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Veröffentlicht am 27.01.2015 | von Eva-Marie

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THE DECEMBERISTS – What A Terrible World, What A Beautiful World

Say that you will
Say you will or will you won’t
Or you whatever you prevaricate
Your whole life, don’t you?

This much I can say:
I would’ve waited till the oceans
Fell Away and all the sunken cities
Would reveal themselves to you

But you won’t, will you?
Because you never do
And the sun burned through
Sweet as honeydew

(The Decemberists – Lake Song)

Vier Jahre war es recht ruhig um die Band aus Portland, bis sie ankündigten Anfang 2014 wieder in Studio zu gehen. Dabei heraus kam ‚What A Terrible World, What A Beautiful World‚ – ein Album, das endlich wieder an die großen Melodien, der ersten Platten anschließen kann. Sie beweisen damit, dass sie nach wie vor einer der wichtigsten Vertreter der modernen Folkmusik sind.

Waren die voran gegangenen Alben der Decemberists textlich oft sehr kryptisch beziehungsweise an Themen orientiert, die nie so ganz greifbarer waren, öffnet Colin Meloy mit diesem Album sein Herz. Es ist ein sehr persönliches Album geworden. Die vertraute Melodie der Decemberists erklingt schon beim ersten Song ‚The Singer Addresses His Audience‚. Eine ruhige Gitarre, ein paar Streicher und die kleinkindliche Stimme Meloys eröffnen die Platte mit einem Augenzwinkern.

Schon bei der ersten Rotation ist klar, das hier ist keine ‚Crane Wife‚ und keine ‚Picaresque‚, sondern alles ist klarer, sowohl textlich als auch musikalisch. Das machte auch schon der erste Vorgeschmack ‚Make You Better‚ deutlich, den sie im November 2014 veröffentlicht haben. Hier werden keine Märchen erzählt, sondern das ist Alltag. Auch dieser Song ist für Meloy-Verhältnisse eher reduziert. Seine Stimme steht klar im Vordergrund, als wäre mit dem Album die Zeit gekommen, seine eigene Geschichte zu erzählen.

Lake Song‚ ist der fünfte Song der Platte und der unübertroffen beste der Platte. Die Nick Drake-Reminiszenz ist so offenkundig spürbar und steht der Band so unglaublich gut. Das etwas versetzte Piano und die pointierten Zeilen lassen den Song schon beim ersten Hören zum Lieblingssong werden. Das ist wahrlich eine Singer/Songwriter-Perle, die man auf Folk-Album andere Bands der letzten paar Jahre, schmerzlich vermisst hat. Der Song kann getrost mehrfach hintereinander laufen, bis man überhaupt die Vielschichtigkeit versteht, die dennoch so charmant beiläufig wirkt.

Das Niveau der Platte ist durchweg sehr hoch und mit ‚The Wrong Year‚ liefern sie auch schon einen Ohrwurm. Refrains können sie, das war schon immer so. Mit ‚Better Not Wake The Baby‚ haben sie außerdem ihren obligatorischen altertümlichen Song nicht vergessen, um dann mit ‚Anti Summersong‚ eine neue Album-Hymne nachzuschieben. Man kann sich jetzt schon die Fan-Gesänge bei anstehenden Decemberists-Konzerten für 2015 vorstellen.

‚What A Terrible World, What A Beautiful World‘ ist ein wirklich guter Einstieg ins neue Jahr und die Decemberists haben die Latte damit sehr hoch gehängt. Mit der Platte haben sie sich vielleicht nicht viel Neues getraut, aber genau damit sehr viel richtig gemacht. Mit noch mehr Experimentierfreude und noch ein bisschen mehr Nick Drake gibt es das nächste Mal vielleicht die volle Punktzahl.

4von5

The Decemberists – What A Terrible World, What A Beautiful World
VÖ: 16. Januar 2015, Rough Trade
www.decemberists.com
www.facebook.com/thedecemberists

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