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Veröffentlicht am 30.05.2016 | von Dominik

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JOY – Filmkritik

Joy - Alles außer gewöhnlich - Filmkritik

Der amerikanische Traum es vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen zu können, ist schon als „Pursuit of Happiness“ in der Unabhängigkeitserklärung festgehalten und auch Hollywood nimmt sich immer wieder jenen Heldengeschichten an. Vorlagen scheint es genug zu geben – so diente David O. Russell und seiner Muse Jennifer Lawrence die (Erfolgs-)Geschichte von Joy Mangano als Stoff für das neue gemeinsame Projekt ‚Joy‚!

Joy Mangano (Jennifer Lawrence) hat es nicht einfach. Als Trennungskind, versorgt die toughe allein erziehende Mutter zweier Kinder nicht nur noch ihre Mutter (Virginia Madsen), sondern auch ihren arbeitslosen Ex-Mann (Édgar Ramirez), der bei ihr im Keller haust und neuerdings auch ihren Vater (Robert De Niro). Während alle anderen immer an erster Stelle kommen, bedeutet das für sie, dass all ihre Kindheitsträume unerfüllt bleiben und sie sich tagtäglich in allerlei Kleinigkeiten aufreiben muss und dafür noch nicht mal größer von ihrer Familie geschätzt wird. Eines Tages platzt ihr der Kragen und sie kombiniert ihre fast schon vergessene Kreativität aus Kindertagen, mit ihrer hart erarbeiteten Suche nach etwas praktischem und erfindet einen Mob, der sich selbst ausringen kann, ohne, dass man ihn anfassen muss. Um diese Idee verwirklichen und in die Läden bringen zu können, fordert sie die volle Unterstützung ihrer Familie, doch sowohl diese, als auch die Marktwirtschaft wirft ihr einige Hürden in die Bahn. Doch Joy will es wissen!

Der amerikanische Traum – immer wieder ein Grenzlauf zwischen Kitsch und emotionaler Propaganda. Doch das Dreamteam O. Russel – Lawrence und Bradley Cooper (wenn auch nur in einer Nebenrolle) haben ja schon mehrfach bewiesen, einen besonderen Riecher für gute Filmstoffe bzw. deren Umsetzung zu haben. ‚Joy‘ bleibt im Vergleich zu ‚Silver Linings‚ und ‚American Hustle‚ etwas hinter der (zugegebenermaßen sehr großen) Erwartung zurück, unterhält aber trotzdem gerade durch das wieder ein mal großartige Schauspiel von Lawrence, die voll und ganz in der Rolle der Joy aufgeht und eine weitere starke Frauenfigur in ihr Portfolio aufnimmt. Der restliche Cast tut ihr übriges, sodass man mit dem Schicksal der titelgebenden Joy fühlt, hofft und leidet. Dass es dann nicht zum großen Wurf gereicht hat, liegt dann letztlich am doch sehr abrupten Ende, das man obendrauf noch in einer etwas kitschigen Szene auslaufen lässt…naja, ganz ohne Kitsch geht es halt dann eben doch nicht…

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Joy (USA 2015)
Regie: David O. Russel
Darsteller: Jennifer Lawrence, Robert De Niro, Édgar Ramirez, Diane Ladd, Virginia Madsen, Isabella Rossellini, Bradley Cooper
Heimkino-Start: 12. Mai 2016, 20th Century Fox

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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