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Veröffentlicht am 23.05.2014 | von Lisa

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THE TROUBLE WITH TEMPLETON – Rookie

The Trouble With Templeton - Rookie CD-Kritik

You are new
Never seen that face before
Punched in school
I guess that’s what these scars are for
Such a fool
You thought those words we are
It’s quite askew

(The Trouble With Templeton – You Are New)

Schon lange hat man im Indie-Sektor nichts mehr aus Australien gehört – eine Tatsache, die sich nun ändern wird. The Trouble with Templeton, eine Band aus dem fernen Brisbane, veröffentlichte ihr Album ‚Rookie‚ auf dem Koala-Kontinent bereits letztes Jahr, und bringt die Scheibe nun auch zu uns.

Angeführt von Songwriter und Sänger Thomas Calder gelingt der Band damit auf Anhieb ein groβer Wurf, lohnt es sich bereits vorab zu sagen. ‚Rookie‘ ist ein erstaunlich gutes Debütalbum, wie man bereits beim Opener ‚Whimpering Child‚ feststellt – einem wunderbar melodiösen, eher spärlich instrumentierten, aber dennoch mystisch-fesselnden Song, der unweigerlich Vergleiche mit Radiohead aufkommen lässt. Calders Stimme hat eine ähnlich sensible, gespenstisch-schöne Qualität wie die Thom Yorkes, und sie trägt das Songwriting der Band in ganz entscheidender Weise, und führt wie ein roter Faden durch dieses Album.

Das schöne und vor allem das Spannende an ‚Rookie‘ ist, dass es so unvorhersehbar ist. ‚You Are New‚, der zweite Song des Albums, ist eine wunderbare, auf einer traurigen Gitarre basierende, langsam-swingende Ballade, während ‚Like A Kid‚, Nummer 4 des Albums, auf einmal mit infektiösen hymnischer Gitarrenriffs und einem Mitsing-Chorus a la Arctic Monkeys daherkommt und einen völlig überrascht.

Die Band verlässt sich hier nicht auf einen Stil, auf eine Richtung, sondern zieht alle Register ihres Könnens, ohne dabei irgendwo an Fahrt zu verlieren oder es an Qualität vermissen zu lassen – die Songs sind nicht bloss dahingerotzt, sondern zeugen von einer mitreiβenden Emotionalität des Songwritings und immensem musikalischen Potential – und über allem schwebt Thomas Calders Stimme, die einen einfach in seinen Bann zieht.

Six Months In A Cast‚ ist zum Beispiel ein folkig-schrammelnder, nach vorne gehender Ohrwurm, während Calder auf ‚I Recorded You‚ , einer traurig-gespenstischen Ballade einer verlorenen Liebe nachtrauert. ‚Soldiers‚ erweist sich als ein weiteres Highlight auf ‚Rookie‘ – eine mystisch-instrumentierte, verzweifelte Ballade, in einem nervösen Sound- und Stimmengewirr endend, das einen berührt zurücklässt.

‚Rookie‘ ist so gut, weil es sich nicht auf eine Richtung festlegen lässt, weil es vielseitig ist – und zwar vielseitig gut. Es gibt nicht wirkliche Fehlgriffe auf diesem Album, und für ein Debüt ist das wirklich beachtlich. The Trouble With Templeton ist demnach eine Band, die man sich definitiv vormerken sollte – denn mit einem Debütalbum wie ‚Rookie‘ steht den Australiern nur Groβes bevor. So viel steht fest.

5von5

The Trouble With Templeton – Rookie
VÖ: 09. Mai 2014, Pias
www.thetroublewithtempleton.com
www.facebook.com/TheTroubleWithTempleton

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