Kritik no image

Veröffentlicht am 1.04.2014 | von Tobias

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THE COUNSELOR – Filmkritik

Ich hab vor dich zu lieben, bis ich sterbe.

Counselor – The Counselor

Der Counselor (Michael Fassbender) führt ein angenehmes Leben, er hat eine Verlobte (Penélope Cruz), die ihn liebt und ist ein angesehener Anwalt. Als er Reiner (Javier Bardem) kennenlernt, ändert sich dieser Zustand schlagartig. Dieser überzeugt den Counselor, dass er viel mehr aus seinem Leben machen könnte. Geblendet von dieser Aussicht, lässt er sich auf ein Drogengeschäft ein. Doch – wer hätte es gedacht – so einfach läuft es nicht mit der Drogenmafia…

Was viele nicht wissen, ist, dass Regisseur Ridley Scott vor seiner Karriere als Regisseur viele Jahre als Szenenbildner und durch Werbefilme sein Geld verdiente. Nicht verwunderlich, wenn das Werk des britischen Regisseurs nach diesen Gesichtspunkten untersucht wird. Fast jeder seiner Filme weist eine hohe visuelle Dichte auf und zeugt von einem großen ästhetischen Grundgefühl.  Aber leider ist ihm in ‚The Counselor’ gerade dies zum Verhängnis geworden.

Für Scott ist der Film schon fast eine kleine Produktion, kennt man ihn insbesondere aus Filmen wie ‚Blade Runner’, ‚Gladiator‘ oder auch ‚Black Hawk Down’. ‚The Counselor’ kommt sehr cool und sehr stylisch dahin. Jede Farbe, jede Kleidung scheint sorgsam ausgewählt worden zu sein um ein cooles Gesamtbild zu erschaffen. Dabei erinnert der Film stark an eine Hochglanzwerbung, die dem Kunden eine Rolex oder eventuell ein neues, schickes Auto verkaufen will. Aus diesem Grund bleiben die Charaktere sehr im Hintergrund. Es ist fast unmöglich eine Verbindung oder Symphatie zu den einzelnen Figuren aufzubauen, weil auch sie immer eine gewisse Kühle mit sich tragen. Das führt zu Gleichgültigkeit, welche nicht förderlich für einen Spannungsbogen ist oder hilft, dass der Zuschauer bei der Story bleibt.

Zu diesem Dilemma kommt hinzu, dass sich Ridley Scott gar keine Zeit lässt auch nur irgendeinen Handlungsstrang genauer zu beschreiben oder ihn zunächst einmal richtig einzuführen. Schon lange war man nicht mehr so hilflos einer Story zu folgen oder ihren Sinn auszumachen. Manche halten das für große Kunst oder die Rückkehr des Action-Arthaus Kino. Letztendlich macht es aber gar keinen Spaß, diesen Film zu schauen. Es ist als hätte man ein Steak im Restaurant bestellt und bekommt stattdessen nur einen großen Beilagensalat.

Es scheint als will sich Ridley Scott neu erfinden und weg von seinem Blockbuster-Image, hin zu coolen, stylischen Filmen, die mit weniger Prunk und Ausstattung auskommen. Die Intention ist schön, die Umsetzung dabei mangelhaft.

Regie: Ridley Scott
Darsteller: Michael Fassbender, Penélope Cruz, Cameron Diaz, Javier Bardem, Brad Pitt
DVD-VÖ: 2. April 2014, 20th Century Fox Home Entertainment

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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