Kritik

Veröffentlicht am 27.01.2016 | von Dominik

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TRUE DETECTIVE – Staffel 2

True Detective - Staffel 2

Manchmal ist dein schlimmstes Ich auch dein bestes.

(Frank Semyon – True Detective – Staffel 2)

In 2014 kam man als Serien-Fan an einem neuen Projekt nicht vorbei: ‚True Detective‚. Aus der Feder von Autor Nic Pizzolatto entspannte sich in der ersten Staffel der HBO-Produktion in den Sümpfen von Louisiana eine Hetzjagd nach einem Ritual-Serienmörder – doch nicht nur der Mörder hatte Dreck am Stecken. Auch die beiden Cops (einmalig gespielt von Matthew McConaughey und Woody Harrelson) hatten mehr Abgründe und Probleme als es ihnen lieb sein konnte. Die Grenzen verschwammen immer mehr zwischen Gut und Böse, weshalb die Polizei Jahre später den Fall wieder aufnahm und die beiden getrennt voneinander nach den damaligen Vorkommnissen befragte.

Ähnlich wie auch bei der Erfolgsserie ‚Fargo‚ aus dem gleichen Jahr und bei ‚American Horror Story‚ entschlossen sich die Macher für die zweite Staffel die Geschichte komplett neu aufzurollen – mit neuem Schauplatz, neuem Cast und neuer Geschichte. Also alles neu unter gleicher Flagge – nur mit den großen Erwartungen der Fans als übergewichtiges Gepäck.

Eine Motorradstreife findet durch Zufall den Tatort eines bizarren Mordes, bei dem das Opfer rituell verstümmelt worden ist. Durch die Herkunft des Opfers, den Fundort und die aktuellen Ereignisse werden drei Polizeibeamte (Colin Farrell, Rachel McAdams und Taylor Kitsch) zusammengeführt, die alle drei ihr privates Paket mit sich tragen, neben den Ermittlungen in dem Fall auch die anderen beobachten sollen und um ihre eigene Zukunft kämpfen. Der Fall weitet sich aus und wird immer finsterer, denn kriminelle Absprachen um ein staatliches Bauprojekt haben offenbar zur Verschiebung von Millionen geführt. Alle Beteiligten müssen sich ihren inneren Dämonen stellen, um das Verbrechen aufzuklären, während sie sich in der sonnenverdorrten kalifornischen Landschaft in ein Netz aus Verschwörung und Verrat verstricken. Über allem steht die Frage: Soll dieser Fall überhaupt von ihnen aufgelöst werden?

Die Spannung war groß als der Cast für die zweite Staffel von ‚True Detective‘ angekündigt wurde: Würde der ansonsten eher als Blödel-Komiker bekannte Vince Vaughn als übler Verbrecher-Pate überzeugen können, die ansonsten eher für Romantik-Schnulzen-Rollen bekannte Rachel McAdams die toughe Polizistin gut darstellen und der junge Schönling Taylor Kitsch seine Kritiker, die ihm immer wieder fehlendes Schauspiel-Talent vorwerfen, verstummen lassen können. Man kann vorwegnehmen: an den schauspielerischen Leistungen des Casts ist die Kritik, die seit der Ausstrahlung der acht neuen Folgen durchs Netz geistert, nicht festzumachen.

Vielmehr lässt die Handlung zu wünschen übrig und verstrickt sich in Nebenschauplätzen, Verschwörungen und Verrat, ohne allerdings in Form und Inhalt an die Klasse der ersten Staffel zu kommen. War Staffel eins noch mit seinen Rückblenden und den tiefen Abgründen eine schwer zu durchdringende Angelegenheit mit Suchtfaktor, bietet die neue Staffel einen 0-8-15-Plot, der sich wirr von Abgrund zu Abgrund hangelt und hauptsächlich aufgrund von Produktion, Atmosphäre und Cast bei der Stange hält. Nicht falsch verstehen: Die zweite Staffel von ‚True Detective‘ ist keine schlechte TV-Staffel-Produktion – nur wenn man die großartige erste Staffel im Kopf hat, kann man nur eins sein: Enttäuscht.

3von5

True Detective – Season 2 (USA 2015)
Idee: Nic Pizzolatto
Darsteller: Colin Farrell, Vince Vaughn, Rachel McAdams, Taylor Kitsch, Kelly Reilly
VÖ: 28. Januar 2016, Warner Home Video

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