Zwilling: verstörend und beängstigend. Nicht wegen den Textzeilen, sondern der düsteren Stimmung, die sich fast filmisch zusammensetzt. Man wird stark an These New Puritans erinnert. Unmerklich befindet man sich dann auch schon im nächsten Song ‚Order‚, der wohl den besten Break des Albums hat und zwar bei Minute 1:31.

Richtig Spaß macht das Album erst mit der richtigen Anlage und den leistungsfähigen Bassboxen, die selbstverständlich jeder bei sich zu Hause stehen hat. Dann erst entfaltet sich der Druck, die Willenskraft und die Experimentalität, die ‚Infinity Pool‘ mit sich führt. Man versinkt regelrecht in Melodien und Strukturen, als ob wir hier die komplizierteste Mathematik vor uns haben, und doch finden sich Stück für Stück die Lösungen der musikalischen Welt von When Saints Go Machine zusammen. Oder doch nicht? Oder doch? So ganz sicher wird man sich nicht sein. Was man mit Gewissheit sagen kann ist, dass When Saints Go Machine sich mit Melodiösität, Epos und Klanggestaltung auskennen. Dafür: Applaus!

45von51

When Saints Go Machine – Infinity Pool
VÖ: 24.05.13, K7 Records
http://whensaintsgomachine.com
www.facebook.com/WhenSaintsGoMachineOfficial

httpvh://www.youtube.com/watch?v=KbaoMyrG1e8&list=UUwlYOuRkY86FJNNnXC-DsRQ&index=2

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