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Veröffentlicht am 5.04.2016 | von Sophia Sailer

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NIGHT MOVES – Pennied Days

Night Moves - Pennied Days - CD-Kritik
Foto-© Bryan Derballa

Oh you’ve been around, slowly turning

(Night Moves – Carl Sagen)

Night Moves – das ist nicht nur ein schnöder Hollywood-Streifen mit Starbesetzung, den irgendwie trotzdem keiner kennt oder ein Album von Bob Seger. Nein, es ist auch eine Band. Zufälligerweise sogar eine, die diese Tage ihren Zweitling veröffentlichte und damit den ersten Schritt als frischgebackenes Duo wagt. Obwohl die Band nun um ein Mitglied ärmer ist, tut dies dem neuen Album keineswegs einen Abbruch – so viel sei gesagt. Sie überzeugten bereits mit ihrem Debüt ‚Colored Emotions‚, doch das war kein Grund zur Eile für John Pelant und Micky Alfano, die jetzt nach drei verstrichenen Jahren ‚Pennied Days‚ veröffentlich haben.

Mit Hall belegter Gesang, melodische Gitarren – eine Lässigkeit, die geradezu nach Schlaghosen und Hut mit breiter Krempe schreit und so ungeschliffen und nostalgisch wirkt, wie man eben nur verlangen könnte. Ein Flashback in die Seventies, wunderschöne Sommertage und Festival-Feeling, das sind Night Moves weiterhin und damit der perfekte Soundtrack des Frühlings.

Carl Sagan‚ leitet das Album gebührend ein. Der Falsett-Chor des Refrains hängt einem noch im Ohr, wenn ‚Denise, Don’t Wanna See You Cry‚ schon in seiner Mitte angekommen ist. Worüber man beim ersten Durchlauf aus eben diesem Grund hinweghört, stolpert man bei mehrmaligem Hören: Die Vorabsingle ‚Denise, Don’t Wanna See You Cry’ wirkt repetitiv und überrascht kaum, es fehlt das gewisse Etwas. ‚Leave Your Light On‚ macht das aber nicht nur wieder gut, sondern besser. Langsameren Stücke, wie ‚Hiding In The Melody‘ und ‚Border On Border’ sind so romantisch, klassisch und erneut: so nostalgisch, dass man sich am liebsten darin suhlen möchte. Was sich jedoch wie ein roter Faden durch das Album zieht, sind die präsenten Gitarrenriffs. Es macht beinahe den Eindruck, als ob die Songs um sie herum gebaut sind. Wo die Platte am Anfang so energetisch war (‚Carls Sagan’ und ‚Denise, Don’t Wanna See You Cry’), wird sie zum Ende hin immer softer (‚Only To Live In Your Memorys’) – ein Konzept, das Sinn macht.

‚Pennied Days‘ ist ein durchweg solides Album, das sich an Klassikern orientiert. Das Duo vertraut musikalisch auf ein wiederkehrendes Rezept, das gut zu funktionieren scheint. Vielleicht ist es aber auch ein wenig zu viel des Guten: Die Platte plätschert gemütlich vor sich hin und man erwischt sich selbst dabei, nicht mehr zu wissen, den wievielten Song man eigentlich gerade hört. Das erste Hören der Platte ist ganz zufriedenstellend, aber um die wahren Qualitäten zu erkennen, braucht es eine Weile.

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Night Moves – Pennied Days
VÖ: 25. März 2016, Domino Records
www.nightmovesmpls.com
www.facebook.com/NightMovesMPLS


Night Moves – Denise, Don’t Wanna See You Cry… von domino

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