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Veröffentlicht am 22.01.2014 | von Eva-Marie

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NATHANIEL RATELIFF – Falling Faster Than You Can Run

We built fires large enough that it burned the woods.
Remember the sparks that caught the wind and torched the field.
We stomped at the grass in the cracks and the crust to no avail.
And I’ll get burned if the wind takes more than it should.
And hey, it’s a crazy life.

(Nathaniel Rateliff – I Am)

Nathaniel Rateliff trägt Bart, trägt seine Gitarre eng am Oberkörper und stapft rhythmisch mit dem Fuß. Folk eben. Mit ‘Falling Faster Than You Can Run’ erscheint sein bislang zweites Soloalbum. Zuvor war er unter dem Namen Nathaniel Rateliff And The Wheels unterwegs und hat zudem noch eine Soulband namens Nathaniel Rateliff and the Night Sweats.

Still Trying’ läutet die Platte ein. Im klassischen Singer-Songwriter-Gewand schleicht der Song, getragen von einem klassischen Folkriff, bedächtig durch das Ohr. Freunde von Mumford & Sons und den Lumineers werden jetzt bereits zufrieden mitwippen. Genau damit beginnt aber auch schon das Problem: Nathaniel Rateliff klingt wie all die Folkbands, die in den letzten Jahren aus den Boden sprossen. Man muss zwar sagen, dass er mit der Gründung 2005 schon recht früh auf diesen Zug aufgesprungen ist, doch hat er sich nie recht bemüht, einmal in einen anderen Waggon zu steigen. Vielleicht ist es eine generelle Überdosis von Folkbands, die es einen schwer fallen lässt, noch möglichst objektiv über diese Musik zu urteilen. Vielleicht gibt es daran gar nichts schlecht zu finden, in einem Genre wie alle anderen Bands, in dem Genre zu klingen. Vielleicht aber ist es 2014 auch erst einmal genug. So viel dazu.

‘Falling Faster Than You Can Run’ ist jedenfalls ein sehr durchdachte und koordinierte Platte, die in sich nicht den Anspruch hat, den aktuellen Folk zu revolutionieren. Hat man sich darauf gedanklich eingelassen, kann man bei Songs wie bei ‘I Am’ ohne lange Nachzudenken wippen, summen und uhuhuuuhen. Wir wissen ja mittlerweile, wie das funktioniert. Findet man sich außerdem mit der Berechenbarkeit der Songs ab, könnte man sich fast von ‘How To Win’ und ‘Nothing To Show For’ überraschen lassen.

Einen positiven Moment gibt es dann allerdings mit ‘Right On’, der ein wenig aus dem Folk-Schema herausfällt und sich eher dem klassischen Singer-Songwritertum widmet. Der flufft vor sich hin und versprüht eine Leichtigkeit, die den ansonsten konstruiert wirkenden Songs entgegensteht. Als hätte sich Nathaniel Rateliff an dieser Stelle ein bisschen locker gemacht und sich eben nicht von den Genregrenzen einspannen lassen. Auch ‘Forgetting Is Believing’ ist ein ähnliches Beispiel. Nathaniel gibt seiner Stimme und der E-Gitarre mehr Raum. Etwas noisiger, das steht der Band gut.

So richtig kann man sich von Vergleichen und Genre-Stereotypen leider nie ganz loslösen. Von elf Songs sind zwei erwähnenswert, die sich ein wenig von der restlichen Platte emanzipieren. Ansonsten ist ‘Falling Faster Than You Can Run’ leider nicht viel mehr, als eine mittelmäßige Folkplatte, die sich nicht viel Mühe gemacht hat, Alleinstellungsmerkmale zu suchen.

Nathaniel Rateliff – Falling Faster Than You Can Run
VÖ: 31. Januar 2014, Thirty Tigers, Alive
www.nathanielrateliff.com
www.facebook.com/nathanielrateliff

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