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Veröffentlicht am 9.09.2016 | von Dominik

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FREEHELD – Jede Liebe ist gleich – Filmkritik

Freeheld - Jede Liebe ist gleich - Filmkritik

Offiziell, Baby!

(Laurel Hester – Freeheld – Jede Liebe ist gleich)

Immer wieder suchen die Menschen Halt bzw. Hollywood Inspiration bei „Helden“ aus dem echten Leben. Sei es im kleinen, physischen oder eben auch, darin unüberwindbar scheinende Hürden aus dem Weg zu räumen, die das Leben einiger Menschen von dort ab beeinflusste und Veränderungen, Umstürze oder auch Verbesserungen verursachten. Der US-amerikanische Film ‚Freeheld – Jede Liebe ist gleich‚ von Regisseur Peter Sollett ist ein eben solcher, bewirkte der Fall der Polizistin Laurel Hester (Julianne Moore) doch einschneidende Veränderungen für gleichgeschlechtliche Ehepartner in den USA!

Laurel Hester hat einen harten Job – als Polizistin in Ocean County, New Jersey steht sie täglich ihren „Mann“, ist bei Kollegen und ihrem Partner beliebt und geschätzt. Doch ihre Kollegen aus dem Revier kennen nicht die private Person Hester, die sich nach einer Romanze mit der jungen Automechanikerin Stacie Andree (Ellen Page) schnell Hals über Kopf verliebt, mit ihr ein Haus kauft und mit ihr eine eingetragene Lebensgemeinschaft eingeht. Doch das junge Glück bleibt nicht steht schon nach Kurzem unter keinem guten Stern, denn bei Laurel wird Lungenkrebs im Endstadium diagnostiziert.

Während Stacie nicht den Tatsachen ins Auge schauen will und sich die letzte Hoffnung bewahrt, kämpft Laurel nicht nur gegen den Krebs, sondern versucht auch für ihre Partnerin nach ihrem wahrscheinlichen Ableben vorzusorgen. Denn entgegen der Situation bei verschieden-geschlechtlichen Ehen, gibt es für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften nach dem Tod des Lebenspartners keine Ansprüche auf Pension. Ohne diese kann sich Stacie allerdings nicht das gemeinsame Haus weiterhin leisten. Der Fall beschäftigt die Kollegen, die das Thema Homosexualität verschweigen, genauso wie Presse, die für gleiche Rechte kämpfende LGBT-Organisation Garden State Equality, wie den Verwaltungsapparat des Gremiums.

Eine schlimme Krankheit, Homosexualität im von Männern geprägten Polizei-Revier und ein Rechtsstreit um gleiches Recht – ‚Freeheld‘ behandelt viele schwere und wichtige Themen und hätte einer der Anwärter im Oscar-Rennen werden können. Doch der Film, der auf dem oscarprämierten Dokumentar-Kurzfilm von Cynthia Wade aus dem Jahr 2008 basiert, streift diese Themen nur, nimmt sich kaum Zeit um den Charakteren mehr Tiefe als ihr direktes Handeln zu geben und der Beziehung von Laurel und Stacie keinerlei Romantik. Damit fehlt leider jegliche Angriffsfläche für den Betrachter, der die beiden Frauen ins Herz schließen will, was nur noch durch das steife Spiel der ansonsten als große Charakter-Mimen bekannten Schauspielerinnen unterstützt wird. So bleibt ‚Freeheld – Jede Liebe ist gleich‘ leider zu jeder Zeit an der Oberfläche und schafft es nicht das berührende Drama adäquat für die Leinwand umzusetzen.

2von5

Freeheld (USA 2015)
Regie: Peter Sollett
Darsteller: Julianne Moore, Ellen Page, Steve Carell, Michael Shannon, Luke Grimes
Heimkino-VÖ: 25. August 2016, Universum Film

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Über den Autor

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