Kritik

Veröffentlicht am 29.03.2016 | von Dominik

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STEVE JOBS – Filmkritik

Steve Jobs - Filmkritik

Ich bin schlecht programmiert!

(Steve Jobs – Steve Jobs)

Biopics – die Best Of-Alben der Filmbranche! Kein Wunder, dass eine illustre Gestalt wie Apple-Gesicht Steve Jobs relativ kurz nach seinem Tod aufgrund einer Krebserkrankung in Form von Danny BoylsSteve Jobs‚ schon die zweite filmische Adaption seines Schaffens bekommen hat. Dabei schlägt der britische Filmemacher jedoch einen unüblichen Weg ein und zeigt den amerikanischen Unternehmer und Visionär an drei Scheidewegen seines beruflichen Schaffens und verwebt diese Wendepunkte auch mit seinen privaten Auseinandersetzungen, um auch den Menschen Steve Jobs ins rechte Licht zu setzen.

1984 steht Jobs (Michael Fassbender) vor großen Erwartungen! Das Produkt – der Macintosh – ist eine von ihm engstirnig vorangetriebenes Projekt, mit dem er einen Computer für jeden Benutzer einführen will und der ganz seinen Vorstellungen entspricht. Doch Ruhe vor dem Sturm ist nicht – vor der bis dahin wichtigsten Präsentation seines Lebens holt ihn seine Vergangenheit ein und jeder will etwas von ihm! Zum Beispiel die Mutter seines Kindes, die mit ihm über den Unterhalt reden will und mit seiner Tochter vor der Tür steht. Oder sein alter Kollege Steve Wozniak (Seth Rogen), der für etwas Anerkennung des von ihm geführten Entwicklungs-Teams kämpft.

1988 ist Apple und der Macintosh die große Niederlage in Jobs Biographie, er musste sich ein neues Projekt und eine neue Firma suchen und steht kurz vor der Vorstellung des NeXT, der als Computer für das amerikanische Schulsystem eingeführt werden soll – doch zum Zeitpunkt der Präsentation noch gar nicht funktioniert! Er selbst hat hingegen mit Apple noch lange nicht abgeschlossen – wie auch seine Familie mit ihm nicht!

1998 ist er zurück im Sattel bei Apple – der iMac soll ein großer Erfolg werden und das Blatt für die komplette Firma wenden! Äußerlich entspannt und positiv plant er den Ablauf der Präsentation, bis seine vorherigen Weggefährten mal wieder Gräben auftuen und eine weitere Familienkrise ansteht, die ihn alles andere als kalt lässt.

Kaum ein Gesicht ist so sehr mit einer Marke verbunden wie Steve Jobs mit Apple. Seine Auftritte bei den Produktpräsentationen waren Kult und vor jeder konnte nur gemutmaßt werden wie und mit welchem Produkt er die digitale Welt revolutionieren will! Danny Boyle fängt mit ‚Steve Jobs‘ drei Episoden aus dem beruflichen Schaffen Jobs ein und setzt dabei ähnlich wie David Fincher mit ‚The Social Network‚ auf ein sehr dialoglastiges Werk, indem die große Schauspielklasse seines Hauptdarstellers Michael Fassbender komplett aufgeht, dessen Spiel alleine schon reicht um den Film als „sehenswert“ zu empfehlen! Jobs ist dabei kaum Lichtgestalt und wird nur vor seinen großen Momenten gezeigt, wenn er ungeschönt seine Meinung vertritt und im Konflikt mit ehemaligen Kollegen und Partnern seinen Willen durchsetzt und jegliche emotionale Regung zu vermeiden versucht. Doch ab und an scheint der (Familien-)Mensch Jobs durch. Ein ungewöhnliches filmisches Portrait eines ungewöhnlichen Menschens.

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Steve Jobs (USA 2015)
Regie: Danny Boyle
Darsteller: Michael Fassbender, Kate Winslet, Seth Rogen, Jeff Daniels, Michael Stuhlbarg
Heimkino-VÖ: 24. März 2016, Universal Pictures Germany GmbH

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