Kritik

Veröffentlicht am 24.07.2015 | von Dominik

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JUPITER ASCENDING – Filmkritik

Zeit ist in diesem Universum die größte Ware!

(Kalique Abrasax – Jupiter Ascending)

Seit ihrer philosophisch-futuristischen Endzeit-Trilogie ‚Matrix‚ haben Lana und Andy Wachowski bei Science Fiction-Fans einen Stein im Brett…und mit einer gehörigen Erwartungshaltung zu kämpfen, erhoffen sich doch die Fans bei jedem Film ein ähnlich überwältigendes Erlebnis wie beim zu seiner Zeit bahnbrechenden ersten ‚Matrix‘-Teil! Bisher ist es den Geschwistern jedoch weder mit ‚V wie Vendetta‚, noch bei ‚Speed Racer‚ gelungen daran anzuknüpfen – am ehesten vielleicht noch bei ‚Cloud Atlas‚, wo sie allerdings „nur“ die Co-Regie von Tom Tykwer übernahmen und mit ihm auch das Drehbuch schrieben, beziehungsweise den Film produziert haben. Doch vielleicht sorgt die Rückkehr zum Fantastischen bei ‚Jupiter Ascending‚ ja für Freude unter den Fans?

Als Jupiter Jones (Mila Kunis) auf die Welt kommt, wurde ihr Vater schon von Einbrechern umgebracht und ihre Mutter ist auf der Suche nach einer sicheren Heimat für die junge Familie auf der Flucht nach Amerika. Dort angekommen und aufgewachsen besteht der Alltag der hübschen Einwandererin jedoch nur aus Tristesse – genauer: sie reinigt mit ihrer Mutter die Häuser anderer Menschen und teilt sich aus Geldmangel auch ein Schlafzimmer mit ihr. Doch Jupiter wurde unter einem Nachthimmel geboren, dessen Zeichen darauf hindeuten, dass sie eines Tages Große vollbringen soll…doch manchmal kommt „eines Tages“ früher als man denkt und so wird Jupiter schon kurze Zeit später von einem genmanipulierten außerirdischen Soldaten (Channing Tatum) konfrontiert, der sie entgegen seiner Befehle zu schützen versucht – denn es scheint so als sei sie die Inkarnation einer der mächtigsten Herrscherinnen im Universum!

Wer sich an dieser Stelle aufgrund der haarsträubend wirkenden Geschichte ausklingt, sollte sich noch mal den Plot von ‚Matrix‘ durchlesen…spart sich aber vielleicht kostbare Lebenszeit (was laut ‚Jupiter Ascending‘ sogar als der größte Verlust anzusehen wäre) denn leider schaffen die Wachowskis auch mit ihrem neusten Werk nicht zu alter Stärke zurück zu finden, sondern scheitern wieder in Schönheit daran Effekthascherei, Schauspiel und Story unter einen Hut zu bringen. So bleibt die Geschichte der Charaktere nur sehr oberflächlich, samt komplett hanebüchener Love-Story und Vin Diesel-Gedenk-Schauspiel (oder eher nicht-Schauspiel) von Tatum und der Film bewegt sich viel zu langatmig auf ein egales Ende hin. Auf die Kosten kommen dagegen Menschen, die überdrehte und viel zu lange Verfolgungsjagden mögen…oder bunte Farben. Schade um die 150 Millionen US-Doller Produktionskosten…und natürlich die Zeit aller Beteiligten…

2von5

Jupiter Ascending (USA 2015)
Regie: Lana & Andy Wachowski
Darsteller: Channing Tatum, Mila Kunis, Eddie Redmayne, Douglas Booth, Sean Bean
Blu-ray & DVD-VÖ: 25. Juni 2015, Warner Home Video

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Über den Autor

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