Musik

Veröffentlicht am 1.07.2013 | von Dorota

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ALIN COEN BAND – We’re Not The Ones We Thought We Were

Alin Coen Band - We're Not the Ones We Thought We Were CD-Kritik

Nach all meinen Gedanken, nach all deinem Zorn
führt hier kein Weg zurück und keiner nach vorn
nach all den Momenten gezeichnet von Glück
nimmt das Blatt hier die Wendung
ich seh keinen Weg zurück

(Alin Coen Band – Kein Weg Zurück)

So gut wie kein Debüt hat uns mehr bewegt, uns durch gute, aber vor allem schlimme Zeiten geführt. Die Alin Coen Band hat mit ‚Wer bist du?‚ ein deutliches Zeichen im Singer-Songwriter-Pop der deutschen Musikszene gesetzt und uns allen Tränen in die Augen getrieben. Lieder wie ‚Wolken‚, ‚Festhalten‚, ganz besonders aber ‚Ich war hier‚  – Lieder vom Verlassen, Verlassen werden und allem was dazwischen schön ist – zeigten wie toll die deutsche Sprache und ihr Umgang mit Melodien ist.

Auch da waren schon einige englische Titel auf dem Album zu finden, waren aber eher spärlich gesäht. Das neue, aktuelle Album ist dementsprechend anders aufgebaut. Das Motto ist: Bewegung hin zum englischen Wort! Nur ganze zwei deutsche Songs finden sich auf ‚We’re Not The Ones We Thought We Were‚ wieder. Eine kleine Enttäuschung für den Verehrer der Wortwahl von Sängerin Alin. Eine Wiederholung gibt es lediglich im gewählten Thema: Die Liebe und ihre Haken.
Die Single ‚Kites‚ und ihr dazugehöriges, elegantes schwarz-weiß Video waren zu Beginn die richtige Wahl für die Ankündigung eines neuen Albums. Zurückhaltend und fast schüchtern melden sich die Vier zurück, beinahe als wollen sie niemanden stören, niemanden verdrängen, sondern sich einfach nur ein Plätzchen suchen, wo sie verweilen und vor sich hinspielen können. ‚Fountain‚ nimmt sich da schon etwas mehr Raum, wirkt größer. Wiederrum ohne dem Zuhörer ins Gesicht zu springen, aber man merkt doch schon bei den ersten Titeln, dass die Band mehr zu tun hat. Mehr Instrumente, eine glattere Produktion, weniger ‚meine-Akustikgitarre-und-ich‘-Momente. Man probiert sich aus. Und doch, einen Song gibt es, der die maulenden Fans leise stimmt: ‚Kein Weg zurück‚. Da ist sie wieder, die Trauer, die unglaubliche Einsamkeit, die gefühlt nur durch Alin Coens Stimme wirklich authentisch ist. Tiefpunkt auf halber Strecke. In die gleiche Kategorie gehört ‚Rifles‚ und folgt direkt im Anschluß. Poppiger wird es natürlich auch mit ‚As I Am‚ oder ‚Disconnected‚.

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, dann war die Alin Coen Band die einzige Band bisher bei der ich mir keine zweite Platte ersehnt hatte. ‚Wer bist du?‘ ist zeitlos und und verliert nie wieder seine Erinnerungen an die vergangene Zeit. Der Zugang zu Album Nummer 2 ist schwieriger, nicht nur wegen der englischen Sprache, sondern wegen einer Art unbemerkten Wandel ins Erwachsenwerden. Es dauert bis man sich damit wohlfühlt, bis man es so wie es ist annehmen kann. Es wird aber mit jedem Mal hören besser und schöner. Es braucht Zeit, wie alles im Leben und auch ‚We’re Not The Ones We Thought We Were‘ wird sich mit Erinnerungen, Situationen und Menschen verknüpfen und auf seine Art zeitlos sein.

4von54

Alin Coen Band – We’re Not The Ones We Thought We Were
VÖ: 28. Juni 2013, Modul Entertainment
www.alincoen.com
www.facebook.com/alincoenband

httpvh://www.youtube.com/watch?v=zjg-QJc3r10

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