Kritik no image

Veröffentlicht am 12.05.2015 | von Dominik

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BLUE RUIN – Filmkritik

Blue Ruin - Filmkritik

So ist das nun mal – der mit der Waffe hat ja immer Recht!

(Teddy Cleland – Blue Ruin)

Dwight Evans wirkt auf den ersten Blick wie ein friedlicher Einsiedler, der in seinem Auto haust, hier und da in Wohnungen einsteigt um zu duschen aber an sich nichts böses an sich zu haben scheint. Doch durch die Nachricht, dass der Mörder seiner Eltern freigelassen wird, scheint sich alles zu ändern und sein Leben, das durch den grausamen Verlust in einem Art pausierten Zustand ohne Inhalt und Ziel existierte, nimmt wieder Fahrt auf. Denn es ist klar: Dwight will den Mörder nicht davon kommen lassen…und löst damit eine Spirale der Gewalt aus!

Blue Ruin‚ hält sich nicht lange mit einer Charakterzeichnung oder dem Aufbau der Hintergrund-Geschichte auf. Vielmehr zeigt die Indie-Produktion, wie ein einfacher Mensch durch Gewalteinwirkung von außen jeglichen Kontakt abbricht und sich auf einen Rachefeldzug begibt. Doch trotz des nicht wirklich neuen und an sich simplen Inhalts besticht der Thriller von Regisseur Jaremy Saulnier durch seine durchweg spannende Schilderung, tolle Bilder und mit Macon Blair einen außergewöhnlichen Hauptdarsteller, dem man sein Handeln in jedem Moment abnimmt und der trotz seiner Taten eine Art Sympathieträger ist. Er ist es, der ‚Blue Ruin‘ zu einem Erlebnis und einer gefühlsmäßigen Achterbahnfahrt macht, während er sich in immer größere moralische Abgründe begibt. Das Gesehene hinterlässt dann letztlich auch einen ähnlich üblen Nachgeschmack wie zuletzt vielleicht ‚Breaking Bad‚, scheint sich hier doch ein an sich guter Mensch gezwungen zu sehen die immer falschen Wege einzuschlagen und sich dabei mit Schuld zu beladen und jegliche Menschlichkeit zu verlieren.

‚Blue Ruin‘ ist kein einfacher Thriller, bietet keine großen Action-Feuerwerke oder übermenschliche Kampfszenen. Vielmehr ist die amerikanische Produktion ein fast tiefgründiges Kammerspiel der menschlichen Abgründe, das mehr andeutet, als es ausspricht, das leise und unnachgiebig noch lange in Erinnerung bleibt. Dabei erinnert er an Filme wie ‚History of Violence‚ von David Croneberg oder auch ‚Oldboy‚, ohne jedoch die Gewaltschraube zu sehr anzudrehen. Dennoch: Ein sehr lohnenswerter Indie-Film, den man uneingeschränkt empfehlen kann!

4von5

Blue Ruin (USA 2013)
Regie: Jeremy Saulnier
Darsteller: Macon Blair, Devin Ratray, Amy Hargreaves, Kevin Kolack, Eve Plumb, David W. Thompson
DVD-VÖ: 14. April 2015, Ascot Elite Home Entertainment

Zum DVD- und Blu-ray Start von ‚Blue Ruin‘ verlosen wir in Kooperation mit Ascot Elite Home Entertainment zwei Exemplare der Blu-ray des Films! Wer gewinnen will schreibt uns bis zum 19. Mai eine Mail mit seiner Adresse und dem Betreff „Blue Ruin“ an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück habt ihr bald schon frohe Filmpost von uns in eurem Briefkasten!

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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