Film

Veröffentlicht am 24.07.2013 | von Dominik

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DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ – Filmkritik

Kansas ist voller guter Menschen. Ich will aber nicht gut sein – ich will der größte sein!

(Oscar Diggs – Die fantastische Welt von Oz)

Die technischen Entwicklungen und Neuerungen der Kino-Industrie in den letzten paar Jahre, halten immer wieder als Argument dafür her, dass charmante Klassiker der Filmhistorie in ein neues, zeitgemäßeres Gewandt gebracht werden. Die Rechnung ist dabei eine einfache: Einen schon bewährter Stoff, plus interessierte Fangruppe, plus neue Fans = ein großer Haufen potentielles Geld. Dennoch ein schwieriger Grad – denn viele Kinogänger haben schon ein sehr genaues Bild davon, was sie sehen wollen. Grund genug für Regisseur Sam Raimi (‚Spider-Man‚, ‚Armee der Finsternis‚) bei seiner Adaption des Oz-Stoffes eine Hintertür zu wählen und eine Art inoffizielles Prequel zu ‚Der Zauberer von Oz‚ zu drehen.

Kansas, 1905: Oscar Diggs (James Franco), genannt Oz, verdient sein Geld mit Illusionen, die mehr schlecht als recht, dem Publikum vorgaukeln sollen, er sei ein Magier. Doch das Geschäft läuft nicht und Diggs, der sich so gerade noch über Wasser halten kann, verbringt seine Abende mit seinem scheinbar letzten Hobby: Frauen. Die Kehrseite davon ist jedoch, dass er sich dabei auch den ein oder anderen Feind macht – zum Beispiel die Freunde und Männer der Frauen, die er mit seiner Masche um den Finger wickelt. Kurzerhand muss er so mit seinem Heißluftballon vor einem auf diese Art zum Feind gewordenen Kollegen fliehen und gerät in einen Wirbelsturm, der ihn in das Land Oz verschlägt.

Dieses ist voller Magie, sprechender Tiere und wundersamer Kreaturen und Oz hält auch für Diggs eine Möglichkeit bereit: Die Prophezeiung sagt nämlich voraus, dass ein großer Magier kommen wird, um die Einwohner von Oz vor den zerstörerischen Machenschaften böser Mächte zu retten – und Diggs wird für diesen Magier gehalten. Und wo Ruhm ist, ist auch Reichtum, denn der Magier soll nicht nur das Reich retten, sondern auch noch den Thron besteigen und die Schatzkammer sein Eigen nennen. Diggs wittert seine Chance…doch ob er mit den Konsequenzen zurecht kommt?

Raimi ist mit ‚Die fantastische Welt von Oz‚ vielleicht einer direkten Konfrontation mit den Erwartungen des Publikums an ein Remake eines der Klassiker der Filmgeschichte aus dem Weg gegangen, er hat dabei aber auch eine sehr liebevolle Hommage an das Original aus dem Jahre 1939 geschaffen und erzählt gleichzeitig noch die Vorgeschichte um den Zauberer von Oz. Die an sich schon häufig erzählte Heldenreise vom zwielichtigen Typen, mit guten Kern, der an seinem Abendteuer wächst, erstrahlt dabei in den buntesten 3D-Farben, nachdem man zu Beginn, vergleichbar zu ‚Der Zauberer von Oz‘, einen schwarz-weiß Einstieg in die Geschichte wählte, kombiniert mit der Begrenzung des Bildes auf das 4:3-Format. Erst das magische Land von Oz vermag dann die Grenzen des Formates aufzubrechen und eine Farbflut auszulösen. Ein guter Kniff, der dem Spektakel viel Charme verleiht, genauso wie viele der wundersamen Gestalten und die märchenhaften Hexen, die Diggs‘ Weg auf seiner Reise kreuzen. Alles in allem ist ‚Die fantastische Welt von Oz‘ ein Film für die ganze Familie geworden…und eine gelungene Illusion, eines der Zauberer der Kinokunst.

Oz the Great and Powerful (USA 2013)
Regie: Sam Raimi
Darsteller: James Franco, Mila Kunis, Michelle Williams, Rachel Weisz, Zach Braff
DVD-VÖ: 11.07.2013, Walt Disney

httpvh://www.youtube.com/watch?v=bbtNLQ_i79I

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Über den Autor

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