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Veröffentlicht am 24.09.2013 | von Lisa

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HANNAH GEORGAS – Hannah Georgas

I get myself sick thinking so hard about it,
wishing I could just say no.
All my friends think I should just stop talking about it.
How can I just let this go?
I fantasize all the time about letting you, letting you go.

(Hannah Georgas – Fantasize)

Kanada ist nicht unbedingt das erste Land, das einem in den Sinn kommt, wenn man an weibliche Popstars dieses Jahrtausends denkt. Mit Hannah Georgas wird sich das hoffentlich ändern. Mit ihrem zweiten, selbstbetitelten Album hat die 30-jährige ein Album voller kleiner Popjuwelen geschaffen. Stets unglaublich catchy, aber trotzdem nie glattpoliert, sondern immer mit einen gewissen künstlerischen Anspruch.

Bereits der Opener, ‚Elephant‚ legt in epischer Breite dar, welches Potential sich hinter dem Rotschopf der in Vancouver residierenden Dame verbirgt. Eingangs nur von einem dunklen, pulsierenden Beat und Georgas Stimme getragen, die in den Höhen und in der Intonation und Sensibilität teilweise an Florence + the Machine erinnert, resümiert sie eine Liebe am Wendepunkt. “These days I’m running to escape […]is there any love left for me? […] It’s just a little love that I need” fleht sie, während die Beats sich immer düsterer auftürmen und irgendwann in einem emotionalen Finale enden.

Doch Hannah Georgas beherrscht nicht nur die dunklen musikalischen Seiten, auch verspielte Popsongs wie das lebhaft-feiste ‚Shortie‚, in dem sie mit angriffslustiger Stimme auf rhythmischem Popbeat eine Feiernacht nach einer schmerzhaften Trennung durchspielt (“I’m gonna dance dance dance until the cops come”) oder das überraschend verquere ‚Somebody‚, das muskalisch luftig-leicht dahergepluckert kommt, inhaltlich aber in den eher düsteren Gefilden der unerwiderten Liebe wildert: “I just hope that someday someone’s gonna break your heart / gonna break your heart / and then you’ll finally see / you’ll feel what I’ve always felt”, sind auf dem Album zu finden. Toll ist auch ‚Ode to Mom‚, eine schmerzhafte Gitarrenballade über den Tod von Georgas Vater, mit dem klar wird, dass Georgas in erster Linie eine tolle Songwriterin ist.

‚Hannah Georgas‘ ist definitiv ein Popalbum – Synthiebeats wechseln sich dabei mit folkig angehauchtem Material ab, auch gitarrenlastige Songs sind zu finden. Doch im Gegensatz zu den vielen weiblichen “Popstars” dieser Tage, angefangen von Katy Perry über Lady Gaga und Konsorten, merkt man bei Hannah Georgas, dass sie Vollblutmusikerin ist, dass die Songs ihre eigenen sind. Ihre Stimme trägt ihre Persönlichkeit, hat Ecken und Kanten, wird nicht von billigen Beats und Effekthascherei plattgetrampelt. Ein wirklich hörenswertes Album, von dem sich der ein oder andere, der sich momentan in den Charts tummelt, eine große Scheibe abschneiden könnte.

Hannah Georgas – Hannah Georgas
VÖ: 27. September 2013, Dine Alone Records
www.hannahgeorgas.com
www.facebook.com/TheMusicOfHannahGeorgas

http://youtu.be/FF-VVyu6L_M

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