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Veröffentlicht am 9.03.2016 | von Sophia Sailer

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L’AUPAIRE – Flowers

L'aupaire - Flowers CD-Kritik
Foto-© Sophie Krische

She looks like a barbiedoll
And she is way too young
Smoking her cigarette
Like a rolling stone

(L’aupaire – Rollercoaster Girl)

Für Menschen, die sich im Sommer auf deutschen Festivals tummeln, ist er sicherlich kein unbekanntes Gesicht mehr, denn L’aupaire war fleißig und hatte allein 2014 ganze 100 Auftritte. Seine Hausaufgaben hat er auch gemacht: Die erste Platte – ‚Flowers‚ ihr Name – ist die Tage erschienen.

Manche sagen, dass er nach Bob Dylan klingt. Andere erinnert er aber eher an einen anderen deutschen Musiker, der die letzten Jahre sehr erfolgreich war: Milky Chance. In Wahrheit liegt L’aupaire mit seinem Debüt vermutlich irgendwo in der goldenen Mitte. Die unverwechselbare, markante Stimme, eine Mischung aus Folk, Pop und einer Prise Country – Dinge, welche die beiden Landsmänner vereinen – und doch: L’aupaire ist weniger elektronisch aber trotzdem flotter unterwegs und eigentlich und sowieso auch ganz anders als die zuvor Genannten.

Der Opener ‚Hometown‚ ist ein Lied, das gemächlich losstampft. Nichts Überragendes, aber auch nichts Schlechtes. Ein Lied, das einem vielleicht sogar im Ohr bleiben würde, wenn da nicht direkt im Anschluss die Vorabsingle ‚Rollercoaster Girl‚ wäre, die nicht nur deutlich an Geschwindigkeit zulegt, sondern dem ersten Song mit seiner unbestechlichen Eingängigkeit absolut den Rang abläuft. Es folgt der zweite Kracher des Albums, welcher der Platte ihren Titel gab: ‚Flowers‚, welches mit ähnlich großen Schritten wie die Vorabsingle voranschreitet und ihr in Sachen Ohrwurmpotential auch nichts nachsteht. Mit zwei aufeinanderfolgenden Balladen entschleunigt L’aupaire, der eigentlich Robert Laupert heißt, das Album. Was bei ‚Hold On‚ so gut funktioniert, klappt bei ‚Uptown Diva‚ nur bedingt. Irgendwie zu träge, fügt es sich nur schwer in den Rest des Langspielers. Mit ‚The River‚ knüpft Laupert an das Erfolgsrezept von ‚Flowers‘ und ‚Rollercoaster Girl‘ an; zu dem locker-flockigen Song möchte man trotz Minusgraden am liebsten im luftigen Sommerkleidchen barfüßig durchs Zimmer tänzeln. Es erinnert dabei ein wenig an Of Monsters And Men. ‚When The Music Is Over’ ist, wie soll es auch anders sein, der letzte Song das Albums. Würde man das Lied bildlich beschreiben wollen, wäre es wohl die Tür, die ins Schloss fällt oder der Punkt am Ende eines Satzes. Eine Kombination aus Synthesizer und Gesang bildet einen krassen Gegensatz zum restlichen Geschehen und zieht elegant den Schlussstrich.

Es ist eine Platte für ungestüme, warme und fröhliche Momente – kurzum: Ein absolutes Sommeralbum. Dennoch überrollt sie den Hörer nicht, denn ruhige Momente, wie in ‚Hold On‘ bilden den perfekten Gegenpol zu Songs, wie ‚Flowers‘. Nun aber die vielen Worte einmal beiseite – L’aupaire hat das eigentlich selbst am besten auf den Punkt gebracht: die Platte ist letztendlich genauso blumig, wie ihr Titel prophezeit.

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L’aupaire – Flowers
VÖ: 11. März 2016, Virgin Records
www.laupaire.com
www.facebook.com/laupaire

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