Reviews

Veröffentlicht am 5.09.2013 | von Lisa

Lanterns On The Lake – Until The Colours Run

The great crime of our times
Was the silence and closing eyes
This could be ours for the making
but we’d sooner fold…

(Lanterns On The Lake – Until The Colors Run)

Lanterns On The Lake, die fünfköpfige Newcomerband aus Newcastle, UK, beglückt uns dieser Tage mit ‚Until The Colours Run‚, ihrem zweiten Langspieler nach dem tollen Debüt ‚Gracious Tide Take Me Home‚. Und – das sei gleich vorneweg gesagt – auch das oft so schwierige zweite Album schindet mächtig Eindruck.

Beginnend mit dem wunderbar melancholischen ‚Elodie‚, das zunächst leise, wie auf Zehenspitzen stehend beginnt, um dann in der Bridge auf fast schon Interpoleske, wütend-verzerrte Gitarren zu treffen, die einen wunderbaren Kontrast zu den flehenden Streichern der Strophen und dem hauchzarten Gesang von Sängerin Hazel Wilde bilden.

The Buffalo Days‘ hingegen hat  musikalisch viel stärkere Folk-Anleihen, geht treibend nach vorne und zeigt, dass Wilde nicht nur den zart gehauchten Gesang beherrscht, sondern eben auch die kraftvolleren Töne. Der Song endet in einem furiosen, kraftvollen Finish, das erneut an Bands wie Interpol oder auch die Editors erinnert – und doch ganz eigen ist.

Lanterns On The Lake verbinden virtuos Folkelemente mit düsterem Singer / Songwriter-Feeling, melancholisch-verzerrte Gitarren treffen auf schwertragende, fast schon mystisch angehauchte Pianomelodien, Sängerin Hazel Wildes Stimme klingt mal ätherisch-gespenstisch (‚Green And Gold‚), mal abgeklärt, fast schon ein bisschen rotzig (‚Another Tale From Another English Town‚), und dann wieder so zart-flüchtig, als würde sie vom nächsten Windhauch mir nichts dir nichts weggepustet (‚The Ghost That Sleeps In Me‚), und  über allem hängt wie ein Schleier diese unerklärliche Melancholie, von der man sich wohlig warm einsudeln lassen kann, die nie einfach nur traurig, sondern viel vielschichtiger ist.


Lanterns On The Lake – Until The Colours Run
VÖ: 4. Oktober 2013, Pias Coop/Bella Union, Rough Trade
www.lanternsonthelake.com
www.facebook.com/LanternsOnTheLake

 

Lanterns On The Lake – Until The Colours Run Lisa

Zusammenfassung: Die Band beschäftigt zweifelsohne ein gewisser Existentialismus, soviel wird sowohl textlich als auch musikalisch deutlich, und sie schaffen sich ihre ganz eigene Nische, in der sie und ihre Musik existieren – zeitlos, außergewöhnlich, niemals belanglos und vielleicht schwerer als so manch einem lieb ist, aber mit so viel Tiefgang und Herzblut, dass man sich sicher sein kann, dass dieses Album auch nach dem zwanzigsten Hören noch etwas Neues zu bieten hat.

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