Kritik

Veröffentlicht am 31.05.2016 | von Dominik

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THE HATEFUL EIGHT – Filmkritik

The Hateful Eight - Filmkritik

Oh mein Gott! Ist das etwas sowas wie ein Kopfgeldjäger Picknick?

(Sheriff Chris Mannix – The Hateful Eight)

Zuletzt hatte man das Gefühl, dass Quentin Tarantino mit seinen Filmen zielbewusst immer wieder den Zeitgeist zu treffen vermochten. Zwar bewegten sich seine Werke was explizite Gewaltdarstellung, Thematik und Setting betrifft nicht offensichtlich im Bereich Blockbuster, dafür reiht zweifache Oscar-Gewinner gerade deshalb einen Kultfilm nach dem anderen in seine Filmographie ein! Kein Wunder also, dass die Erwartungen bei seinem achten Film ‚The Hateful Eight‚ wieder einmal sehr hoch waren – gerade da er sich dafür eines seiner liebsten Genre vornahm: den Western!

Wyoming, einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Der Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell) ist mit seiner Gefangenen Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) auf dem Weg nach Red Rock, wo er das Geld für sie einsacken und sie hängen sehen will. Doch die Reise wird beschwerlicher als gedacht – angefangen von unerwarteten Reisebegleitern, einem Schneesturm und einem dadurch erzwungenen Stop in Minnies Kleinwarenladen – der erfahrene Kopfgeldjäger muss immer aufmerksam bleiben, um das Ziel seiner Reise zu wahren. Doch leichter gesagt als getan…

Tarantino schwelgt in seinem Lieblingsgenre, verströmt Blut im Schnee und inszeniert in ausschweifenden Aufnahmen Pferde-Kutschen vor eisigen Landschaften – dazu gibt es markige Dialoge, kauzige Charaktere und eine gehörige Portion Schrot in der Luft! Nur im Gegensatz zu seinen letzten Filmen wirkt ‚The Hateful Eight‘ leider wirr, zäh und nimmt erst zu spät Fahrt auf, nachdem Tarantino in einer ereignisarmen, dafür aber dialog-überladenen ausführlichen Exposition die Pfeiler der Geschichte umrissen hat. Sicher, die von Kurt Russell und besonders Samuel L. Jackson gespielten Charaktere, sowie der exquisite Cast haben wieder mal Kult-Charakter – die Story hingegen bleibt so reduziert, dass auch ein paar nette Dialoge die Ketten des Kammerspiels bei 160 Minuten Laufzeit nicht wirklich sprengen können. Eine Ode an das Theater, an das Schauspiel…oder hat sich Tarantino in all den Hymnen auf seine letzten Werke verirrt und sich bei ‚The Hateful Eight‘ eben doch ein mal verzettelt? Letztlich muss das jeder für sich entscheiden, dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass er selbst beim achten Film zu viel gewollt hat und damit gescheitert ist.

3von5

The Hateful Eight (USA 2015)
Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Walton Goggins, Jennifer Jason Leigh, Tim Roth, Michael Madsen, Bruce Dern, Channing Tatum
Heimkino-VÖ: 30. Mai 2016, Universum Film

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