Musik

Veröffentlicht am 11.06.2013 | von Lisa

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QUEENS OF THE STONE AGE – …Like Clockwork

Everyone it seems
Has somewhere to go
And the faster the world spins
The shorter the lights will glow
And I’m swimming in the light
Chasing down the moon
Deeper in the water
The more I long for you

(Like Clockwork – Queens Of The Stone Age)

6 Jahre, mehrere Welttourneen, diverse bandinterne Umbesetzungen & Nebenprojekte sowie eine Nahtoderfahrung nach ihrem letzten Album ‚Era Vulgaris‚ veröffentlichen Queens Of The Stone Age dieser Tage ihr neues Studioalbum ‚…Like Clockwork‚.

Und das Warten hat sich gelohnt.

Drummer Joey Castilli verließ zwar die Band nach fast zehn Jahren inmitten der Aufnahmesessions zu ‚…Like Clockwork‘, und glaubt man Josh Homme, war dies kein leichter Schritt. Doch ganz der Rock’n’Roll-Hansdampf in allen Gassen, der Homme ist, sprang kein geringerer als Dave Grohl an den Drums ein, der bereits das Album ‚Songs for the Deaf‚ begleitet hatte. Überhaupt ist das Album geprägt von Wiedervereinigungen, Kollaborationen und Freundschaftsdiensten –doch die Queens wären nicht die Queens, wenn sie solche Zusammenarbeiten an die große Glocke hängen würden. Nick Oliveri, ehemals Bassist und bester Freund Hommes, der vor einigen Jahren aufgrund von privaten Problemen mit Drogen und dem Gesetz die Band verlassen musste, darf genauso sein Comeback feiern wie Arctic Monkeys-Sänger Alex Turner gefeatured wird oder Elton John beim großartigen Kracher ‚Fairweather Friends‚ die Backing Vocals singt. Josh Homme schert sich nicht um Konventionen und Rezensionen, wie man daran sieht, und dennoch, so gibt er zu Protokoll, seien die Aufnahmen zu ‚…Like Clockwork‘ zunächst nicht so einfach gewesen. Nach einer kräftezehrenden Tour mit seinem Nebenprojekt Them Crooked Vultures hatte er sich 2011 einer Knieoperation unterziehen müssen, bei der er den Ärzten auf dem OP-Tisch fast gestorben ware. Danach fiel es ihm schwer, sich auf die Musik zu konzentrieren, er durchlebte eine kreative Krise, aus der ihn erst seine Frau Brody Dalle, ehemals Sängerin der Punkband The Distillers, befreien konnte.

All diese Erfahrungen, Veränderungen und Krisen sind deutlich spürbar auf ‚…Like Clockwork‘, und dennoch ist es ein homogenes, kein zerissenes oder unzusammenhängendes Album geworden. Wie kaum ein anderer Musiker dieser Tage verkörpert Homme den Inbegriff des Oldschool-Rock – ein Riese, ein Fels in der Brandung, der sich nicht um musikalische Trends oder neumodische Aufnahmetechniken schert. Die Queens brauchen keine Spielereien, keine aufdringlichen Synthesizer oder müssen sich standing neu erfinden. Homme kennt die Stärken der Band und nutzt sie gezielt. Im Gegensatz zum Vorgänger ‚Era Vulgaris‘ ist ‚…Like Clockwork‘ ein durchaus poppigeres Album geworden, aber immer mit der nötigen Coolness und Konsequenz, die die Band auszeichnet. Homme schert sich eben nicht darum, ob ein Song wie ‚The Vampyre of Time and Memory‚ ihm als verweichlicht vorgworfen wird. Der Song ist eine wunderbar sehnsüchtige Ballade – der erste Song, den Homme nach seiner Krise schrieb, und der deshalb sehr persönlich ist. “I want God to come / And take me home / Cause I’m all alone in this crowd / Who are you to me? / Who am I suppossed to be? / Not exactly sure anymore” singt er darin begleitet von Piano und sehnsüchtigen Gitarren voller Verzweiflung. Eine ehrliche Ballade, die aber innerhalb des Albums auch eher eine Ausnahme ist.

Songs wie ‚Fairweather Friends‘ überwiegen auf ‚…Like Clockwork‘: der Track mit Elton John ist einer dieser melodiösen Hardrocker, für die die Queens bekannt sind, und geht fast nahtlos über in das großartige ‚I Appear Missing‚: einer dieser Queens-Tracks, die einen wie ein Erdrutsch mitreißen: Hommes Stimme schmiegt sich wie Samt an die rollenden Hardrock-Gitarren, die Drums sind derart auf tight und auf den Punkt und das Tempo wechselt immer wieder inmitten des Songs – am Ende des Songs bleibt man fast atemlos zurück, weil er eine solche Energie transzendiert.

Grade die zweite Hälfte des Albums nimmt angefangen von der Single ‚My God is the Sun‚ über den unglaublich funky Track ‚Smooth Sailing‚ oder dem von harten Riffs geprägten ‚Kalopsia‚ richtig Fahrt auf, und endet in ‚Like Clockwork‘: nicht nur der Titeltrack, sondern gleichzeitig auch der letzte Song des Albums, ist er einer der seltenen ruhigen Momente der LP und zeigt das wahre Talent des Josh Homme: er beherrscht eben nicht nur die schrammelnden, rockenden, aggressiven Momente, sondern ebensogut (vielleicht sogar noch besser) die ruhigen, melodiösen, intimen Momente. Seine schmachtende Stimme paart er hier mit sehnsüchtigen Gitarren und einem psychedelischen Finale, das einen daran erinnert, warum man die Queens schon immer so geliebt hat. Weil sie eigentlich alles können, was sie sich vornehmen. Weil sie eine der letzten großen, wirklich kreativen Rockbands unserer Zeit sind. Und weil Josh Homme einer der sympathischsten, talentiertesten und coolsten Rockstars unseres Planeten ist.

Queens Of The Stone Age – …Like Clockwork
VÖ: 31. Mai 2013, Matador
www.qotsa.com
www.facebook.com/QOTSA

httpvh://youtu.be/Shgpssp9ZpA

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