Kritik

Veröffentlicht am 14.04.2016 | von Dominik

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Kinotipp der Woche & Filmkritik: A WAR

Kinotipp der Woche & Filmkritik: A War

Kann ja sein, dass du acht Kinder umgebracht hast, aber hier hast du drei Kinder, die leben!

(Maria – A War)

Für den Außenstehenden wirkt es als greife das dänische Arthouse-Kino unverhältnismäßig oft das Thema der Beteiligung Dänemarks am Krieg in Afghanistan auf – doch im Verhältnis mit der niedrigen Einwohnerzahl des Landes, sind auch übermäßig viele dänische Familien mit dieser Thematik konfrontiert. ‚A War‚ ist das neuste Ergebnis dazu und kann mit einiger gehörigen Packung Vorschusslorbeeren – unter anderen ging das Drama für Dänemark als „Bester Fremdsprachiger Film“ ins diesjährige Oscar-Rennen – aufwarten. Doch kann Tobias Lindholms Drama die Erwartungen halten?

Kommandant Claus Pedersen (Pilou Asbæk) und seine Einheit sind in der afghanischen Provinz stationiert und geraten immer mehr zwischen die Fronten. Tagein, tagaus patrouillieren sie durch das Gelände, immer in der Gefahr auf Landminen zu treten…oder von den Taliban ins Kreuzfeuer genommen zu werden. Ein psychischer Druck, dem die junge dänische Einheit fern ihrer Heimat nur schwer gewachsen ist. Als einer ihrer Kameraden auf Patrouille umkommt, versucht Pedersen die Gemüter zu beruhigen indem er seinen Beobachtungsposten verlässt und mit seiner Einheit die täglichen Kontrollgänge absolviert. Es kommt wie es kommen muss und sie geraten in ein Feuergefecht, woraufhin Pedersen Luftverstärkung anfordert – ein folgenschwerer Fehler wie sich herausstellt, weshalb er sich nach seiner Rückkehr in die Heimat vor dem Militärgericht verteidigen muss. Ein zermürbender Prozess beginnt, der ihn immer mehr in ein moralisches Dilemma bringt und ihn für Jahre von seiner Familie trennen könnte.

Nach seinen Regie- und Drehbucherfolgen ‚R‚ und ‚Hijacking‚ bzw. dem Export-Serien-Hit ‚Borgen‚ greift Tobias Lindholm bei ‚A War‘ ein kritisches Thema der jüngeren dänischen Geschichte auf, verwickelt den Kriegs- mit dem Gerichtsschauplatz und schafft letztlich ein Familiendrama. Ruhig, fast schon stoisch entfaltet sich die Geschichte, nahezu als seien es dokumentarische Bilder, die einem die hässliche Fratze des Krieges, die ganze Sinnlosigkeit davon, sowie ihre Opfer zeigt. Spannend ist das letztlich kaum, dafür belastend und auch etwas schwerfällig – aber etwas anderes hat man bei Herkunft, dem Thema und den Beteiligten wohl auch nicht erwarten können. Ein mutiges Stück dänische Filmgeschichte, die sicher nicht jedermanns Geschmack trifft.

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Krigen (DÄN 2015)
Regie: Tobias Lindholm
Darsteller: Pilou Asbæk, Søren Malling, Dar Salim, Tuva Novotny, Charlotte Munck
Kino-Start: 14. April 2016, STUDIOCANAL

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